Haider, Jörg

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Jörg Haider (Lebensrune.png 26. Januar 1950 in Bad Goisern, Oberösterreich; Todesrune.png 11. Oktober 2008 in Lambichl, Kärnten) war ein promovierter deutscher Rechtswissenschaftler und Politiker der im April 2005 gegründeten Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ), einer Abspaltung der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), der er bis dahin angehört hatte. Haider war von 1986 bis 2000 Bundesparteiobmann der FPÖ und von 1989 bis 1991 Landeshauptmann von Kärnten. 1999 wurde er wieder in dieses Amt gewählt und bekleidete es bis zu seinem Tod im Jahre 2008.

Dr. jur. Jörg Haider

Inhaltsverzeichnis

Leben

Elternhaus

Jörg Haider stammte aus einem deutschnational gesinnten Elternhaus, beide Eltern waren überzeugte Nationalsozialisten. Sie waren bereits früh NSDAP-Mitglieder und nahmen auch aktiv an der Juli-Erhebung (25./27. Juli 1934) teil. Sein Vater Robert, ein Schuhmacher, wurde nach dem Beitritt Österreichs zum Reich 1938 Gaujugendverwalter der Deutschen Arbeitsfront in Linz. Später kämpfte er im Zweiten Weltkrieg als Leutnant an der sowjetischen und französischen Front. Haiders Mutter Dorothea, eine Lehrerin (geb. Rupp, Lebensrune.png 1918), war bis 1945 BDM-Führerin. Nach Kriegsende wurde Haiders Vater von den Alliierten gezwungen, Kriegsgräber wieder auszuheben, seine Mutter erhielt ein jahrelanges Berufsverbot. Beide wurden 1947 als „minderbelastet“ eingestuft.

Jugend

Jörg Haider wurde 1950 im oberösterreichischen Bad Goisern geboren. Seine ältere Schwester Ursula Haubner (Lebensrune.png 1945) wurde ebenfalls politisch aktiv (FPÖ/BZÖ). Haider selbst bezeichnete seine Kindheit als schön.

Wirken

Erste öffentliche Aufmerksamkeit gewann Haider im Jahre 1966, als er sich an einem Redewettbewerb des als deutschnational eingestuften Österreichischen Turnerbundes in Innsbruck beteiligte. Er gewann mit einem Beitrag mit dem Titel „Sind wir Österreicher Deutsche?“. Haiders politische Laufbahn in der FPÖ begann als Vorsitzender des Rings Freiheitlicher Jugend in den Jahren 1971 bis 1975. Vor allem sein Redetalent wurde hierbei schon sehr früh erkannt.

Im Jahre 1979 zog Jörg Haider als damals jüngster Abgeordneter für die FPÖ in den österreichischen Nationalrat ein. In den Folgejahren kritisierte er häufig den liberalen Flügel der FPÖ um Vizekanzler Norbert Steger, der den Deutschnationalismus immer mehr in den Hintergrund gedrängt hatte. Vor allem in Kärnten bestand eine große Opposition gegen die Parteispitze. So gab es bereits Überlegungen, sich nach dem Vorbild der reichsdeutschen CSU von der Bundespartei zu lösen.

Bundesparteiobmann der FPÖ

Im Jahre 1986 übernahm Haider nach einer knapp gewonnenen Kampfabstimmung gegen den amtierenden liberalen Norbert Steger das Amt des Bundesparteiobmanns der FPÖ. Der Postenwechsel bedeutete die Rettung der FPÖ, denn Experten zufolge lag die FPÖ 1986 nur noch bei zwei bis drei Prozent der Wählerstimmen und wäre somit bei den nächsten Wahlen in der Bedeutungslosigkeit versunken. Selbst Gegner der Partei erkannten damals an, daß es zwar unklar gewesen sei, ob es Haider gelungen wäre, die FPÖ wieder nach oben zu bringen, jedoch sei sicher gewesen, daß dies mit Steger an der Spitze niemals hätte erfolgen können.

Unter Haiders Führung kam es in der Folge zu einer massiven Stärkung des deutschnationalen Flügels innerhalb der Partei, obwohl die Kontinuität innerhalb der Programmatik betont wurde, so etwa von Andreas Mölzer in dem 1990 auf Wunsch Haiders erschienenen Buch „Jörg! Der Eisbrecher“. Dies führte während des Jahres 1993 zum Verlassenen mehrerer liberaler FPÖ-Abgeordneter, die auch am Parteiprogramm von 1985 mitgewirkt hatten, und zur Gründung des Liberalen Forums. Der liberale Flügel innerhalb der Partei war somit gänzlich weggebrochen, und der Kurs der FPÖ hatte sich weiter nach rechts verlagert. Haiders politischer Weg verlief somit entgegen dem Parteiprogramm, in dem die beiden Hauptströmungen der Partei in gleichen Maßen vertreten sein sollten. Dem Erfolg Haiders tat diese Entwicklung jeden keinen Abbruch.

Charakterisieren läßt sich die Politik Jörg Haiders anfangs noch bewußt deutschnational, jedoch ließ er ab Mitte der 1990er Jahre von dieser Einstellung (wohl aus taktischen Gründen) ab und setzte statt dessen auf den „Österreichpatriotismus“. Das Ziel Haiders war die Maximierung der Stimmen durch das Gewinnen neuer Wählerschichten, wozu er bereit war, Grundsätze der Partei (etwa den Deutschnationalismus oder die europäische Einigung) über Bord zu werfen; seinen Wahlkampf führte er zudem immer stärker nach VS-amerikanischem Vorbild. Haider wurde von deutschnationalen Kreisen daher auch Verrat an den Idealen vorgeworfen und auch als Totengräber des Vierten Lagers bezeichnet. Selbst Dr. Otto Scrinzi, der in der Steger-Ära die ihm zu liberale FPÖ verlassen und unter Haider wieder mit dieser symathisiert hatte, wandte sich schließlich völlig von ihm ab. Ferner wurde auch kritisiert, daß die ganze FPÖ auf Haider ausgerichtet war und Mitglieder mit abweichender Meinung gezielt ausgeschaltet wurden. Innerparteiliche Demokratie sei somit nicht vorhanden gewesen. Hinzu kam, daß das 1985 beschlossene Parteiprogramm zwar gültig war, Haider dieses jedoch mißachtete. Haiders Wort ersetzte fortan bis 1997 das Parteiprogramm.

In der Nationalratswahl 1999 erreichte Haider seinen politischen Höhepunkt, als er mit der FPÖ 27 % der Stimmen erreichte und die Partei erstmals den zweiten Platz belegen konnte. Dieser Erfolg führte zum Regierungseintritt der FPÖ im Februar 2000, der von gewaltigen Protesten, ohne irgendeine konkrete Grundlage, im In- und Ausland begleitet wurde.[1] So brach die Europäische Union (EU) die diplomatischen Beziehungen zu Österreich ab und verhängte Sanktionen über Österreich. Diese Willkürmaßnahmen der EU stärkten die Regierung jedoch weiter, da sich die Bevölkerungsmehrheit nicht vom Ausland manipulieren und diktieren ließ.

Im Mai 2000 trat Haider als Parteiobmann der Freiheitlichen Partei zurück.

Rückzug zur Landespolitik

Nachdem die ÖVP jedoch der FPÖ erfolgreich jeden Erfolg in der Koalition vorenthalten konnte, verlor diese zunehmend den Rückhalt bei den Wählern. Haider wird auch für die größte Niederlage der Parteigeschichte verantwortlich gemacht. So verlor die FPÖ bei der Nationalsratswahl 2002 mehr als 17 % der Wählerstimmen und rutschte auf etwas mehr als 10 % ab.

Innerhalb der Partei kam es vor allem nach (bis auf die Landtagswahlen in Kärnten) desaströsen Wahlergebnissen zu einem Richtungsstreit. Nachdem andere Wahlen für die FPÖ ebenfalls schlecht verlaufen waren, er aber in Kärnten nochmal zulegen konnte, gründete Haider im April 2005 eine Abspaltung der FPÖ, das BZÖ, mit dem er aber außerhalb Kärntens nicht mehr annähernd an frühere politische Erfolge anknüpfen konnte, da die FPÖ sich, wider Haiders Erwartungen, wieder fangen konnte.

Rückkehr zur Bundespolitik

Anläßlich der Nationalratswahl 2008 kehrte Haider wieder an die Spitze der Bundespartei zurück und führte das BZÖ als Spitzenkanditat in die Wahlen. Mit Haider an der Spitze konnte das BZÖ sein Ergebnis von 2006 fast verdreifachen und erreichte knapp 11 % der ausgezählten Stimmen.

Tod und Spekulationen darüber

Das Unfallauto Haiders
Jörg Haiders Grab
Feistritz im Rosental, OT Bärental, Kapelle St. Michael

Der Kärntner Landeshauptmann und BZÖ-Chef Jörg Haider ist am 11. Oktober 2008 kurz vor 1.30 Uhr in Klagenfurt bei einem mysteriösen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Haider war allein mit seinem Dienstwagen unterwegs, als er in der Ortschaft Lambichl im Süden der Landeshauptstadt von der Straße abkam. Die offzielle Darstellung geht davon aus, daß er angetrunken zu schnell gefahren ist und somit seinen Tod selbst verschuldete.

Diese Darstellung ist jedoch umstritten und so kursieren verschiedene Gerüchte und Vermutungen über die wahre Todesursache von Haider, darunter auch die, daß es sich um einen Mord aus politischen Gründen handelte. Widersprüche in der offiziellen Darstellung sprechen für solche Vermutungen. So wurde etwa, nachdem man sich von seiten der Medien immer wieder „durch [die] Szenarien durchgearbeitet hat, in denen [...] die tödlichen Verletzungen Haiders durch den Überschlag verursacht wurden”, später plötzlich bekanntgegeben, „daß der Wagen sich gar nicht überschlagen habe.”[2]

Am 18. Oktober 2008 wurde Jörg Haider unter Anteilnahme von weiteren 30.000 bei einer Trauerfeier verabschiedet. Die Urne wurde dabei im Familienkreis bei der Kirche im Bärental beigesetzt.

Gründe, die für einen Mord sprechen, sind u. a. folgende:

„Dieser Jörg Haider, der sich der Steuerung durch die Machtzentren der ‚westlichen Welt‘ entzieht, ist 2008 nach langjähriger Pause und Rückzug in die Landespolitik Kärntens wieder auf dem Weg in die österreichische Bundespolitik. Er erzielt bei den Nationalratswahlen im September mit seiner BZÖ ca. elf Prozent der Stimmen. Zusammen mit der FPÖ, von der Jörg Haider sich im Streit getrennt hatte, ist das ein Stimmenanteil von fast dreißig Prozent – vergleichbar den Ergebnissen von SPÖ und ÖVP. Doch am 08. Oktober 2008 treffen sich Haider und FPÖ-Chef Strache zu einem persönlichen Gespräch und nähern sich wieder an. In der Öffentlichkeit ist von einer möglichen Wiedervereinigung der beiden Parteien die Rede. Zwei bis drei Tage später ist Jörg Haider tot.“[3]

Kontroverse

Gegner Haiders versuchten immer wieder, aus seinen nicht zeitgeistkonformen Äußerungen im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus politisches Kapital zu schlagen, so als er sich in einer Debatte über Arbeitslosigkeit im Kärntner Landtag am 13. Juni 1991 äußerte, nachdem er die Streichung der Arbeitslosenhilfe für solche Arbeitslose, die sich einer Umschulung verweigerten, gefordert hatte, auf die vollkommen unsinnige Anschuldigung eines roten Abgeordneten, daß das „Zwangsvermittlung“ sei und man so etwas angeblich im Dritten Reich erlebt habe, mit den Worten:

„Na, das hat’s im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muß man auch einmal sagen.“

Nachdem die Sitzung zuerst normal weitergegangen war, erkannten die roten Abgeordneten die Möglichkeit, daraus einen Skandal zu machen und der ÖVP den Landeshauptmannposten anzubieten, wenn sie ihre Regierungsvereinbarung mit den Freiheitlichen brächen. Es kam daraufhin tatsächlich zu einem Mißtrauensantrag von ÖVP und SPÖ und der Landeshauptmann verlor durch diese Machenschaft dieses 1989 gewonnene Amt wieder. Der österreichische Staatsrundfunk unterschlug in seiner Berichterstattung die vorangegangene Provokation der SPÖ und reicherte das „Zitat“ mit Bildern von Konzentrationslagern, untermalt von dumpfen Trommelschlägen, an. Böswilligerweise wurde unterstellt, Haider habe nicht die Vollbeschäftigung gemeint, die der Nationalsozialismus in der Vorkriegszeit erreicht hatte, sondern „Zwangsarbeit und Konzentrationslager“. Noch jahrelang wurde versucht, mit dieser Replik Stimmung gegen die Partei und die Person Jörg Haider zu machen. Dagegen wurde eine wenig später erfolgte Aussage eines ÖVP-Politikers, nachdem einige seiner Politikerkollegen „Hunde, die vergast gehören“ seien, nur kurz im ORF erwähnt und verschwand schnell in der Versenkung. Der durch den Verrat am Koalitionspartner gewonnene Landeshauptmannposten brachte der ÖVP aber kein Glück, sie verlor die folgende Wahl 1999 genau wie die SPÖ und konnte es nicht vermeiden, den einzigen Wahlsieger Jörg Haider erneut zum Landeshauptmann zu wählen. Im Jahre 2004 konnte er den bisherigen Rekord an Prozentpunkten für die FPÖ sogar noch weiter steigern.

Noch 1995 äußerte sich Haider vor einer Versammlung von Veteranen der Waffen-SS:

„Daß es in dieser regen Zeit, wo es noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind. Und das ist eine Basis, meine lieben Freunde, die auch an uns Junge weitergegeben wird. Und ein Volk, das seine Vorfahren nicht in Ehren hält, ist sowieso zum Untergang verurteilt. Nachdem wir aber eine Zukunft haben wollen, werden wir jenen Menschen, den politisch Korrekten, beibringen, daß wir nicht umzubringen sind und daß sich Anständigkeit in unserer Welt allemal noch lohnt, auch wenn wir momentan nicht mehrheitsfähig sind, aber wir sind den anderen geistig überlegen. […] Wir geben Geld für Terroristen, für gewalttätige Zeitungen, für arbeitsscheues Gesindel, und wir haben kein Geld für anständige Menschen.“

Diese Aussage wurde von Kreisen, für die die Waffen-SS ein Sinnbild des Bösen darstellt (die aber gleichzeitig bereit sind, die Rote Armee Stalins oder die Partisanenbanden Titos als „Befreier“ zu feiern) natürlich ebenfalls jahrelang zur Stimmungsmache gegen den ihnen mißliebigen Politiker verwendet.

Galerie

Zitate

  • „Das wissen Sie ja so gut wie ich, daß die österreichische Nation eine Mißgeburt gewesen ist, eine ideologische Mißgeburt. Denn die Volkszugehörigkeit ist eine Sache, und die Staatszugehörigkeit ist die andere Sache.“ (ORF-Inlandsreport, 18. August 1988)
  • Kleine Zeitung: „Welche geschichtlichen Gestalten verabscheuen Sie am meisten?“ Haider: „Churchill, Stalin.“ (Interview, Kleine Zeitung, 29. Januar 1989)
  • „Im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt.“
  • „Jedenfalls ist Schluß mit der permanenten Kriminalisierung der eigenen Geschichte zu machen, gleichsam als wäre das Leben der Kriegsgeneration ein einziges Verbrecheralbum.“ – Jörg Haider in seinem 1993 erschienen Buch „Die Freiheit, die ich meine” Frankfurt/M., Berlin 1993, S. 116.
  • „Das hat mit seiner Mitgliedschaft bei den Freimaurern zu tun, er erfüllt außerösterreichische Aufträge.“ (Haider auf die Frage, warum sich Kanzler Vranitzky für den EU-Beitritt einsetze, Kurier, 4. Juni 1994)
  • „‚Ich sage euch‘, prophezeit Jörg Haider, wenn Österreich der EU beitrete, werde dieses Land ‚fremdbestimmt‘, wie schon jetzt der Bundeskanzler, der ‚im Auftrag der Freimaurer und der Bilderberger‘ handle. Im Gegensatz zu ihm, der sich ausschließlich den ‚fleißigen und tüchtigen Österreichern‘ verpflichtet fühle und sich darum gegen ‚eine sizilianische Verwaltung‘ und einen ‚portugiesischen Notenbankpräsidenten‘ verwehre. Denn Maastricht sei ‚die Fortsetzung von Versailles ohne Krieg‘. [...] Die große Gefahr drohe den Österreichern und all dem, was sie sich ‚mit Fleiß und Arbeit geschaffen haben‘, freilich vom Süden her. Dort seien Kriminalität und Korruption daheim. Dort verschwänden alljährlich zig EU-Milliarden, weshalb nur mit Nein stimmen könne, ‚wer im Interesse des eigenen Geldes denkt‘.“ (Der Standard, 9. Juni 1994)
  • An die Adresse ehemaliger Waffen-SS-Männer bei deren Treffen in Krumpendorf/Kärnten 1995:
„Und das ist für mich letztlich auch der Grund, warum ich glaube, daß man auch ein Gegengewicht setzen muß, denn sonst würden wir wirklich in einer Welt von Chaoten leben, und dafür habt Ihr letztlich nicht gekämpft und auch Euer Leben riskiert, sondern daß die jüngeren Generationen und die Jugend eine Zukunft in einem Gemeinwesen hat, in dem auch Ordnung, Gerechtigkeit und Anständigkeit noch Prinzipien sind. [...] Es gibt nämlich keines [gemeint ist ein Argument gegen Waffen-SS-Veteranentreffen, Anm.], außer daß man sich ärgert, daß es in dieser Welt einfach noch Menschen gibt, die einen Charakter haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind.“ [4]
  • Haider: „Ich habe gesagt, daß die Wehrmachtssoldaten die Demokratie in Europa, wie wir sie heute vorfinden, ermöglicht haben. Hätten sie nicht Widerstand geleistet, wären sie nicht im Osten gewesen, hätten sie nicht die Auseinandersetzung geführt, dann hätten wir ...“
profil: „Was heißt ‚Widerstand geleistet‘, das war ja ein Eroberungsfeldzug der Deutschen Wehrmacht.“
Haider: „Dann müssen wir heute beginnen zu fragen, wie das wirklich war.“ – 1995 in einem Interview mit dem Magazin „profil
  • „Spätestens mit ‚Schindlers Liste‘ hat nicht nur Hollywood, sondern auch der aufgeklärte Lobbyismus den Holocaust als Geldquelle entdeckt. [...] Der Holocaust dient als ‚cash cow‘, als Druckmittel mit Killerargument-Qualität zur Durchsetzung vordergründiger Interessenslagen.“ – 1998 in der neuen freien Zeitung
  • „Jeder Buschneger hat in Zukunft die Möglichkeit, seine Kollegen in Österreich zu behandeln.“ – Haider 1998 über das neue Ärztegesetz
  • „Ich verstehe überhaupt nicht, wie einer, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann.“ – Haider kritisierte beim Rieder Aschermittwoch den Vorsitzenden der israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant.
  • „Wenn einer schon Adamovich heißt, muß man sich zuerst einmal fragen, ob er eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat.“ – ein Jahr später griff er an selber Stelle den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs, Ludwig Adamovich, an.
  • „Ich bin sozusagen eine Symbolfigur für den zivilen Widerstand gegen das Establishment in Österreich und Europa geworden.“
  • „Ich hätte ja viel schärfer formuliert. Es droht uns durch die Möglichkeit, nach sechs Jahren einzubürgern und durch die Osterweiterung eine weitere Überfremdung. Ich unterstelle der Bundesregierung, daß sie sich ein neues Wählervolk schaffen will, weil sie sich des alten nicht mehr sicher sein kann.“ (Haider in einer Reaktion auf die Kritik an Lafer in Die Presse, 10. Juli 1998)
  • Haider: „Na ja, es ist einfach ein Problem, wo ich sage, man muß jetzt mal klären, mißt man hier mit zweierlei Maß? Wenn jüdische Emigranten Forderungen stellen, dann ist sozusagen die Wiedergutmachung endlos. Wenn Sudetendeutsche dasselbe von der österreichischen Regierung verlangen, daß sie gegenüber den tschechischen Behörden ihre Wiedergutmachungsforderungen durchsetzen sollen, dann wird gesagt, irgendwann muß einmal ein Schlußstrich unter die Geschichte gezogen werden. [...] Man kann nicht Gleiches ungleich behandeln.“
ORF: „Ist das tatsächlich Gleiches Ihrer Meinung nach?“
Haider: „[...] Und da möchte ich nicht beurteilen, was schlimmer gewesen ist [...].“
ORF: „Noch einmal zu diesem Ausgangspunkt von Ihnen. Sie stellen gleich die Sudetendeutschen und das Unrecht, das an den Juden geschehen ist?“
Haider : „Selbstverständlich, weil ich mich dagegen wehre, daß man Menschenrechtsverletzungen auch noch einmal quantifiziert.[...]“ (Interview, ORF, Zeit im Bild 2, 9. September 1998)
  • „Zwar versuchten zum Beispiel hohe Funktionäre der jüdischen Gemeinde in Wien, beim State Department in Washington gegen uns Stimmung zu machen. [...] Also, ich bin sicherlich nicht derjenige, der ein Leben lang im Büßerhemd durch die Welt geht. [...] Warum soll ich mich mit irgendwelchen Vergangenheitsproblemen belasten?“ (Haider-Interview, Der Spiegel 5/2000)
  • „Die Amerikaner freuen sich nicht, wenn die Europäer einen eigenständigen Dialog mit den arabischen Ländern pflegen.“ – Haider bei seinem Besuch bei Saddam Hussein kurz vor dem Irak-Krieg 2003
  • „Wir geben Geld für Terroristen, Geld für gewalttätige Zeitungen, Geld für arbeitsscheues Gesindel aus, aber wir haben kein Geld für anständige Menschen, die einen Charakter haben und auch bei größtem Gegenwind ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind.“

Filmbeitrag

Österreich – Haider will Volksabstimmung über EU-Vertrag, EuroNews, 17. September 2008 (Eines der letzten Interviews Haiders) [5]

Jörg Haider will Volksabstimmung über EU-Vertrag. Wenn am 28. September 2008 in Österreich ein neues Parlament gewählt wird, dann wird auch wieder der Name Jörg Haider auf den Wahlzetteln stehen. Der Landeshauptmann von Kärnten tritt als Spitzenkandidat einer neuen Partei an mit Namen „Bündnis Zukunft Österreich”. Diese BZÖ mit dem Wahlspruch im Wappen „Fairness, Kontrolle, Vertrauen” ist eine Abspaltung von der „Freiheitlichen Partei Österreichs” (FPÖ), die unter Haiders Führung vor acht Jahren in Wien mitregierte, was damals europaweit zu heftigen Protesten gegen „Rechtsextreme an der Macht” führte. Das Bündnis mit Österreichs Konservativen hielt auch nicht lange. Es folgten parteiinterne Machtkämpfe. Nun will es der gleiche Mann mit einer neuen Partei erneut versuchen.

Weiteres:

Publikationen

  • Friede durch Sicherheit Freiheitliches Bildungswerk, Wien, 1992
  • Europa der Regionen Leopold Stocker Verlag, Graz, ISBN 3-7020-0676-1, 1993 (Umberto Bossi, Joze Pucnik, Jörg Haider)
  • Die Freiheit, die ich meine Ullstein Verlag GmbH, Frankfurt/Main – Berlin, 1993
  • The Freedom I Mean Swan Books, New York 12567, Juli 1995
  • Befreite Zukunft jenseits von links und rechts Ibera Verlag/European University Press GmbH, Wien, 1997
  • Zu Gast bei Saddam – Im Reich des Bösen Ibera Verlag/European University Press GmbH, Wien, 2003
  • Bewegung Ibera Verlag, ISBN 3-85052-174-5, 2004

Literatur

  • Brigitte Bailer-Galanda: Haider wörtlich – Führer in die Dritte Republik, Wien 1995, ISBN 3-85409-253-9
  • Brigitte Bailer-Galanda / Wolfgang Neugebauer: Haider und die Freiheitlichen in Österreich, Berlin 1997, ISBN 3-88520-638-2
  • Andreas Hahn, Der Aufstieg der FPÖ unter Jörg Haider. Über den Erfolg einer rechtspopulistischen Partei und ihres Vorsitzenden, Berlin 2002, ISBN 3-9806409-1-4
  • Michael Jungwirth: Haider, Le Pen und Co – Europas Rechtspopulisten. Styria, 2002, ISBN 3-222-12999-1
  • Oliver Minich: Die Freiheitliche Partei Österreichs als Oppositionspartei in der Ära Haider – Strategie, Programmatik und innere Struktur, Blieskastel 2003, ISBN 3-935731-43-4
  • Vida Obid / Mirko Messner / Andrej Leben: Haiders Exerzierfeld. Promedia, 2002, ISBN 3-85371-174-X
  • Walter Ötsch: Haider light. Handbuch für Demagogie. Wien 2000, ISBN 3-7076-0047-5
  • Klaus Ottomeyer: Die Haider-Show. Zur Psychopolitik der FPÖ. Klagenfurt 2000, ISBN 3-85435-337-5
  • Hans-Henning Scharsach:
  • Herbert Schui (u.a.): Wollt ihr den totalen Markt?, Knaur FACTS, 1997, ISBN 3-426-80083-7
  • Melanie A. Sully: The Haider phenomenon, East European Monographs – Columbia University Press New York 1997 ISBN 0-88033-381-2
  • Gudmund Tributsch: Schlagwort Haider, Wien 1994 ISBN 3-85439-137-4 (Haiders Sprüche in chronolog. Auflistung)
  • Gerhard Wisnewski: Jörg Haider: Unfall, Mord oder Attentat?, Kopp, Rottenburg 2009, ISBN 978-3938516904
  • Alfred Worm: Ein Streitgespräch mit Jörg Haider, Wien, 2005, ISBN 3-8000-7107-X
  • Christa Zöchling: Haider. Licht und Schatten einer Karriere., Wien 1999 ISBN 3-85485-025-5
  • Lionel Baland: Jörg Haider, le phénix. Histoire de la famille politique libérale et nationale en Autriche. Éditions des Cimes, Paris, 2012, ISBN 979-10-91058-02-5

Siehe auch

Verweise

Weltnetz

Audio

Karikatur

Fußnoten

  1. wsws.org, 23. Februar 2000: In Wien demonstrieren 250.000 Aktivisten gegen die FPÖ/ÖVP-Regierung. Die Demonstration stand unter dem Titel: „Widerstand gegen Schwarzblau, gegen Rassismus und Sozialabbau“. Die Demonstrationsteilnehmer kamen aus ganz Österreich, BRD und vielen Teilen Europas. Europaweit und in den VSA fanden weitere Demonstrationen mit Tausenden von Teilnehmern statt. Im Anschluß an die Demonstration fanden sich im Wiener Burgtheater zu einer Pressekonferenz bekannte Künstler und Schauspieler wie Klaus Maria Brandauer, Luc Bondy und Michel Piccoli, aber auch Bernard-Henri Lévy und sein Glaubensbrüder Michel Friedman, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, zusammen. Unter dem Motto: „Nein zum Rassismus. Nein zum Rechtsextremismus. Für ein offenes, pluralistisches und soziales Österreich. Für ein Europa ohne Rassismus“ forderten sie den Rücktritt der neuen Regierung und erklärten, solange nicht Ruhe geben zu wollen, bis die Regierung freiwillig ihren Rücktritt einreicht. Wer danach die Amtsgeschäfte übernehmen soll, wurde aber nicht gesagt. Der Schriftsteller Doron Rabinovici kündigte an, daß von nun an jeden Donnerstagabend eine Demonstration auf dem Ballhausplatz stattfinden solle. Sie waren aber nicht bereit, vier Jugendliche aus Tübingen zu verteidigen, die am Rande der Demonstration von der Polizeisondereinheit „Cobra“ aufgegriffen und brutal misshandelt worden waren. Ihnen wurden alle Hosentaschen zerrissen, die Handys zerstört und die Schuhe weggenommen. Als sie auf der Abschlußkundgebung darüber sprechen wollten, verwehrten ihnen die Veranstalter das Rederecht. Luc Bondy und Michel Friedman rechterfertigten dieses Vorgehen damit, daß „wir uns in diese Falle nicht hineintragen lassen. Gewalt darf es von keiner Seite geben.“ Nach der Demonstration bedankte sich Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) bei den Organisatoren der Großkundgebung für den reibungslosen Ablauf der Demonstration. Er sprach ihnen für ihre „Kooperationsbereitschaft mit der Exekutive“ seinen „persönlichen Respekt“ aus. Aufsehen erregten auch die Auseinandersetzungen vor einem Restaurant in der Josephstraße, in dem Jörg Haider gesehen und von Demonstranten belagert wurde. Der Polizei gelang es, Haider durch einen Hinterausgang in Sicherheit zu bringen.
  2. 33-cabinet.png Abgerufen am 5. Dezember 2008. Archiviert bei WebCite®.Neues im Fall Haider: Jetzt hat sich der Wagen doch nicht überschlagennonkonformist, 5. Dezember 2008
  3. Politische Morde und Fälle, bei denen ein politischer Mord nicht auszuschliessen ist – Der Fall Jörg Haider: Unfall oder gezielte Tötung?, Arbeiterfotografie, 27. Oktober 2008
  4. zit. nach: Protokoll einer Vernaderung. Schnell-Info der FPÖ, Folge 30/96, S. 10 ff.
  5. Thema: Jörg Haider bei Autounfall tödlich verunglückt, thiazi.net (Video Textbeitrag) Verweis defekt, gelöscht oder zensiert!


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