Johannes Paul II.

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Karol Józef Wojtyła als Papst

Johannes Paul II. (bürgerlicher Name Karol Józef Wojtyła, * 18. Mai 1920 in Wadowice, Polen; † 2. April 2005 in der Vatikanstadt), war ein polnischer römisch-katholischer Priester und vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tode Papst der römisch-katholischen Kirche. Ihm werden, insbesondere in seinem Heimatland Polen, Verdienste bei der Überwindung der kommunistischen Diktatur zugeschrieben. Am 27. April 2014 erklärte ihn Papst Franz zum Heiligen.[1]

Leben

Herkunft

Karol Wojtyłas Eltern waren der ehemalige k. u. k. Unteroffizier Karol, der als Schneider tätig war, und Emilia, geb. Kaczorowska.

Dem jüdischen Historiker Yaakov Wise zufolge, der sich auf für Nichtjuden angeblich unzugängliche Zeugnisse beruft, sprechen seine Ermittlungen überwiegend dafür, daß Karol Wojtyła jüdischer Abstammung war nach seiner Mutter, deren Name in englisch mit Emily Katz zu übersetzen sei, so wie nach deren Mutter Maria Anna Scholz und Großmutter Zuzanna Rybicka. Der Vater Karol Wojtyłas sei ein katholischer ethnischer Pole gewesen.[2]

Festzustehen scheint, daß der junge Wojtyła in einem jüdisch geprägten Wohnviertel und Milieu aufwuchs und jüdische Freunde hatte, was Jerzy Kluger bezeugte, persönlicher jüdischer Freund Wojtyłas bis zu dessen Tod.[3] Daß, wie in Wojtyła-Biographien berichtet, er Veranlassung gehabt hätte, sich als junger Mann nach der deutschen Besetzung Polens ab 1940 im Untergrund zu bewegen, wurde verschiedentlich für zweifelhaft gehalten. Für einen schlichten Polen sei dies ganz unnötig gewesen, befand auch Yaakov Wise.[4]

Eine jüdische Abstammung Wojtyłas behauptete bereits 1991 der VS-amerikanische Hochschullehrer Revilo P. Oliver.[5]

Laufbahn bis zur Papstwahl

Karol Wojtyła begann 1938 ein Philosophie- und Literaturstudium in an der Universität Krakau. Seit 1942 gehörte er, wie allgemein berichtet wird, einem „Untergrundpriesterseminar“ der Erzdiözese Krakau an. Im Jahre 1946 wurde er zum Priester geweiht, danach studierte er zwei Jahre an der Päpstlichen Universität Angelicum in Rom. Fünf Jahre später beendete er in Krakau das Theologiestudium mit der Promotion. 1953 folgte die Habilitation an der Katholischen Universität Lublin, wo er den Lehrstuhl für Moraltheologie übernahm. Seit 1958 war er Titularbischof von Ombi und Weihbischof von Krakau. 1964 wurde er schließlich zum Erzbischof von Krakau erhoben, außerdem nahm er in dieser Zeit am II. Vatikanum teil. Im Juni 1967 folgte die Berufung zum Kardinal.

Der Heilige bei einer seiner häufigen Strategie- und Arbeitsbesprechungen mit dem Chef der jüdischen Haß- und Kampforganisation ADL[6]

Das Pontifikat

Nachdem Papst Johannes Paul I. nach einem nur 33 Tage währenden Pontifikat verstorben war, wurde am 16. Oktober 1978 der mit 58 Jahren für einen Papst noch relativ junge Wojtyła als Johannes Paul II. zum neuen Papst gewählt. Damit war er der erste nichtitalienische Papst seit dem Deutschen Hadrian VI. (1522–1523), also seit fast einem halben Jahrtausend. Am 22. Oktober 1978 wurde Johannes Paul in sein Amt eingeführt. Schnell entwickelte er eine ausgiebige Reisetätigkeit, wobei mediale Aufmersamkeit vor allem die Reisen in seine polnische Heimat erregten (1979, 1983 und 1987), die auch als Demonstrationen gegen die kommunistische Diktatur des Landes gedeutet wurden.

Am 13. Mai 1981 verübte der Türke Mehmet Ali Agca ein Attentat auf Johannes Paul II., das dieser nur knapp überlebte und von dem er sich erst nach Monaten erholte. Die Hintergründe des Attentats wurden nie vollständig aufgeklärt beziehungsweise bekanntgegeben.

Innerkirchlich stand Johannes Paul im Ruf, eine konservative Linie zu vertreten. Als seine rechte Hand in theologischen Angelegenheiten wirkte Joseph Ratzinger, der seit 1981 als Präfekt der Glaubenskongregation tätig war. Andererseits suchte er im Sinne des II. Vatikanums die Annäherung an andere Konfessionen und Religionen, so an den Protestantismus und besonders an den Judaismus. Ein Zeugnis hierfür ist die 1998 erfolgte Heiligsprechung der Jüdin Edith Stein. Ein Jahr später wurde sie kirchlich zur „Mitpatronin Europas“ ernannt.

Am 22. Oktober 2003 feierte Johannes Paul II. sein 25-jähriges Pontifikatsjubiläum. Am 2. April 2005 starb er im Alter von 84 Jahren.

Nachwirkung

Johannes Pauls Pontifikat war eines der längsten der Kirchengeschichte, übertroffen nur von Pius IX. und Petrus (legendär). Sein Nachfolger Benedikt XVI. sprach ihn am 1. Mai 2011 selig, der auf Benedikt folgende Papst Franz verfügte am 5. Juli 2013 die Heiligsprechung, die er am 27. April 2014 vollzog.

Allianz mit dem Judaismus

Johannes Paul II. bemühte sich um eine Verfestigung der Allianz zwischen katholischer Kirche und dem Judaismus. Dies zeigte sich beispielsweise darin, daß er den Juden David-Maria Jaeger 1992 zum Rechtsberater der Päpste berief.[7] Dieser erhielt auch den Auftrag, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Vatikan und Israel auszuhandeln. (2011 machte ihn sein Nachfolger Benedikt XVI. zum Richter am Päpstlichen Gerichtshof, mit einer Amtszeit bis zum Jahr 2030.[8][9])

1986 ernannte Johannes Paul den Funktionär der jüdischen Anti-Defamation League Joseph L. Lichten zu einem katholischen Würdenträger, nämlich zum Päpstlichen Ritter unter dem Patronat des Hl. Gregor des Großen.[10]

Neben der Teilnahme an ungezählten Veranstaltungen des Shoaismus erwies Johannes Paul II. am 23. März 2000 auch Israel seine Reverenz. Er besuchte Yad Vashem und steckte einen Zettel zwischen die Steine der Klagemauer in Jerusalem. Den Direktor der gegen die Gruppeninteressen der Weißen wirkenden Anti-Defamation League (ADL) Abraham Foxman empfing Johannes Paul II. sechsmal zu Gesprächen.[11]

Kein Gedenken für Deutsche

Zeit seines Lebens hielt Karol Wojtyła / Johannes Paul II. es nicht für notwendig, den polnischen Völkermord an Deutschen im Zuge der Vertreibung sowie den Landraub Ostdeutschlands zu verurteilen. Im Gegenteil feierte dieser Papst bei seinen Polenbesuchen ungerührt Messen auf besetzter, blutbefleckter deutscher Erde, ohne mit einem Wort auf die Vertreibungsverbrechen an den Deutschen einzugehen. Nicht nur Wojtyłas Landsleute, auch Angehörige des Klerus[12] und Stellen der polnischen katholischen Kirche hatten sich ab dem zu Ende gehenden Zweiten Weltkrieg aktiv an der Entrechtung und Austreibung der Deutschen aus ihrer Heimat beteiligt.

Der Heilige empfängt aus der Hand seines Gastes, des Chefredakteurs der BILD-Zeitung Kai Diekmann, eine Bibel (Archivfoto vom 23. November 2004)

Wertschätzung der BILD-Zeitung

Johannes Paul II. nahm auf seine Reisen seit 1995 stets den Reporter der BILD-Zeitung Andreas Englisch mit. Die ausgesprochene Wertschätzung, die Johannes Paul II. gegenüber der BILD-Zeitung hegte, gipfelte darin, daß er, wie die BILD-Zeitung befriedigt bemerkte, zuvor noch nie einer deutschen Zeitung eine Privataudienz gewährt hatte, aber eine Delegation des Hamburger Blattes zu sich in den Vatikan einlud. Dort ließ er sich am 23. November 2004 von dem Chefredakteur Kai Diekmann eine Bibel schenken. Diekmann verkündete gegenüber dem Papst, daß „uns auch die Verbreitung der christlichen Glaubensbotschaft ein ernstes Anliegen [ist]“. Johannes Paul II. hielt es für angemessen, Diekmann daraufhin zum Boten eines päpstlichen Segenswunsches zu machen: „Lassen Sie die Deutschen wissen, daß ich sie segne und auf sie zähle im Namen Christi.“[13]

Der Sachbuchautor und Kenner der BILD-Zeitung, Gerhard Henschel („Gossenreport – Betriebsgeheimnisse der Bild-Zeitung“), kam nach Schilderung dieses und des ähnlich freundlich-vertraulichen Verhältnisses des nachfolgenden Papstes Benedikt XVI. zur BILD-Zeitung zu der Einschätzung:

„Einen Papst, der sich mit Bild-Redakteuren knipsen läßt, statt sie aus dem Tempel zu peitschen, wird es nicht kränken, wenn man ihm die Charakterfestigkeit und Prinzipientreue einer Flaschengurke bescheinigt.“[14]

Päpstliche Amtsführung

Johannes Paul II. unterhielt in seiner langen Amtszeit als Kirchenoberhaupt ein ausgeklügeltes Vertuschungs- und Ermutigungssystem für ungezählte klerikale Sexualverbrecher an Kindern und Jugendlichen. Dieses ermöglichte es, sie der Strafverfolgung zu entziehen, sie vor Schadensersatzforderungen zu bewahren und ihnen möglichst ein neues Betätigungsfeld an anderem Ort zu ermöglichen. Die Mittel waren Anweisungen, Schweigegebote an alle geweihten Kirchenfunktionäre – bei Strafe der Exkommunikation bei Übertretung –, Vertuschung, Weigerung zur Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz sowie aktive Justizbehinderung.[15]

Der Heilige (rechts) erhob den Serienkinderschänder und Nekrophilen Jimmy Savile (links) in den exklusiven Stand eines Päpstlichen Ehrenritters

Etliche Verbrecher berief er auch in hohe, schützende Ämter, wie den polnischen Päderasten und Erzbischof Józef Wesołowski.[16] Trotz genauer Kenntnis der Verfehlungen verehrte und förderte er den Kinderschänder und Ordensgründer Marcial Maciel (Nachweise unter → Legionäre Christi). Maciel blieb ganz unbehelligt, Wesołowski starb unbestraft in der Vatikanstadt. Den Geldbeschaffer für den Vatikan, vielhundertfachen Kinderschänder und engen Freund des nach Mißbrauchsvorwürfen aus der Öffentlichkeit verschwundenen irischen Kardinals Keith Patrick O'Brien, Jimmy Savile, erhob er 1990 – trotz deutlicher Warnzeichen betreffend Saviles pädophile Straftaten – als Päpstlichen Ritter zum exklusiven katholischen Würdenträger.[17]

Ehrenrotarier

Johannes Paul II. nahm die Ehrenmitgliedschaft der Rotarier an.[18] Zwischen Rotariern und Freimaurerei besteht eine große Nähe; seit den Gründungstagen von Rotary gibt es sich überschneidende Mitgliedschaften. Hierüber berichtet das offizielle Organ „Rotary“.[19]

Auszeichnungen

  • 2004: Karlspreis der Stadt Aachen „für seinen Einsatz für Frieden, Freiheit und Demokratie in Europa“
  • 2004: Europäischer Friedenspreis der Stiftung für Ökologie und Demokratie „in Anerkennung seines Engagements für den Weltfrieden und seines Beitrages am Zusammenbruchs des Kommunismus und des Falls der deutsch-deutschen Mauer“
  • 2004: Freiheitsmedaille

Zitate über Johannes Paul II.

„Papst Johannes Paul II. erzeugte mehr Heilige als alle seine Vorgänger aus den vergangenen Jahrhunderten zusammen (…).“ — Richard Dawkins[20]

Siehe auch

Literatur

  • Hubertus Mynarek: Der polnische Papst. Bilanz eines Pontifikats. Ahriman, Freiburg 2005, ISBN 3-89484-602-X

Verweise

Fußnoten

  1. Sein direkter Nachfolger Benedikt XVI. hatte ihn bereits am 1. Mai 2011 nach katholischem Jargon „seliggesprochen“. Dieser Zeitpunkt galt damals als greifbarer Beleg dafür, daß der Vatikan das formelle Heiligsprechungsverfahren in mehreren Schritten drastisch verkürzt habe (und im Zuge dessen auch das temporäre Amt des Advocatus diaboli abgeschafft hat).
  2. The Pope was Jewish says Historian Manchester Evening News, Artikel vom 27. August 2007; abgerufen am 11. November 2013
  3. „Einen zweiten solchen Menschen zu finden ist schwer“, Die Welt (welt.de), 4. April 2005
  4. The Pope was Jewish says Historian Manchester Evening News, Artikel vom 27. August 2007; abgerufen am 11. November 2013
  5. Revilo P. Oliver: „How they stole the church“, in: Liberty Bell, August 1991, Fn. 5, unter Berufung auf Piers Compton: The Broken Cross, Bullsbrook, West Australia, Veritas, 1984
  6. Foto aufgenommen im Vatikan, undatiert. Über den seinerzeitigen National Director Abraham Foxman (Foto) hieß es 2013 auf der Netzpräsenz der ADL: „He has had six audiences with Pope John Paul II, four with Pope Benedict XVI, and recently met with the newly installed Pope Francis.“ Abgerufen am 3. Dezember 2013
  7. Israeli Jew turned Catholic priest named head of papal court Haaretz vom 3. Juni 2011
  8. The Jewish Chronicle online Bericht vom 7. Juli 2011
  9. Haaretz Bericht vom 3. Juni 2011
  10. ADL – Bericht vom 23. Dezember 2005
  11. Angabe von Abraham Foxman zu seiner Person auf der Netzpräsenz der ADL
  12. Heinz Nawratil: Vertreibungsverbrechen an Deutschen, 4. Auflage 1986, S. 164
  13. „Papst-Audienz 2004 im Vatikan – BILD schenkte Johannes Paul II. die ‚Volksbibel‘“, BILD (bild.de), 15. April 2010
  14. Gerhard Hentschel: Gossenreport – Betriebsgeheimnisse der Bild-Zeitung, Berlin, 3. Auflage 2006, S. 28
  15. Uta Ranke-Heinemann: Papst Benedikt oder Die große Täuschung, Blätter, 4/2010, Seite 43–50. Der Beitrag geht auch auf Johannes Paul II. ein.
  16. Der Erzbischof bezahlte Kindersex mit Medikamenten, Die Welt (welt.de), 23. August 2014
  17. Der Spiegel: Themenseite Sexueller Mißbrauch in der katholischen Kirche
  18. „Rotary: Filz mit Nadelstreifen“, Der Spiegel 21/1983, [1]
  19. Wolfgang Ziegler: „Rotary und die Freimaurer — Von Brüdern und Freunden“ Rotary 4/2006, S. 12 f.
  20. Richard Dawkins: Der Gotteswahn. Aus dem Englischen von Sebastian Vogel, Ullstein Verlag, Berlin 2007, [englische Originalausgabe: 2006], ISBN 978-3-550-08688-5 [575 S.], S. 51