Schlegel, August Wilhelm von

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
August Wilhelm von Schlegel.jpg

August Wilhelm von Schlegel (Lebensrune.png 8. September 1767 in Hannover; Todesrune.png 12. Mai 1845 in Bonn) war ein deutscher Übersetzer und Schriftsteller der deutschen Romantik. Er übersetzte vor allem Werke der englischen Autorengruppe, die unter der Bezeichnung „Shakespeare“ bekannt geworden ist. Sein Bruder war Friedrich Schlegel.

Leben

Zu seinem Wirken heißt es:[1]

Einer der größten Uebersetzungskünstler Deutschlands und vortrefflicher Kritiker; Sohn des geistlichen Liederdichters Johann Adolf Schlegel (1721-93), wurde als Göttinger Student Bürger's Freund, der nicht ohne Einfluß auf ihn blieb, als Jenaer Docent Mitarbeiter an Schiller's „Horen“ und dem Musenalmanach, ging 1801 nach Berlin und hielt hier sehr besuchte Vorlesungen über schöne Künste und Literatur. In den Jahren 1804-18 war er „Lebensgenosse“ der Frau von Staël, die er durch die halbe Welt begleitete, und nahm 1818 eine ordentliche Professur an der neu begründeten Universität Bonn an, deren größte Zierde er bis zu seinem Tode gewesen, und wo er sich vorwiegend mit dem Studium der indischen Sprache beschäftigte. Hauptarbeit seines Lebens ist die meisterhafte Uebertragung von sechzehn Shakespeare'schen Dramen. Seine geschiedene Frau Karoline, geborene Michaelis, verwittwete Böhmer, nachmals verehelichte Schelling, interessant durch ihren Briefwechsel, betheiligte sich an der Uebersetzung von „Romeo und Julie“. Mit seinem Bruder Friedrich wurde er der Vorkämpfer für die Romantik.

Germaine de Staël

„Nach Madame de Staël bestimmen politische Institutionen, Vorgänge, Wertmaßstäbe zu bestimmten Zeiten, Gesetze, Religionen, aber auch die geographische Lage und das Klima die Literatur eines Volkes. Sie veröffentlichte 1800 die Schrift De la littérature, in der sie die Idee entwarf, dass die Geschichte einer Literatur nur im Kontext ihres gesellschaftlichen und moralischen Zustands begriffen werden kann. Die französische literarische Öffentlichkeit war damals sehr frankophon, man hielt die französische Literatur für die vollkommenste. Madame de Staël behauptete nun, dass die französische Literatur nur eine unter vielen sei und den Literaturen des Nordens aber der Vorrang gebühre, da sie melancholisch und verträumt, philosophisch und freiheitlich seien. Sie rief die Franzosen auf, sich nicht mehr nur am Vorbild der heidnischen, mediterranen Antike zu orientieren, sondern an der christlich-germanischen Kultur des Mittelalters. Dies wurde als ungeheuerliche Provokation aufgefasst. Madame de Staël erhielt sehr unfreundliche Kritiken. 1803 wurde sie wegen konspirativem Widerstand gegen Napoleon verbannt. Sie nutzte diese Zeit für einen ausgedehnten Deutschlandaufenthalt, wo sie u. a. August Wilhelm Schlegel traf. 1805 reiste Madame de Staël mit Schlegel nach Italien, wo sie Inspiration für ihren Roman Corinne (1807) fand. 1810 erschien ihr heute bekanntestes Werk De l'Allemagne, das aber sofort verboten wurde; Madame de Staël musste abermals ins Exil gehen. In diesem Buch schilderte sie ihre Deutschlandeindrücke und begeisterte sich für die romantische deutsche Literatur, insbesondere für deren Enthusiasmus und Ernsthaftigkeit. Sie resümierte, dass in Deutschland trotz politischer Ohnmacht und überholter gesellschaftlicher Verhältnisse eine moderne Literatur geschaffen wurde, während Frankreich in seiner Nachahmung der Klassik erstarrte. Das Buch erschien einige Jahre später in Frankreich und begeisterte viele junge Leute durch das märchenhafte Bild Deutschlands.“[2]

Zitate

  • „Wenn man das Nibelungenlied, das eine glorreiche Welt darstellt, große Menschen mit einer vaterländischen, männlichen Gesinnung, wenn man ein solches Werk zum ‚Hauptbuch bey der Erziehung der deutschen Jugend‘ macht, dann wird es auch gelingen, kraftvolle Männer zu erziehen und die Einheit des Reiches wieder herzustellen.“

Werke (Auswahl)

  • Ueber dramatische Kunst und Litteratur (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3)
  • Indische Bibliothek (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Vorlesungen über schöne Litteratur und Kunst (PDF-Dateien: [Band 1?], Band 2, Band 3)
  • Poetische Werke (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Blumensträusse italiänischer, spanischer und portugiesischer Poesie (PDF-Datei)
  • Berichtigung einiger Missdeutungen (PDF-Datei)
  • ION, ein Schauspiel (PDF-Datei)
  • Briefwechsel mit seinen Heidelberger Verlegern (PDF-Datei)

Siehe auch

Literatur

  • „August Wilhelm und Friedrich Schlegel.“ In Auswahl hrsg. von Oskar F. Walzel (1897) (PDF-Datei)
  • Karl Alt: „Schiller und die Brüder Schlegel“ (1904) (PDF-Datei)
  • Rudolf Schwill: „August Wilhelm Schlegel über das Theater der Franzosen“ (1898) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Dreihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer“ von Ludwig Bechstein, Karl Theodor Gaedertz, Hugo Bürkner, Leipzig am Sedantage 1890, 5. Auflage (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. Deutsche Romantik von Michael Lausberg, 5. Juli 2016