Flotow, Friedrich von

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Friedrich Freiherr von Flotow (Lebensrune.png 27. April 1812 in Rentendorf in Mecklenburg; Todesrune.png 23. Januar 1883 in Darmstadt) war ein deutscher Opernkomponist.


Zu seinem Wirken heißt es:[1]

Beliebter Opernkomponist; ursprünglich zum Diplomaten bestimmt, doch von der Neigung zur Musik so beherrscht, daß er, um Reicha's Unterricht in der Komposition zu genießen, nach Paris reiste und dort, eine kurze Rückkehr in die Heimath abgerechnet, Jahrelang blieb, mit musikdramatischen Versuchen beschäftigt und durch den schönen Erfolg seines „Schiffbruch der Medusa“ am Renaissancetheater 1839 in der richtigen Wahl seines Lebensberufes bestärkt. Jene Erstlingsoper sollte 1842 auch in Hamburg zu Gehör kommen, ging jedoch beim großen Brande in Flammen auf; Flotow komponirte das Stück auf's neue, gab ihm den Titel „Die Matrosen“ und fand damit großen Beifall. Die Opern „Alessandro Stradella“, zuerst 1844 in Hamburg gegeben, und die lieblichste seiner Schöpfungen „Martha oder der Markt zu Richmond“, erste Aufführung 1847 in Wien, bezeichnen den Gipfel seiner Höhe; namentlich die letztere ist noch jetzt auf unseren Bühnen heimisch. Seine Musik ist sprudelnd, pikant, leicht und durchaus verständlich. Seit 1855 Hoftheaterintendant in Schwerin, wohnte Flotow seit 1863 wieder in Paris, starb aber auf deutscher Erde.


Andernorts heißt es über sein Leben:[2]

Friedrich von Flotow, geboren am 27. April 1812 zu Teutendorf in Mecklenburg, machte seine musikalischen Studien bei Anton Reicha in Paris, wo auch seine ersten Opern aufgeführt wurden. Da er hier jedoch nicht den gehofften Erfolg fand, wahrscheinlich weil er den Franzosen zu deutsch war, kam er nach Deutschland, für das er französisch genug war, um zu gefallen. In der That stellt sich sein Kunstschaffen in seiner ersten in Deutschland, und zwar in Hamburg am 30. Dezember 1844 mit allergrösstem Erfolge gegebenen Oper „Stradella“, als eine glückliche Vermischung deutschen Gemüthreichthums mit französischer Grazie dar. Und da in letzterer Eigenschaft die Franzosen den Deutschen schlechterdings überlegen sind, eine Spieloper aber der graziösen Pinselführung nicht entbehren kann, so darf allerdings sein „Stradella“ als das Muster einer deutschen Spieloper oder, wenn man besser will, der Spieloper eines Deutschen gelten. Leider verblendete den Komponisten der Erfolg so sehr, dass er in seiner am 25. November 1847 aufgeführten Oper „Martha“ der Seichtigkeit und Oberflächlichkeit zu sehr Einlass gewährte. Auch würde sich seine künstlerische Gewissenlosigkeit schlimm gerächt haben, wenn nicht das spannungsvolle, meisterhaft angelegte Textbuch dieser Oper alle Bedenken beim grossen Publikum hätte verstummen machen. Von seinen übrigen Opern wird noch »Indra« zuweilen aufgeführt. Die Wiedererweckungen anderer, wie der Oper „L'ombre (sein Schatten)“ haben sich nicht als erfolgreich erwiesen. Flotow war 1856—1863 Generalintendant der Schweriner Hofoper und starb am 24. Januar 1883 in Darmstadt.


Kurze Einführung in Leben und Werk:[3]

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Aus der Oper „Martha“, Akt II: „Die letzte Rose“
Instrumental für 5 Violoncello


Der Text von Friedrich Wilhelm Riese:
Letzte Rose, wie magst du
so einsam hier blühn?
Deine freundlichen Schwestern
sind längst, schon längst dahin
Keine Blüte haucht Balsam
mit labendem, labendem Duft
keine Blätter mehr flattern
in stürmischer Luft
Warum blühst du so traurig
im Garten allein?
Sollst im Tod mit den Schwestern
mit den Schwestern vereinigt sein
Drum pflück ich, o Rose
vom Stamme, vom Stamme dich ab
Sollst ruhen mir am Herzen
und mit mir, ja mit mir im Grab.
Ouvertüre aus der Oper „Martha“
Staatskapelle Berlin unter Johannes Schüler 1944

Werke (Auswahl)

  • Alessandro Stradella, Oper in 3 Akten (PDF-Datei)
  • Martha oder der Markt zu Richmond, Oper in 4 Akten (PDF-Datei)
  • Martha, fantasia (PDF-Datei)
  • Indra, romantische Oper in drei Aufzügen (PDF-Datei)
  • L'ombre, komische Oper in 3 Akten (PDF-Datei)

Literatur

  • Rosa Svoboda: Friedrich von Flotow's Leben (1892) (PDF-Datei)

Fußnoten

  1. Dreihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer“ von Ludwig Bechstein, Karl Theodor Gaedertz, Hugo Bürkner, Leipzig am Sedantage 1890, 5. Auflage (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. Otto Neitzel: „Der Führer durch die Oper des Theaters der Gegenwart, Text, Musik und Scene erläuternd“, Teil 2, 1890, S. 238 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  3. Ferdinand Gleich: „Characterbilder aus der neuren Geschichte der Tonkunst“, 1863, S. 225ff. (PDF-Datei)
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