Weiß, Wilhelm
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Wilhelm Weiß (* 31. März 1892 in Stadtsteinach; † 24. Februar 1950 in Wasserburg am Inn) war während der Zeit des Nationalsozialismus SA-Obergruppenführer sowie Chefredakteur des Völkischen Beobachters.
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Jugend
Der am 31. März 1892 in Stadtsteinach in Oberfranken geborene trat nach der Absolvierung des Max-Gymnasiums in München 1911 als Fahnenjunker in das 2. bayerische Fußartillerieregiment in Metz ein.
[Bearbeiten] Erster Welt krieg
1913 wurde er Leutnant, und im August 1914 war es Wilhelm Weiß, der in der Minute der Kriegserklärung vom Fort Kronprinz der Festung Metz den ersten Schuss nach Frankreich hinein abgab. Und so war er immer als erster dabei, wenn es um Taten gingen. Den Krieg gegen die Revolte von 1918 eröffnete er ebenfalls als erster am 8. November 1918 als Schwerkriegsbeschädigter Offizier und wurde dafür vom Soldatenrat in Haft genommen. Der Dienst bei der Fußartillerie sagte Wilhelm Weiß nicht zu, er ging schon 1915 zur Fliegerwaffe über. Er wurde Frontflieger, erwarb sich den bayerischen Militärorden und das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse. Ende 1915 wurde er abgeschossen und sehr schwer verletzt. Der Verlust seines linken Beines zertrümmerte seine Hoffnung, wieder als Flieger Dienst tun zu können. Aber selbst als Einbeiniger mit Prothese, tat er noch einmal Staatsdienst an der Front. 1917 wurde er als Oberleutnant wegen seiner großen organisatorischen Begabung in das bayerische Kriegsministerium berufen.
[Bearbeiten] Weimarer Republik
1919 stellte er sich einem Freikorps gegen die Bolschewisten zur Verfügung und wurde 1920 als Hauptmann verabschiedet. Als Hauptschriftleiter der Zeitschrift Heimatland der bayerischen Einwohnerwehr trat er zum ersten Male in Beziehung zur Presse auf und warb in Wort und Schrift für die nationale Erhebung. 1922 fand er den Anschluss an die nationalsozialistische Bewegung, und marschierte auch am 9. November 1923 zur Feldherrnhalle mit, trotz seines künstlichen Beines. Nach der blutigen Niederwerfung der nationalen Erhebung wurde auch Wilhelm Weiß verhaftet. Schon vor dem 9. November hatte Hauptman Weiß am Völkischen Beobachter gearbeitet. Nach dem 9. November wurde dieses Blatt verboten. Wilhelm Weiß schuf der nationalsozialistischen Bewegung ein neues Sprachrohr, indem er den „Völkischen Kurier“ gründete, auch vom zeitungstechnischen Standpunkt aus eine geschickt und modern redigierte Zeitung. 1927 berief ihn Adolf Hitler als Chef vom Dienst an den Widergegründeten Völkischen Beobachter das wachsen dieses Blattes zur seiner Bedeutung, der organisatorische Aufbau, der schließlich in der Gründung der Berliner und norddeutschen Ausgabe des Völkischen Beobachters seine Krönung fand, war nicht zuletzt ein Werk von Wilhelm Weiß. Zu seinem umfangreichen Aufgabengebiet übernahm er noch zeitweise die Schriftleitung des Illustrierten Beobachters, der Brennnessel und die Leitung der Zentralschriftleitung des Parteiverlages. Ein militärischer Karriereschub erfolgte 1930 als er zum SA-Oberführer im Stabe der Obersten SA-Führung (OSAF) ernannt wurde. Gleichzeitig erhielt Weiß die Leitung des Presseamts der SA.
[Bearbeiten] Drittes Reich
Erst 1933 wurde Weiß stellvertretender, und ab 1938 als Nachfolger von Alfred Rosenberg, vollwertiger Chefredakteur des Völkischen Beobachters. Weitere wichtige Funktionen, die er bekleidete, waren von 1934 bis 1945 die Leitung des Reichsverbandes der Deutschen Presse sowie ab März die Mitgliedschaft im Reichstag. Im Februar 1934 zum SA-Gruppenführer befördert, fungierte er ab Juli desselben Jahres als Mitglied des Volksgerichtshofs. 1935 wurde Weiß Mitglied des Reichskultursenats und 1936 Hauptamtsleiter in der Reichsleitung der NSDAP. 1937 erfolgte seine Beförderung zum SA-Obergruppenführer.
[Bearbeiten] Nachkriegszeit
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 wurde Weiß interniert und am 15. Juli 1949 vor einer Münchner Spruchkammer zu 3 Jahren Arbeitslager, dreißigprozentigem Vermögenseinzug und zehn Jahren Berufsverbot verurteilt. Die Internierungshaft wurde dabei auf die Zeitstrafe angerechnet. Wilhelm Weiß starb im Alter von 58 Jahren, bevor die Entscheidung der Spruchkammer rechtskräftig wurde.
