Buren

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Als Buren (Afrikaner, Afrikaaner, Kapholländer oder Weißafrikaner) werden etwa seit Ende des 18. Jahrhunderts große Teile der im täglichen Umgang meist Afrikaans sprechenden europäischen Einwohner der Republik Südafrika und Namibias bezeichnet. Die Bezeichnung Buren leitet sich vom Niederländischen Wort boer für Bauer her. Schwarzafrikaner bezeichnen oftmals alle Weißen in der Republik Südafrika, auch englischsprachige, als Buren. Rund zwei Drittel aller südafrikanischen Weißen sind Afrikaaner. Hiervon zu unterscheiden ist der Stamm der Afrikaner, ein Unterstamm des in der Kapprovinz ansässigen Mischlingsvolkes der Orlam, benannt nach deren Häuptling Jager Afrikaner.

Die Buren stammen von den zumeist niederländischen, aber auch deutsch- und französischsprachigen Siedlern ab, die sich seit 1652 in der Kolonie der Niederländischen Ostindien-Kompanie am Kap der guten Hoffnung niederließen. Seit der Annexion der Kapkolonie durch die Briten zogen sie immer weiter ins Landesinnere und gründeten dort die Burenrepubliken Natalia, Transvaal und Oranje Freistaat. Während Natal schon Mitte des 19. Jahrhunderts britische Kolonie wurde, verloren die beiden letzteren ihre Unabhängigkeit im zweiten Burenkrieg 1899–1902. Teile der burischen Bevölkerung wurden damals in Lagern interniert, für die erstmals der britische Begriff Concentration Camps (Konzentrationslager) benutzt wurde. Andere flohen Richtung Nordwesten durch Botsuana und Namibia bis nach Angola hinauf (sog. Dorslandtrekker).

Die Buren waren bis 1945 vor allem Farmer und Viehzüchter. Viele von ihnen sind evangelische Calvinisten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Besiedlung Südafrikas durch Europäer begann in Kapstadt, und die Stadt wird darum auch heute noch „Mother City” genannt. Nachdem sich die Engländer gegen die Etablierung einer Kolonie am Kap der Guten Hoffnung entschieden hatten, waren es die Holländer, die die strategische und ökonomische Bedeutung des Kaps als erste erkannten. Im Auftrag der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie landete darum der Kaufmann Jan van Riebeeck am 6. April 1652 in der malerischen Bucht am Fuße des Tafelbergs. Begleitet wurde van Riebeeck von 82 Männern und 8 Frauen, darunter auch seiner eigenen. Sie hatten den Auftrag, einen Stützpunkt zu errichten, um die Linien-Schiffe auf ihren langen Segel-Reisen zwischen Europa und Asien mit frischen Lebensmitteln, vor allem Fleisch und Gemüse, zu versorgen. Zu ihrem eigenen Schutz bauten van Riebeecks Leute zunächst das „Fort de Goede Hoop”. Ferner legten sie einen ausgedehnten Garten an und begannen mit dem Anbau von Obst und Gemüse. Den Fleischbedarf versuchte man, durch Handel mit den Eingeborenen zu decken. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts dehnten sich die Siedler am Kap immer weiter Richtung Norden und Richtung Osten aus. Diese Siedlungsbewegungen wurden von den sogenannten Trekburen getragen, weiße Farmer, die auf der Suche nach Weideland für ihr Vieh immer weiter ins Inland vordrangen. Die Trekburen zogen das freie ungebundene Leben im Zelt und Ochsenwagen der reglementierten Existenz im Schutze der städtischen Verwaltungsbehörden vor. Der Preis, den sie dafür zahlen mußten, waren ständige kriegerische Auseinandersetzungen mit den einheimischen Völkern. Zunächst widersetzten sich die Khoikhoi mit Erfolg der Eroberung ihrer angestammten Siedlungs- und Weidegebiete. Seit Ende des Jahrhunderts waren es dann die im Osten siedelnden Xhosa-Völker, die sich den Trekburen entgegenstellten. Besonders im Zuurveld – im östlichen Randbereich der Kolonie, begrenzt durch den Great Fish River – kam es immer wieder zu Scharmützeln. 1779 brach schließlich der erste einer Reihe von heftigen Kriegen mit den Xhosa aus. Auch in den städtischen Gemeinden wuchs die Gefahr der Konfrontation. Hier standen sich die nach politischer Selbstbestimmung strebenden Bürger und eine schwache, korrupte und wirtschaftlich nahezu bankrotte Kolonialverwaltung gegenüber. Die zahllosen Auseinandersetzungen mündeten schließlich in offenem Protest. Die Städter forderten die Unabhängigkeit von der Kolonialverwaltung. In Swellendam und in Graaff-Reinet wurden die ersten Republiken ausgerufen. Ihre Existenz war allerdings nur von kurzer Dauer.

Der Machtkampf zwischen Bürgern und Verwaltung endete mit der Landung britischer Schiffe am Kap und der Übernahme der Kolonie durch das englische Königreich im Jahre 1795. Gründe für diesen Massenexodus waren ökonomische Probleme der Siedler, Bedrohung durch das Xhosa-Volk, das jenseits des Fish Rivers siedelte, und vor allem die Unzufriedenheit mit der englischen Kolonialmacht, die keinen ausreichenden Schutz gewähren konnte, die zudem den Sklavenhandel verboten hatte und die Gleichstellung von Weißen und Nicht-Weißen forderte. Im Grenzgebiet am Fischfluß war es weiterhin zu ständigen Auseinandersetzungen mit den Xhosa gekommen, und die Zentralregierung in Kapstadt war nicht willens und fähig, die Buren im Kampf gegen die Xhosa militärisch wirksam zu unterstützen.

[Bearbeiten] Die Buren

Als Buren (ndl. Boers, Beeren = Bauern) bezeichnet man die Nachfahren der ab 1652 von der Niederländisch-Ostindischen Kompanie (VOC) im Kapland angesiedelten Holländer und Rheinländer. Ab 1806 am Kap unter englische Herrschaft und Machtansprüche geraten, begaben sich 1835 rund 10.000 Buren auf den „Großen Treck” nach Osten und Norden, wo sie die Burenrepubliken Natal, Oranje Freistaat und Transvaal gründeten. Die Buren haben ihre eigene Sprache (Kapholländisch bzw. Afrikaans) und sind überwiegend Calvinisten oder Lutheraner. So oder ähnlich informieren die nüchternen Fakten des Lexikons. Fügen wir hinzu, daß auch alle anderen, die sich mit der britischen Machtübernahme am Kap und den damit verbundenen Steuer- und Abgabenforderungen nicht arrangieren wollten - also auch Franzosen, Portugiesen, Spanier, Italiener, Schotten, Iren und sogar einzelne Engländer - „Buren” waren, so ist die Definition zumindest des Begriffes vollständig. Was indes dahinterstand, greift weitaus tiefer: Eine Schutztruppe für die Selbstverteidigung aufzubauen. Ganz besonders unverständlich für die konservativen Burengemeinden aber war die Haltung der britischen Kolonialregierung gegenüber den schwarzen Einwohnern der Kolonie, die auf den meisten weißen Farmen als Sklaven gehalten wurden. Ab 1833 wurde der Sklavenhandel insgesamt verboten und die weißen Herren durch den „Emancipation Act” aufgefordert, ihre Sklaven gegen Zahlung einer geringen Entschädigung durch den Staat freizulassen. Die Voortrekker waren der Meinung, daß diese britische Politik ihre alte, auf Rassentrennung beruhende Sozialordnung zerstöre und die weiße Vorherrschaft, die sie als von Gott gewollt ansahen, unterliefe. Im Widerstand gegen die Politik der Kap-Regierung formierte sich der Große Trek. 1835 setzten sich die ersten Gruppen in Bewegung. Unter der Führung von Louis Trichardt und Hans van Rensburg erschlossen sie den Norden des heutigen Mpumalanga. Weitere Gruppen unter Führung von Andries H. Potgieter, Gert Maritz und Piet Retief folgten. Im Gebiet um ThabaNchu, im späteren „Oranje Freistaat” gelegen, entstand ein großes Burenlager, in dem schließlich an die 5.000 Voortrekker versammelt waren. Sie hatten das Ziel, Siedlungsgebiete und Weideland in Natal zu erwerben. Zu diesem Zweck mußte mit dem Zulukönig Dingane verhandelt werden. In den Verhandlungen einigte man sich darauf, daß große Gebiete in Zentral- und Südnatal den Buren überlassen werden sollten. Doch als die Delegation unter Führung von Piet Retief nach Abschluß der Gespräche abreisen wollte, wurde sie von den Zulus in einen Hinterhalt gelockt und ermordet. Anschließend fielen die Zulu-Krieger über die Gruppe der Voortrekker her, die am Fuße der Drakensberge ihr Lager aufgeschlagen hatte und auf die Rückkehr ihrer Anführer wartete. Die Zulus töteten 500 Menschen und stahlen fast das gesamte Vieh. Die Voortrekker, durch den Tod ihres zweiten Anführers Gert Maritz und durch innere Streitigkeiten zerrieben, waren am Ende ihrer Kräfte. Erst ihrem neu gewählten Anführer Andries Pretorius gelang es, die Gruppe wieder neu zu formieren und zum Vergeltungsschlag gegen den Zulukönig auszuholen. Am 16. Dezember 1838 wurden die Zulus in der historischen „Schlacht am Bloodriver” vernichtend geschlagen. Jetzt stand der Gründung der ersten Burenrepublik in Natal mit der Hauptstadt Pietermaritzburg nichts mehr im Wege. Doch auch dieser Republik war keine lange Lebensdauer beschieden.

Schon 1842 besetzten britische Truppen Port Natal, das heutige Durban, und annektierten das Hinterland als Kronkolonie. Die Voortrekker zogen sich hinter die Drakensberge zurück.

[Bearbeiten] Das Volk der Xhosa

Zur Zeit der weißen Besiedlung am Kap lebten Xhosa-Gruppen in dem weit ins Inland reichenden Gebiet zwischen Bushmans River und Kei River. Seit ungefähr 1770 waren diese Gruppen mit den von Westen heranziehenden Trekburen konfrontiert. Sowohl Buren als auch Xhosa waren Viehzüchter. Die Konkurrenz um das Weideland führte zu ersten Streitigkeiten zwischen beiden Volksgruppen, die schließlich in eine Reihe von Kriegen mündeten.

Die Politik der Kolonialregierung war zunächst auf das Ziel einer Trennung der Siedlungsgebiete von Weißen und Schwarzen ausgerichtet, wobei der Fish-River als Grenzfluß dienen sollte. Je mehr sich die Kolonie jedoch zu einem modernen Staatsgebilde mit einem militärischem Machtapparat entwickelte, desto stärker wurde von den Weißen eine Politik der Annexion von Land und eine Unterwerfung der schwarzen Bevölkerung betrieben. Mitte des 19. Jahrhunderts war das gesamte ehemals von den Xhosa besiedelte Gebiet in der Hand von weißen Siedlern.

Mit der Bildung der Südafrikanischen Union im Jahre 1910 schlossen sich die englische Kolonie und die unabhängigen Burenrepubliken zusammen. Es wurde ein moderner „demokratischer” Staat begründet, in dem allerdings nur die weiße Bevölkerung das Recht auf freie Wahlen ausüben konnte. Gegenüber den Schwarzen wurde weiterhin eine Politik der Ausgrenzung betrieben.

Mit dem Eingeborenenland-Gesetz von 1913 wurden zunächst 7,5 %, später 13 % der Fläche Südafrikas zu Reservationen für Schwarze erklärt. Hier durfte kein Weißer mehr Land erwerben, umgekehrt durfte allerdings auch kein Schwarzer in den restlichen 87 % der Union einen Landkauf tätigen. Damit waren die Grundlagen für die unheilvolle Politik der Apartheid geschaffen.

In den 60er Jahren wurden die Siedlungsgebiete der Schwarzen zu autonomen Homelands erklärt. Für das Volk der Xhosa waren dies die Homelands Ciskei und Transkei. Erst nach den ersten wirklich freien Wahlen Südafrikas im Jahre 1994 wurden die Homelands aufgelöst und in die neuen Verwaltungszonen integriert.

[Bearbeiten] Das Königreich der Zulus

Am Ende des 18. Jahrhunderts bildeten sich überall im südlichen Afrika aus losen Stammesverbänden größere Volksgemeinschaften. Dieser Prozeß verlief keineswegs friedlich, sondern war Ergebnis langwieriger Kriege. Auch die Entwicklung des Königreichs der Zulus fiel in diese Zeit. Durch ein kaum vorstellbares Maß an Grausamkeit und Gewalt erlangte der berüchtigte Zulu-Krieger Shaka die Oberherrschaft über verschiedene Zulu-Clans. Systematisch dehnte er seinen Machtbereich immer weiter aus. Shakas Krieger fielen in die Zulu-Dörfer ein und brannten sie nieder. Frauen und Kinder wurden aufgespießt, junge Männer eingezogen, die Häuptlinge gefoltert und zur Loyalität gezwungen.

Shaka war der illegitime Sohn des Zuluhäuptlings Senzangakhona und der jungen Nandi, einer Angehörigen aus dem Langeni Clan. Als junger Mann trat er der Armee von Dingiswayo bei und stieg bald zum obersten Heeresführer auf. Mit Dingiswayos Hilfe erlangte er die Oberherrschaft über den Zulu-Clan, wobei er seinen Machtanspruch mit furchtbarer Grausamkeit und Brutalität gegenüber seinen Gegnern durchsetzte.

Unter Shaka dehnte sich der Einflußbereich der Zulus erheblich aus. Alle Clans hatten sich einem einzigen Oberhaupt unterzuordnen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Shaka das mächtigste Königreich im gesamten südlichen Afrika geschaffen. Gegen Ende seiner Herrschaft wandte Shaka seine Macht noch zerstörerischer an. Er hetzte seine Armee von einem Kampf in den nächsten, und die Grausamkeiten gegenüber seinen Feinden nahmen an Schärfe zu. Schließlich fiel Shaka 1828 einem Attentat seines Halbbruders Dingane zum Opfer.

Für das südliche Afrika ging mit Shakas Tod ein unumkehrbarer Prozeß der Neustrukturierung zu Ende. Tausende von Menschen waren auf der Flucht gewesen, überall hatte es Kämpfe zwischen Flüchtlingen und Siedelnden gegeben, überall waren daraus neue Gruppierungen entstanden. Am Ende dieser Periode waren die kleinen verstreuten Häuptlingssiedlungen verschwunden, ersetzt durch größere Gemeinschaften, die allein aus Sicherheits- und Verteidigungsgründen zusammengewachsen waren.

[Bearbeiten] Die Schlacht am Blood River

Nachdem die Voortrekker vergeblich mit den Zulus um Siedlung- und Weideland verhandelt hatten und dabei mehreren katastrophalen Überfällen ausgesetzt waren, formierten sie sich im Jahre 1838 neu zur entscheidenden Schlacht.

Am 16. Dezember siegten 464 Buren unter dem Kommando von Andries Pretorius über etwa 10.000 Zulu-Krieger. Die tief religiösen Buren schrieben diesen Sieg allerdings nicht ihrer überlegenen Waffentechnik zu, sondern sahen darin vor allem ein Zeichen Gottes. Von nun an fühlten sie sich noch mehr bestärkt in ihrem Glauben, daß die Vorherrschaft der Weißen gegenüber den Schwarzen eine gottgewollte Ordnung repräsentiere.

Das Monument am Blood River soll an die historische Schlacht der Voortrekker gegen die Zulus erinnern, die letztlich den Untergang des autonomen Zulu-Königreiches einleitete. Die aufwendige, in Bronze gegossene Wagenburg in den stillen Weiten einer ausgedehnten Flußebene ist eine sehr eindrucksvolle Gedenkstätte und regt dazu an, die schrecklichen Ereignisse von 1836 in der Phantasie lebendig werden zu lassen. Das Monument erinnert nur an die Heldentaten der weißen Siedler, eine Gedenktafel für die gefallenen Zulus findet man nicht.

Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama erreichte die Bucht des heutigen Durban Weihnachten 1497. Er nannte sie „Rio de Natal”, Weihnachtsfluß. Seitdem wurde die Bucht immer mal wieder von Seefahrern und Kaufleuten angesteuert, aber erst 1823 entstand hier eine richtige Siedlung: „Port Natal”. 1835 erhielt der Ort den Namen Durban, nach dem damaligen Gouverneur der Kap-Kolonie, Sir Benjamin Durban. Das Leben in der kleinen Hafenstadt war geprägt von Unsicherheit. Die Zulus betrachteten Natal als ihr Stammesgebiet und duldeten die weißen Siedler nur, weil die Stadt ihnen als Handelsplatz von Nutzen war.

Als 1838 die Voortrekker nach Natal kamen und heftige kriegerische Auseinandersetzungen mit den Zulus an der Tagesordnung waren, war auch Durban immer wieder von Überfällen bedroht. Nach der Unterwerfung der Zulus in der Schlacht am Bloodriver kehrte für einige Zeit Ruhe ein. Doch alsbald begannen Voortrekker und Briten, um die Vorherrschaft in Natal zu streiten. Die teils mit großer Härte geführten Auseinandersetzungen konnten die Briten schließlich für sich entscheiden. 1844 wurde Natal britische Kronkolonie. Die Voortrekker zogen sich zurück. 1879 erhoben die Briten Ansprüche auf das gesamte Zululand und stellten dem Zulukönig Cetshwayo ein praktisch unannehmbares Ultimatum. Der sich anschliessende Anglo-Zulu Krieg war für Briten zunächst sehr verlustreich. Besonders katastrophal war die Schlacht am Isandlwana Berg am 22. Januar 1879. Rund 20.000 Zulu-Krieger überrannten hier das Lager der British Army. Trotz überlegener Bewaffnung waren die Engländer der Wucht des Angriffs nicht gewachsen. Viele bedeckten ihr Gesicht mit den Händen und warteten, bis sie niedergestochen wurden, andere verkrochen sich in ihre Zelte oder versuchten zu flüchten. Fast 2.000 Soldaten wurden von den wütenden Zulus in wenigen Stunden niedergemetzelt. Dieser Sieg des Zulu-Königs wirkte zunächst wie ein Schock. Doch die Engländer entschlossen sich, weitere Truppen ins Land zu bringen. Der Anglo-Zulu Krieg ging weiter und endete – nach zahlreichen weiteren verlustreichen Kämpfen – 1887 mit dem Sieg der Engländer. Kwazulu wurde von Natal annektiert. Die nördliche Grenze markierte der Tugela River.

Wenn es je eine Verkörperung der burischen Weltanschauung gab, dann ist sie in der Gestalt des Paul Kruger (oder Paulus) zu finden. Seine Anhänger nannten ihn liebevoll „Ohm” (Onkel) Kruger, und sie bewunderten ihn vor allem wegen seiner unbeugsam ablehnenden Haltung gegenüber allem, was sich zwischen Kairo und Kap britisch nannte - auch wenn die Gegenseite Angebote zur Kooperation, egal ob maßvoll oder anmaßend, unterbreitete.

Zusammen mit seinem großen Kontrahenten, dem Briten Cecil Rhodes, hat er die Geschicke des Landes über ein halbes Jahrhundert hinweg bestimmt. Paul Kruger wurde am 10. Oktober 1825 in Vaalbank in der Kapkolonie geboren. Er gehörte zur vierten Generation aus Berlin stammender Einwanderer, deren Stammvater Jacobus Krüger 1713 als gemeiner Soldat der VOC nach Kapstadt gekommen war. Die Krugers (ursprünglich Krüger oder Kröger) waren strenge Calvinisten und davon überzeugt, daß Gott sie dazu ausersehen habe, das Land den „Kaffern” zu entreißen und zu bebauen. In den 1830er Jahren schlossen sie sich dem „Großen Treck” vom Kap in Richtung Norden an. Paul Kruger nahm daran als Junge teil, und er machte dabei Erfahrungen, die sein Leben unabänderlich prägen sollten. 1848 traf der Treck im westlichen Transvaal ein; im heutigen Krugersdorp westlich von Johannesburg ließen die Buren sich nieder. 16 Jahre später übernahm Paul Kruger, der sich schon beim Treck als mutiger Kämpfer hervorgetan hatte, die Führung der Burenarmee Transvaals, 1881 auch des Oranje-Freistaats. 1883 schließlich wurde er Präsident von Transvaal; er war zu diesem Zeitpunkt 56 Jahre alt.

Als 1886, im dritten Jahr von Krugers Präsidentschaft, am Witwatersrand Gold gefunden wurde - auf dem Hoheitsgebiet der Republik Transvaal -, waren erneut die Briten auf den Plan gerufen, namentlich in der Person des Abenteurers, Diamantenhändlers und Koloniengründers Cecil Rhodes. Als dieser 1890 Premier der britischen Kapkolonie wurde, erklärte er die Einverleibung der Burenrepubliken in das britische Weltreich offen zum Ziel. Da Kruger sich jedoch weiterhin geschickt zu wehren wußte, versuchte Rhodes es mit einer List: Schon seit Jahren hatte er nichtburische Goldschürfer und Glückssucher angestachelt, zum Witwatersrand zu ziehen, und nun forderte er für die Arbeiter das Recht, bei Wahlen in Transvaal mitzustimmen. Als Kruger, dem alle Uitlanders (Ausländer) zutiefst verhaßt waren, sich weiter taub stellte, inszenierte Rhodes einen Aufstand der Minenarbeiter, den sog. Jameson-Raid des Jahres 1895. Die Operation mißlang jedoch kläglich: Kruger ließ die meisten Uitlanders festnehmen oder töten. Die Situation eskalierte weiter. Der deutsche Kaiser Wilhelm II., der wie die Briten auf Kolonien in Afrika schielte, gratulierte Kruger in der sog. „Kruger-Depesche”; die Briten allerdings verstärkten ihre Truppen an den Grenzen der Burenstaaten und zettelten eine beispiellose internationale Anti-Burenkampagne an. Kruger forderte darauf am 9. Oktober 1899 die britische Gesandtschaft ultimativ dazu auf, die Truppen binnen 48 Stunden zurückzuziehen. Als keine Reaktion erfolgte, erklärte er Großbritannien am 11. Oktober 1899 den Krieg. So begann der verheerende Burenkrieg (1899-1902), der sich bald über das ganze Land ausdehnen sollte.

Während auf der Seite der Buren rund 52.000 Soldaten kämpften, stand auf Seiten der Engländer eine Übermacht von 450.000 Mann. Zwar konnten die Buren anfangs einige spektakuläre Erfolge erzielen, doch bald wendete sich das Blatt.

Als sich schon im ersten Jahr die Niederlage der burischen Verbände abzeichnete, reiste Kruger nach Europa, u.a. um Kaiser Wilhelm um Unterstützung zu bitten. Doch der in Europa eigentlich populäre Burenpräsident stieß auf taube Ohren: Weder das Kaiserreich noch die anderen europäischen Nationen waren bereit, um der burischen Sache willen eine Konfrontation mit Großbritannien zu riskieren. Kruger war darüber so verbittert, daß er nicht wieder nach Südafrika zurückkehrte. »Ich vermag mir Transvaal in englischen Händen nicht vorzustellen«, so schrieb er, »wie sollte ich es mir dann ansehen können?« Er verstarb 1904 in der Schweiz, zwei Jahre nach dem Tod von Cecil Rhodes.

Am 13. März 1900 wurde Bloomfontein besetzt, am 24. Mai der Oranje Freistaat zum britischen Territorium erklärt. Kurz darauf fielen Johannesburg und Pretoria, und am 1. September wurde Transvaal als britische Kolonie annektiert.

Die Buren begannen nun einen für alle Beteiligten zermürbenden Guerillakrieg, auf den die Engländer unter General Lord Kitchener bald mit unglaublicher Härte und Brutalität reagierten. Systematisch wurden die Burenkommandos gejagt. Die Farmen in den Guerillagebieten wurden erbarmungslos niedergebrannt, die Felder verwüstet und die Ernten vernichtet. Die heimat- und mittellos gewordenen Frauen und Kinder wurden in riesige Konzentrationslager gesteckt, in denen katastrophale Lebensbedingungen herrschten. Insgesamt starben mehr als 27.000 Frauen und Kinder an Hunger, Entkräftung und Krankheit.

Schließlich wurde den Buren klar, daß jeder weitere Widerstand nur sinnlose Opfer bringen würde, und man begann, Friedensverhandlungen aufzunehmen. Am 31. Mai 1902 wurde der Friedensvertrag unterschrieben. Die beiden Burenrepubliken wurden nun endgültig britische Kronkolonien.

[Bearbeiten] Südafrika in der Ära der Apartheid

Die Politik der konsequenten Rassentrennung wurde nach Gründung der Südafrikanischen Union im Jahre 1910 durch ein Bündel von Gesetzen eingeleitet, die alle die Rechte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit immer weiter beschnitten. Der „Mines and Works Act” von 1911 verpflichtete Schwarze zum Beispiel, ausschließlich niedere Arbeiten zu verrichten und garantierte damit die Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte. Der „Native Land Act” von 1913 erklärte 7,3 % der Fläche Südafrikas zu Reservationen für Schwarze und verbot ihnen, außerhalb dieser Gebiete Land zu erwerben.

Da es – auf Grund des fehlenden Wahlrechts und eines generellen Streikverbotes für Nicht-Weisse – keinerlei Möglichkeiten für politischen Protest gab, wurde der African National Congress (ANC) sowie weitere Widerstandsbewegungen gegründet. Sie waren alle zunächst schlecht organisiert und wenig effektiv. Die weißen Regierungen konnten darum ihre Politik der Rassentrennung mehr oder weniger unbehelligt fortsetzen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärften sich die Konflikte, und es gab zahlreiche wilde Streiks schwarzer Arbeiter. Die verunsicherten Weißen verhalfen daraufhin der rechtskonservativen National Party unter Dr. D.F. Malan, der drastische Massnahmen gegen die „schwarze Gefahr” garantiert hatte, zu einem überwältigenden Wahlsieg. Malan prägte den Begriff der Apartheid und leitete die konsequente Umsetzung dieser unheilvollen Politik ein. Jetzt ging es nicht mehr „nur” um eine ökonomisch begründete Trennung der Rassen, sondern zunehmend wurde auch die Privatsphäre der nicht-weißen Menschen reglementiert und kontrolliert. Ehen zwischen verschiedenen Rassen wurden verboten. In allen öffentlichen Einrichtungen, Behörden, Verkehrsmitteln und sogar auf den Toiletten wurde die Rassentrennung eingeführt.

Nachfolger von D.F. Malan wurde im Jahre 1954 J.G. Strijdom, der die Apartheidsgesetzgebung weiter verschärfte. Ihm folgte 1958 Dr. H.F. Verwoerd, ein brillianter Intellektueller, der die Ideologie der getrennten Rassenentwicklung verfeinerte und theoretisch untermauerte. Unter seiner Verantwortung wurde in den schwarzen Reservationen eine begrenzte Selbstverwaltung eingeführt, und so entstanden die quasi-autonomen Homelands wie die Transkei, Ciskei, Bophuthatswana, Venda und KwaZulu. Der südafrikanische Staat versuchte auf diese Weise, sich der Verantwortung für die ökonomischen und sozialen Probleme in den Reservationen zu entledigen.

Nelson Mandela mit seinen Freunden

Mittlerweile hatte sich allerdings der schwarze Widerstand unter Führung des ANC organisiert. Massenhafte Proteste veranlaßten darum die Regierung, sämtliche oppositionellen Gruppen zu verbieten. Das Verbot blieb jedoch wirkungslos. Die Widerstandsorganisationen militarisierten sich und arbeiteten aus dem Untergrund weiter. Als 1976 in Soweto (eine Abkürzung für SOuth WEst TOwnship, Südwest-Stadtteil) eine Demonstration tausender Schüler brutal niedergeschossen wurde, griffen die Unruhen auf das ganze Land über. Der ANC militarisierte seinen Kampf (auch durch Unterstützung der Kommunisten), und Südafrika entwickelte sich mehr und mehr zum Polizeistaat. Es dauerte jedoch noch bis zum Jahre 1989, als der letzte Präsident des alten Südafrikas, Frederik Willem de Klerk, das Scheitern der Apartheidspolitik endgültig öffentlich eingestand. Auch der – nach vielen Jahren Handelsembargo – desolate Zustand der Wirtschaft (wobei sämtliche umliegenden und mittlerweile nominell von Schwarzen regierten Länder im südlichen Afrika wesentlich ärmer dastanden) war Grund für den Zusammenbruch. Der Weg für die ersten allgemeinen Wahlen in Südafrika war damit frei. In der heutigen Republik Südafrika regieren seit fast 20 Jahren ebenfalls die Schwarzen unter weitgehender Stammesmonopolherrschaft der Xhosas, die die Majorität in der Staatspartei des ANC bilden. Geändert hat sich extrem wenig zum Vorteil des südlichen Afrikas, das Elend in den Townships wuchs noch an, die Kriminalitätsrate in den urbanen Bereichen Südafrikas übertrifft mittlerweile die von Chicago zu Al Capones Zeiten und ein Ende des weiteren steilen Abfalls ins landesweite Elend ist weder abzusehen, noch realistisch zu erwarten. Wohingegen die Landschaft eine der Schönsten der Erde ist und der alte Werbespruch der South African Airways (SAA), den sich schon die Apartheids-Republik Südafrika zueigen gemacht hatte, immer noch gilt: „One World in One Country” - Die gesamte Welt in (diesem) einen Land!

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