Telefon

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Ein Telefon ist ein Kommunikationsmittel zur Übermittlung von Tönen und Sprache mittels elektrischer Signale. Auch gebräuchlich sind die Bezeichnungen Fernsprecher oder Fernsprechapparat (FeAp). Der Begriff stammt aus dem Griechischen, wobei „tele“ die Bedeutung von „fern, weit“ hat und „phone“ die Bedeutung von „Stimme“.
Das Telefon besteht aus einer Sprechkapsel und einer Hörkapsel, die beide normalerweise im Hörer untergebracht sind und eine feste Einheit bilden. Bei Standardtelefonen ist das Auflegen des Hörers unmittelbar mit der Ein- bzw. Ausschaltfunktion gekoppelt. Darüber hinaus umfaßt ein Telefon einen Nummernschalter bzw. die Wähltastatur für die Rufnummernwahl, einige Tasten für Sonderfunktionen, andere für Service-Funktionen.[1]

Wirkungsweise

Telefonapparat Bauteile 1972
Telefonapparat Schaltung

Das einfachst denkbare Telefon besteht aus einem Mikrofon (Sprechkapsel), das mit einem Lautsprecher (Hörmuschel) in Reihe geschaltet ist. Der Schalter ist zum Auflegen da. Parallel zu der Reihenschaltung aus Sprechkapsel, Hörmuschel und Nummernschalter ist ein Wecker in Reihe mit einem Kondensator geschaltet, welcher dafür sorgt, daß nur dann, wenn die Klingelwechselspannung anliegt, der Wecker anspringt. Zum Wählen wird noch ein Nummernschalter benötigt, der mit einer Frequenz von 10 Hz die Leitung unterbricht. Das Netz ist mit Gleichspannung aus der Vermittlungsstelle gespeist, bei abgehobenem Hörer beträgt diese ca. 40 V. Die Schallschwingungen werden durch das Mikrofon in Schwankungen der elektrischen Spannung umgesetzt, welche wiederum am anderen Ende der Leitung durch den Lautsprecher in Schallschwingungen umgewandelt werden. Im analogen Telefonnetz werden alle Frequenzen zwischen ca. 300 Hz und 3400 Hz übertragen. Wenn ein Anruf kommt, wird eine Wechselspannung von 65 V, 25 Hz angelegt, die die Telefonklingel ertönen läßt.

Geschichte

Telefon von Philipp Reis 1863

Am 26. Oktober 1861 hielt der Friedrichsdorfer Lehrer Philipp Reis vor den Mitgliedern des Physikalischen Vereins in Frankfurt einen Vortrag und führte das von ihm entwickelte Telefon vor. Das war die Geburtsstunde des Telefons in Deutschland und der Welt. Damals unterrichtete Philipp Reis am bekannten Knaben-Institut Garnier in Friedrichsdorf Sprachen und Naturwissenschaften und hatte daneben, besessen von der Idee, Sprache in die Ferne zu übertragen, einen Apparat, den er Telefon nannte, konstruiert.

Über die Erfindung des Telefons berichtet Reis in seinem Lebenslauf:

„Durch meinen Physikunterricht dazu veranlaßt, griff ich im Jahre 1860 eine schon früher begonnene Arbeit über die Gehörwerkzeuge wieder auf und hatte bald die Freude, meine Mühen durch Erfolg belohnt zu sehen, indem es mir gelang, einen Apparat zu erfinden, durch welchen es möglich wird, die Funktionen der Gehörwerkzeuge klar und anschaulich zu machen, mit welchen man aber auch Töne aller Art durch den galvanischen Strom in beliebiger Entfernung reproduzieren kann. - Ich nannte das Instrument ‚Telefon‘.“

Reis versuchte selbst, sein Telefon auf den Markt zu bringen. Die Apparate wurden in alle Welt verschickt und dienten als Experimentierobjekte oder wurden in bestehende wissenschaftliche Sammlungen aufgenommen. Schon zwei Jahre nach dem Tod von Philipp Reis – am 14. Februar 1875 – reichte der Amerikaner Graham Bell ein Patent auf das von ihm entwickelte Telefon ein. Nach seinem eigenen Eingeständnis hat er aber die Arbeiten von Philipp Reis zumindest teilweise gekannt und sie verbessert. Nun erinnerte man sich auch in Deutschland wieder an die Versuche und Telefonvorführungen von Philipp Reis, die man seinerzeit nicht ernst genug genommen hatte, und bekannte Wissenschaftler setzten sich dafür ein, daß auch Philipp Reis als Erfinder des Telefons genannt wird. [2]

Siehe auch

Literatur

  • Dietrich Arbenz: Vom Trommelwähler zu Optiset E: Die Geschichte der drahtgebundenen Telefone für die Wählnebenstellenanlagen von Siemens. Utz (17. September 2009), ISBN 383160908X

Verweise

Fußnoten

  1. Telefon-Lexikon, itwissen.info
  2. Philipp Reis, friedrichsdorf.de