Schaper, Friedrich

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Hugo Wilhelm Friedrich [Fritz] Schaper (Lebensrune.png 31. Juli 1841 in Alsleben an der Saale; Todesrune.png 29. November 1919 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer. Neben einer Denkmalgruppe für die Berliner Siegesallee schuf er für Breslau, Fehrbellin und Pillau jeweils ein Standbild des Großen Kurfürsten und darüber hinaus das Giebelrelief am deutschen Reichstagsgebäude über der Inschrift „Dem deutschen Volke“. Er gehörte auch zu den Unterzeichnern des Aufrufs „An die Kulturwelt“ vom 4. Oktober 1914 nach der englischen Kriegserklärung gegen Deutschland.

Viele seiner Werke wurden nach dem Zusammenbruch 1945 zerstört, um das kollektive Gedächtnis des deutschen Volkes auszulöschen.

Leben

Als Waisenkind kam er in die Pflege der Familie des Grafen Kielmannsegg. Er zog dann nach Halle und begann eine Steinmetzausbildung. Seit 1859 war er an der Akademie der Künste in Berlin tätig und machte sich dort mit einer eigenen Werkstatt im Jahr 1867 im Alter von 26 Jahren selbständig. Ein besonderes Novalis-Bildnis stellt dessen Büste dar, die Fritz Schaper zum 100. Geburtstag des Dichters 1872 geschaffen hat. Als Grabmal des Dichters steht sie im Stadtpark von Weißenfels, dem einstigen Nikolaifriedhof.


Quelle
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Fritz Schaper ist einer der jüngsten, aber auch begabtesten unserer deutschen Bildhauer. Er ist am 31. Juli 1841 zu Alsleben geboren. Schon in seinem sechzehnten Lebensjahre hatte er sich für den Lebensberuf entschieden, dem er zunächst bei einem Steinmetz in Halle, sodann aus der Kunstakademie in Berlin und schließlich im Atelier Albert Wolff's oblag. Aber der Schüler begann frühzeitig aus den Bahnen herauszutreten, die der Lehrer nach dem Vorbilde Rauch's vorgezeichnet und selbst mit entschiedenem Glück betreten hatte. Schaper hatte von Anbeginn seiner künstlerischen Thätigkeit die Absicht, mit den Traditionen des monumentalen Stils und jener Plastik zu brechen, die ein Erbe Rauch's war, und die glückliche Mitte zwischen dem erfeinerten Realismus dieses Meisters und jenem etwas classisch angehauchten Idealismus innezuhalten, der gerade hier in Berlin noch seine besten Vertreter hat. Siegreich wie ein junger Held wandelte unser Künstler seine selbstgeschaffene Bahn. Schon seine erste selbständige Arbeit, eine aus zwei sitzenden Figuren bestehende Gruppe, „Bacchus, die verlassene Ariadne tröstend“ (im Privatbesitz zu Halle a. S.), zeigte im Keime sein Streben, das monumentale Schema im Sinne der neuen erfolgreichen Richtung umzugestalten. Bereits im nächsten Jahre — 1867 — erhielt er in der Concurrenz um das Uhlanddenkmal in Tübingen den ersten Preis, aber die Ausführung wurde nicht ihm, sondern dem Dresdener Bildhauer Kietz übertragen.

Der Künstler wurde nun bald mit den verschiedensten Aufträgen überhäuft — Grab- und Kriegerdenkmäler nahmen seine Thätigkeit vollaus in Anspruch — bis ihm die ehrenvolle Aufgabe zu Theil ward, das Berliner Goethedenkmal zu meißeln, ein Werk, an dem er nahezu, fünfzehn Jahre unermüdlich und unverdrossen gearbeitet und das nun zu herrlicher Vollendung erstanden ist.

Inzwischen beendete Schaper noch manches bedeutende Werk, so vor Allem das Denkmal des Fürsten Bismarck in Köln, das Standbild des Mathematikers Gauß in Braunschweig und die Statue eines altdeutschen Landsknechts, der gegenwärtig die Krönung eines in gothischem Stile ausgeführten Hallenser Brunnens bildet.

Auch aus der Concurrenz um das Lessingdenkmal in Hamburg ist Schaper als Sieger hervorgegangen und mit der Ausführung betraut worden. Einen zweiten Preis erhielt der glückliche Künstler bei der Concurrenz um eine Victoria für die zukünftige preußische Ruhmeshalle, zugleich aber auch — da der erste Preis überhaupt nicht vertheilt wurde — den Auftrag, einen neuen Entwurf nach dem traditionellen Schema anzufertigen, da der seinige, von dem Rauch'schen Typus abweichend, eine sitzende Victoria, mit der Rechten den Lorbeerkranz emporhaltend. mit der Linken Palme und Schwert umfassend, darstellte, eine seiner originellsten Schöpfungen, der man aber eben wegen ihrer Eigenart den ersten Preis nicht zuzuerkennen wagte.

Fritz Schaper steht jetzt im neununddreißigsten Jahre, in der Akme seines Lebens, und darf bereits auf Erfolge zurückblicken, die ausreichen, um ein ganzes künstlerisches Erdenwallen zu schmücken. Das Berliner Goethedenkmal ist seine bedeutendste Schöpfung — nach ihr darf man von dem reichbegabten Künstler das Beste und Schönste hoffen!

Quelle: Westermann's illustrierte deutsche Monatshefte, Band 48, Juli 1880-Dezember 1880, S. 786f. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!


Im Jahre 1880 wurde er Mitglied der Akademie der Künste, im selben Jahr wurde sein Goethe-Denkmal im Berliner Tiergarten eingeweiht. 1881 wurde er Senatsmitglied. Am 31. Oktober 1889 wurde das von Fritz Schaper geschaffene Lutherdenkmal auf dem Erfurter Anger an der Südseite der Kaufmannskirche festlich eingeweiht.


Einführung in Leben und Werk:[1]

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Der Giebel des Reichstagsgebäudes
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Verweise

Fußnoten

  1. Nord und Süd, eine deutsche Monatsschrift, Band 48, 1889, S. 313ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!