Hellmann, Gustav

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Geheimrat (seit 1907) Prof. Dr. Hellmann; 1879 Assistent am Preußischen Meteorologischen Institut am Schinkelplatz Berlin, 1907–1922 Direktor ebenda, 1886–1922 o. Professor für Meteorologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Von 1892 bis 1907 war er zusammen mit Julius von Hann Herausgeber der „Meteorologischen Zeitschrift“.

Gustav Johannes Georg Hellmann (auch: Johann Georg Gustav; Lebensrune.png 3. Juli 1854 in Löwen; Todesrune.png 21. Februar 1939 in Berlin) war ein deutscher Meteorologe und klassischer Klimatologe. Er war ein Unterzeichner des Aufrufs an die Kulturwelt am Beginn des Ersten Weltkrieges gegen Deutschland.

Werdegang

Hellmann-Medaille (Reichswetterdienst, Luftwaffe)

Gustav Hellmann studierte ab 1872 in Breslau, Berlin und Göttingen, promovierte 1875 und machte zwischen 1875 und 1878 Studienreisen in Süd- und Westeuropa. Er arbeitete dann am Physikalischen Zentralobservatorium in Petersburg, 1879 am Meteorologischen Institut an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, wo er 1886 Professor wurde. Nach seiner dortigen Tätigkeit erfolgte 1891 die Herausgabe der „Abhandlungen zum Klima von Berlin“.

Von 1901 bis 1903 war er Vorsitzender der „Gesellschaft für Erdkunde“ in Berlin und Direktor am „Preußischen Meteorologischen Institut“ am Schinkelplatz, darüber hinaus seit dem 9. November 1911 (bestätigt am 2. Dezember 1911) Ordentliches Mitglied der „Preußischen Akademie der Wissenschaften“. 1921 veröffentlichte er erstmals einen „Klimaatlas von Deutschland“. Er führte neue Meßgeräte in der Klimaforschung ein, z. B. den zur Niederschlagsbestimmung nach ihm benannten Hellmann-Regenmesser.

Neue Deutsche Biographie

Nach dem Studium in Breslau, Berlin und Göttingen, wo H. bereits 1875 mit einer meteorologischen Dissertation promoviert wurde, und Studienreisen in verschiedenen Teilen Europas, besonders in Spanien, und einem längeren Aufenthalt in Petersburg trat er 1879 als Assistent in das Preußische Meteorologische Institut in Berlin ein. 1886 wurde er Abteilungs-Vorsteher dieses Instituts, dem er 43 Jahre angehörte. 1907 folgte er W. von Bezold unter Ernennung zum Geheimrat im Direktorat, 1886 wurde er außerdem als Professor für Meteorologie an die Universität Berlin berufen. – H. zählt zu den hervorragendsten Vertretern der klassischen Klimatologie und zu den Pionieren der Meteorologie. Seine wissenschaftliche und organisatorische Begabung verschaffte dem Preußische Meteorologischen Institut internationales Ansehen. H.s Hauptarbeit galt zunächst den Niederschlagsverhältnissen. Der von ihm entwickelte Regen- und Schreibregenmesser wird unverändert heute noch im Wetterdienst verwendet. Der unter schwierigen Umständen 1921 veröffentlichte „Klimaatlas von Deutschland“ stellt eine richtungweisende und erstmalige Publikation zur Klimakunde dar. H.s Veröffentlichungen, deren Zahl über 300 beträgt, gelten einerseits der Schaffung eines Netzes zuverlässiger meteorologischer Beobachtungen, andererseits der Geschichte der Wetter- und Klimakunde.[1]

Hellmann-Medaille

Die Hellmann-Medaille war zunächst eine staatliche Auszeichnung der Weimarer Republik, die anläßlich des 75. Geburtstages von Gustav Hellmann am 3. Juli 1929 vom Preußischen Kultusministeriums in Berlin für langjährige Verdiente Beobachter des preußisch-meteorologischen Stationsnetzes gestiftet wurde. Von 1936 bis 1945 fungierte sie als eine staatliche Auszeichnung des Deutschen Reiches als nichttragbare Auszeichnung der Luftwaffe.

Familie

Gustav war der Sohn des Lehrers und Kantors in Löwen (Schlesien) Ernst Friedrich Hellmann (1786–1869) und dessen Frau Johanna/e Karoline, geb. Kutzer (1812–1894). Hellmann heiratete 1885 in Berlin seine Verlobte Anna Böger (1862–1937), Tochter eines Kaufmanns und Handelsrichters. Aus der Ehe sind zwei Söhne entsprossen, darunter der spätere Verlagsbuchhändler Dr. phil. Ulrich Hellmann (Lebensrune.png 1892).

Werke (Auswahl)

  • Repertorium der deutschen Meteorologie: Leistungen der Deutschen in Schriften, Erfindungen und Beobachtungen auf dem Gebiete der Meteorologie und des Erdmagnetismus, 1883(PDF-Datei)
  • Neudrucke von Schriften und Karten über Meteorologie und Erdmagnetismus, 1892–1904
  • Die Niederschläge in den norddeutschen Stromgebieten 3 Bände, 1906
  • Internationaler meteorologischer Kodex, 1907 (PDF-Datei)
  • Meteorologische Untersuchungen über die Sommerhochwasser der Oder, Berlin 1911 (mit Georg von Elsner)
  • Beiträge zur Geschichte der Meteorologie, 1914–1922
  • Klimaatlas von Deutschland, 1921
  • Die Meteorologie in den deutschen Flugschriften und Flugblättern des XVI. Jahrhunderts, 1921 (PDF-Datei)

Fußnoten