Bettelmönch

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Bettelmönch und lahmer Bettler. Aus: Theodor Hampe: Fahrende Leute. Leipzig 1902

Ein Bettelmönch (oder auch Mendikant) zählt zu denjenigen Mönchen, die auf Grund des Armutsgelübdes kein Eigentum besitzen und von Almosen leben, die ihnen entweder zu bestimmten Zeiten verabreicht oder von ihnen außerhalb des Klosters eingesammelt werden. Ebenso obliegt ihnen aber auch die Seelsorge.

Zu den Bettelorden des Mittelalters zählten u. a. die Dominikaner, Franziskaner, Karmeliter, Augustiner und Serviten. Zu den Mönchsorden gesellten sich bald auch Nonnenorden und Volksorden oder dritte Orden (Tertiarier).

Geschichte

Der Ursprung der Bettelmönche fällt zusammen mit dem zu Anfang des 13. Jahrhunderts entstehenden Streben nach Rückkehr zu apostolischer Strenge. Papst Innozenz III. war darauf bedacht, die Begeisterung der Zeit für ein „apostolisches Leben“ in den Dienst des Papsttums zu ziehen und dadurch zugleich der außerkirchlichen geistigen Bewegung einen Damm zu setzen. Hierdurch erklärt sich das überaus schnelle Emporblühen der Bettelmönche.

Schnell nacheinander entstanden im 13. Jahrhundert die Dominikaner-, Franziskaner-, Karmeliter-, Augustiner- und Serviten-Bettelorden. Bereits 1274 sah sich die Kirchenversammlung in Lyon wegen der störenden Eingriffe der Bettelmönche in die regelmäßige Seelsorge zu der Bestimmung genötigt, daß außer den bestehenden weiter kein Bettelorden gegründet werden dürfe. Die Bettelmönche erhielten von den Päpsten wichtige Privilegien. Sie genossen vollständige Freiheit von aller weltlichen und bischöflichen Gerichtsbarkeit, hatten die Befugnis, außerhalb des Klosters von jedem Almosen zu fordern, und konnten überall, später allerdings nur noch in beschränkter Weise, ohne Rücksicht auf Parochialverhältnisse, predigen, Beichte nehmen, die Messe lesen und Päpstliche Ablässe verleihen. Außerdem bemächtigten sie sich, wenn auch unter hartem Kampf, insbesondere zwischen den Franziskanern und Dominikanern (Scotisten und Thomisten), der theologischen Lehrstellen auf den Universitäten und leisteten hier bald Bedeutendes als Lehrer und Gelehrte.

Die Mönche, die das Einsammeln der Almosen zu besorgen hatten, hießen Terminanten. Das Betteln selbst nannte man Terminieren, wofür man in den Städten eigene Termineihäuser einrichtete. Bald zählte jeder Bettelorden auch weibliche Mitglieder, die mit den Mönchen Gelübde und Kleidung teilten und nur von der priesterlichen Wirksamkeit ausgeschlossen blieben. Als der Franziskanerorden durch den in den Spiritualen und Fraticellen zu Tage tretenden schwärmerischen und geradezu antihierarchischen Geist verdächtig geworden war und die Augustiner sich in der Reformationszeit teilweise der neuen Bewegung anschlossen, übertrug die Kurie namentlich den Dominikanern die Bekämpfung der „Ketzer“ durch Gelehrsamkeit und durch Gewalt (Inquisition). Erst im 17. Jahrhundert, als in den Bettelorden die Strenge der Regeln nachließ und neue kirchliche Bedürfnisse dem Papsttum in dem Jesuitenorden eine neue „Armee“ schufen, sank ihr Ansehen, und auch ihre Privilegien wurden mehrfach beschränkt. Auch die Klosteraufhebungen in der Aufklärungszeit (Ende des 18. Jahrhunderts) und im 19. Jahrhundert hatten besonders die Bettelorden hart betroffen.

Verweise