Verlag Der Schelm

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Verlag Der Schelm

Der Verlag Der Schelm wurde von Adrian Preißinger gegründet. Er bietet hauptsächlich Neuauflagen von Büchern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Antiquaschrift an. 2016 kündigte der Verlag an, eine unkommentierte Ausgabe von „Mein Kampf“ veröffentlichen zu wollen, woraufhin die BRD-Staatsanwaltschaft tätig wurde.[1]

Das Verlagsimpressum führt eine Firmenanschrift in Thailand auf.[2]

Strafrechtliche Verfolgung

Der Verlag wurde am 15. Dezember 2020 Objekt einer Durchsuchungs- und Beschlagnahmeaktion durch bewaffnete Bedienstete der BRD. Dem Verlag wurde vorgeworfen, indiziertes und „volksverhetzendes“ Schrifttum zu verbreiten. Verlag und Versand sollen daraufhin außerhalb der BRD reorganisiert worden sein.

Am 3. Juli 2023 erhob die Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Dresden Anklage gegen Enrico Böhm sowie zwei weitere Personen wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ in Zusammenhang mit dem Verlag Der Schelm.

Am 11. März 2026 fand eine EU-weite Razzia gegen den Verlag statt. Mutmaßliche Betreiber des Verlages wurden verhaftet. Die zuständige Staatsanwaltschaft Karlsruhe ließ Objekte in Leipzig, Pforzheim, Neuenbürg, Bottrop, Schönwald und Wertheim durchsuchen. Im Rahmen der Amtshilfe durchsuchte die polnische Polizei eine Druckerei in Stettin und die Guardia Civil eine Lagerhalle sowie Privat- und Firmenräume in Spanien.

Das Unternehmen kann jedoch trotz dieser Verfolgungen ihr Geschäft weiterhin durch Umwege fortführen (Stand 2026). Auch der Versuch, die Website lahmzulegen, um so den Kaufprozess zu unterbinden, scheiterte.

Preißinger selbst setzte sich ins Ausland ab und wird in Russland vermutet. Ein Auslieferungsgesuch blieb erfolglos, denn die russische Regierung duldet den Verleger offenbar im Land.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Verweise

Fußnoten

  1. Ein Schelm, wer Böses denkt, Der Spiegel, 31. Mai 2016
  2. Stand: Dezember 2024