Die Abenteuer des Werner Holt (Film)

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Abenteuer des Werner Holt
Die Abenteuer des Werner Holt.jpg
Filmdaten
Deutscher Titel: Die Abenteuer des Werner Holt
Produktionsland: DDR
Erscheinungsjahr: 1963/64
Stab
Regie: Hans-Joachim Kunert
Drehbuch: Claus Küchenmeister; Hans-Joachim Kunert
Produktion: DEFA
Musik: Gerhard Wohlgemuth
Kamera: Rolf Sohre
Schnitt: Christa Helwig
Besetzung
Darsteller Rollen
Klaus-Peter Thiele Werner Holt
Manfred Karge Gilbert Wolzow
Arno Wyzniewski Sepp Gomulka
Günter Junghans Christian Vetter
Peter Reusse Peter Wiese
Dietlinde Greiff Marie Krüger
Angelica Domröse Uta Barnim
Maria Alexander Gertie Ziesche
Monika Woytowicz Gundel Thieß
Wolfgang Langhoff Professor Holt
Wolf Kaiser Generalmajor Wolzow
Günter Naumann Stabsgefreiter Kindchen
Erika Pelikowsky Frau Wolzow
Martin Flörchinger Rechtsanwalt Gomulka
Helga Göring Frau Gomulka
Ilse Fürstenberg
Ingeborg Ottmann Frau Wiese
Norbert Christian Studienrat Knaack
Kurt Steingraf Direktor Maaß
Hans-Joachim Hanisch Wachtmeister Gottesknecht

Die Abenteuer des Werner Holt ist ein DDR-Propagandafilm, basierend auf dem gleichnamigen Roman des jüdischen DDR-Schriftstellers Dieter Noll. Obwohl Noll in dem Buch einige eigene Kriegserlebnisse verarbeitet, handelt es sich nicht um ein autobiographisches Werk. Der erste Band „Roman einer Jugend“ erschien 1960, 1963 folgte eine Fortsetzung mit dem Titel „Roman einer Heimkehr“.

Der 165minütige Schwarz-Weiß-Film der DEFA entstand 1965 nach Vorlage des ersten Teils mit Klaus-Peter Thiele in der Rolle des Werner Holt. In weiteren Rollen spielten Manfred Karge (Gilbert Wolzow), Arno Wyzniewski (Sepp Gomulka), Günter Junghans (Christian Vetter) und Peter Reusse (Peter Wiese). Regie führte Joachim Kunert, der zusammen mit Claus Küchenmeister auch das Drehbuch schrieb. Für Kamera und Schnitt waren Rolf Sohre beziehungsweise Christa Stritt verantwortlich, die Filmmusik komponierte Gerhard Wohlgemuth. Der Film gilt neben dem 1968 erschienenen DEFA-Film „Ich war neunzehn“ als der bekannteste „Antikriegsfilm“ der DDR.

Handlung des Films

Der Film basiert auf dem ersten Band des Romans und beginnt mit der Schlußsequenz. Im Frühjahr 1945 verteidigen Werner Holt und Freund Gilbert Wolzow an der Ostfront ihre Stellung gegen die vorrückende Rote Armee. Gilbert hat das Kommando übernommen und befehligt nun die kleine Truppe, während Werner versucht, eine Funkverbindung mit dem Regiment herzustellen. Dabei ziehen in seiner Erinnerung die Stationen seines Lebens vorüber: Er blickt zurück auf den Beginn seiner Freundschaft mit Gilbert und ihren gemeinsamen Eintritt in die Armee, den ersten Einsatz als Flakhelfer, seine Bekanntschaft mit Gundel und sein erotisches Abenteuer mit der Frau eines SS-Offiziers.

Der Film erzählt die Geschichte des Gymnasiasten Werner Holt und seiner Klassenkameraden Gilbert Wolzow, Sepp Gomulka, Christian Vetter und Peter Wiese, die kurz vor ihrem Abitur und mit Ausnahme von Peter freiwillig und voller Begeisterung als Flakhelfer in den Zweiten Weltkrieg ziehen. Peter ist eher schmächtig und musikalisch begabt, wird jedoch von seiner Mutter gedrängt, seine Pflicht als Soldat zu erfüllen und ein Mann zu werden. Es ist eine Jugend ohne Väter und ohne Orientierung.

Für sie ist der Krieg die Fortsetzung ihrer Abenteuer- und Phantasiewelt. Werner Holt erlebt verschiedentlich Situationen, die in ihm Zweifel wecken könnten. Sein Vater, Arzt und Wissenschaftler, verliert seine Arbeit, weil er nicht bereit ist, seine Forschung in den Dienst der Nationalsozialisten zu stellen. Der HJ-Führer des Ortes, der kurz vor seiner Aufnahme in die SS steht, ist verantwortlich für den Tod eines Mädchens. Holt beschließt, aus seiner romantisch geprägten Weltsicht heraus, das Mädchen zu rächen.

Es gelingt ihm, Wolzow zum Mitmachen zu überreden. Gemeinsam locken sie den ahnungslosen HJ-Führer Meissner in einen Hinterhalt, bedrohen ihn mit Pistolen und zwingen ihn, ein Schuldanerkenntis zu unterschreiben. Wolzow schlägt im Anschluß daran Meissner zusammen. Während Gilbert, Sohn eines Oberst, bis zum Ende vom Krieg überzeugt ist, wird für Werner und Sepp das Auffinden eines durch SS-Männer in einem slowakischen Sägewerk ermordeten unbekannt bleibenden Menschen zu einem Wendepunkt.

Sepp entschließt sich kurz vor Ende der Handlung zur Flucht und Gefangennahme durch die anrückende Rote Armee, Werner hingegen hält aus Freundschaft noch zu Gilbert. Nachdem Gilbert einen flüchtenden 16jährigen erschießt und Peter, der versucht, die Ermordung eines KL-Häftlings während eines Marsches zu verhindern, durch einen SS-Mann erschossen wird, kommt auch Werner die Sinnlosigkeit eines weiteren Kampfes zu Bewußtsein. Er entwaffnet Gilbert und flieht selbst. Als er kurze Zeit später davon erfährt, daß Gilbert von einem SS-Trupp erhängt werden soll, kehrt er zurück und tötet die SS-Männer mit einem Maschinengewehr, nachdem diese Gilbert gehängt haben.

Zitate

  • „Schlägt’s dich in Scherben, ich steh’ für zwei! Und geht’s ans Sterben, ich bin dabei!“ (Gilbert Wolzow) (Filmzitat)
  • „Ich wünschte, ich wär ein Fanatiker. Das Nachdenken und Grübeln, das macht mich fertig.“ (Werner Holt) (Filmzitat)
  • „Zwei alte Krieger wie uns, die trennt nur der Tod.“ (Gilbert Wolzow) (Filmzitat)
  • „Genießt den Krieg, denn der Frieden wird furchtbar sein.“ (Christian Vetter) (Filmzitat)

Ausschnitt

Die Jugendfreunde Werner Holt und Gilbert Wolzow liegen 1945 in einer Stellung zur Verteidigung im Osten Deutschlands.
Meine Werkzeuge