Pohrlitz

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Pohrlitz

Staat: Deutsches Reich
Gau: Niederdonau
Landkreis: Nikolsburg
Einwohner (1939): 3.175
Koordinaten: 48° 59′ N, 16° 31′ O
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Pohrlitz befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Tschechei vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Pohrlitz ist eine deutsche Stadt im Sudetenland im Kreis Nikolsburg.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Nachbarorte sind im Norden Odrowitz, im Westen Frainspitz und im Osten Pri(e)britz.

Geschichte

Das Gedenkkreuz bei Pohrlitz an die Opfer des Brünner Todesmarsches, die im dortigen tschechischen KZ ums Leben kamen.

1945 erlangte Pohrlitz traurige Berühmtheit durch den Brünner Todesmarsch.

Bei Pohrlitz wurden von den mehr als 25.000 Brünner Frauen, Kindern und Alten rund ein Drittel über die Grenze nach Österreich geprügelt. Dann verweigerten die russischen Besatzer Österreichs die Aufnahme weiterer Menschen. Demzufolge wurden die anderen rund 20.000 Menschen in Scheunen, Baracken oder Fabrikhallen der Gemeinde Pohrlitz untergebracht. So entstand ein provisorisches tschechisches Konzentrationslager.

Die Gemeinde war auf solche Menschenmassen natürlich überhaupt nicht vorbereitet. In der Nacht folgten Massenvergewaltigungen und willkürliche Erschießungen weiterer Zivilisten. Der tschechische Historiker Tomas Stanek zog folgende Bilanz:

„Der Aufenthalt im improvisierten Lager in Pohrlitz und in den umliegenden Gemeinden führte zu zahlreichen Tragödien. Entsprechend einem Bericht des Ministeriums des Inneren vom Dezember 1947 verstarben in Pohrlitz zwischen dem 31. Mai und dem 5. Juli 1945 insgesamt 408 namentlich belegte Personen. Darüber hinaus wurden 77 Tote ausgewiesen, deren Identität nicht festgestellt werden konnte.“

Bei Pohrlitz wurde 1992 ein Gedenkkreuz aufgestellt, an dem auf die Vertreibung und den grausamen Tod vieler Brünner hingewiesen wird. Die tatsächlichen Todeszahlen der über 25.000 Deutschen aus Brünn sind allerdings erheblich höher als die dort angegebenen „nur“ 890 Toten.

Andere Zahlen sprechen von allein bei Pohrlitz zu Tode gequälten 2.000 Deutschen. Auf dem gesamten Brünner Todesmarsch kamen von mehr als 25.000 Menschen insgesamt ca. 5.000 zu Tode. Die genaue Opferzahl ist unbekannt.

Sehenswürdigkeiten

  • Propsteikirche St. Jakob, gotische Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert, Turm im 16. Jahrhundert erhöht, nach Brand 1667 restauriert.
  • Kriegerdenkmal. Es wurde 1931 erstellt und nach dem Zweiten Weltkrieg von Tschechen zerstört.
  • Kriegerdenkmal der Judengemeinde
  • Kaiser-Joseph-II-Denkmal (1892, 1919 abgerissen)

Bekannte, in Pohrlitz geborene Personen

  • Eugen Beyer (1882–1940), Feldmarschallleutnant und General
  • Franz Nosek (1840–1924), Abgeordneter des mährischen Landtages und Heimatforscher
  • Jakob Fischer (1849–1933), Komponist
  • Franz Rund (1853–1933), Abgeordneter des mährischen Landtages und Bürgermeister bis 1919
  • Karl Ritter von Görner (1858–1924), Publizist
  • Karl Beurle (1860–1919) Jurist, Wirtschaftspionier, 1890–1919 Mitglied des oberösterreichischen. Landtages, 1901–1907 Reichstagsabgeordneter, 1917 Mitglied des Herrenhauses

Brauchtum

Reiches Brauchtum bestimmte den Jahresablauf der vertriebenen Ortsbewohner:

  • Am Ostermontag klopfen die Kinder vormittags mit Ruten an die Haustüren und bitten um buntgefärbte Eier.
  • Am 30. April werden Holunderzweige gesetzt. Dies soll besonders die Kinder vor bösen Geistern und Hexen beschützten.
  • In der Zwischenkriegszeit wurde kein Maibaum mehr gesetzt. Erst ab 1938 wurde dieser Brauch wieder aufgenommen.
  • Zu Weihnachten erhalten die Tiere im Stall ein Stück des Weihnachtsstriezels.
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