Tschechische Legion

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Die Tschechische Legion (České legie), auch Tschechoslowakische Legion[en] (Československé legie), waren paramilitärische Verbände im Ersten Weltkrieg, die in Frankreich, Italien und in Rußland aufgestellt worden waren. Im Russischen Bürgerkrieg kämpfte die Legion so gut wie gegen jeden, der ihr in den Weg kam.

Inhaltsverzeichnis

Erster Weltkrieg

von der k. u. k. Armee gehenkte Fahnenflüchtige der Legion
Im Laufe des Krieges desertierten derartig viele Tschechen aus der österreichisch-ungarischen Vielvölkerarmee, daß aus den Überläufern eigene tschechische Legionen zusammenstellen konnten, die dann gegen Deutschland kämpfte. Zu den Gründern zählte Milan Rastislav Štefánik, französischer General und Staatsbürger. Politischer Anführer mit Truppenbesuchen und Werbeaktionen für die Legion im Ausland war Tomas Masaryk. Da Böhmen zum damaligen Zeitpunkt deutsches Staatsgebiet war, es gehörte seit eintausend Jahren zum Heiligen römischen Reich deutscher Nation und nach dem Zusammenbruch des Ersten Reiches durch Napoleons Überfall auf Deutschland zur abgespaltenen Österreich-Ungarischen Monarchie, wurden die Mitglieder der sogenannten Legion von deutscher Seite als Fahnenflüchtige (von der eigenen Armee entfernt) und Landesverräter (gegen die eigene Armee gekämpft) behandelt. Eine Ausnahme bildeten die russischen Wolhynien-Tschechen. Während die Franzosen ihre Legion in den Materialschlachten der Westfront untergehen ließen, setzten die Russen sie wegen ihrer Sprachkenntnisse wesentlich effektiver als Dolmetscher für gefangene Deutsche ein und zur Agitationsarbeit unter tschechischen und slowakischen Gefangenen. Der Kampfeinsatz war hier anfänglich sekundär.[1] Die in der Literatur zu findende Bezeichnung als Elitetruppe der Kriegsjahre 1917/18 ist eher auf die noch vorhandene Motivation zur Erkämpfung eines eigene Staates in einem Umfeld aus kriegsmüden und revolutionszersetzten Gegnern zurückzuführen, denn auf überragende Ausbildung und Taktik.

In den Wirren des Russischen Bürgerkrieges kämpften sie mal gegen die eine, dann gegen die andere Seite:

„Schon im Ersten Weltkrieg waren die Tschechen aus der österreich-ungarischen Armee geschlossen zum russischen Gegner übergelaufen. Die Russen faßten sie in einer gut ausgerüsteten »Tschechischen Legion« zusammen, um sie wieder an der Front einzusetzen. Einer solchen Verwendung wußten sie sich abermals bis zum Waffenstillstand 1917 im Osten und während des anschließend ausgebrochenen Bürgerkrieges zu entziehen. Mit ihrem angeborenem Instinkt, sich jeweils auf die gewinnträchtigste Seite zu schlagen, schlossen sie sich schließlich den aufständischen ‚Roten Brigaden‘ an und zogen, nur am Rande kämpfend, vor allem mordend, plündernd und vergewaltigend durch das Land, bis die Revolution in Rußland gesiegt hatte.“[2]

Der ca. 60.000 Mann umfassenden Legion gelang es 1918 die strategisch besonders wichtige Transsibirische Eisenbahn zeitweise unter ihre Kontrolle zu bringen. Das russische Zarengold soll nach dem Ersten Weltkrieg für die Finanzierung des neugeschaffenen Kunststaates Tschecho-Slowakei verwendet worden sein:

Als Hauptverdächtige gelten die Angehörigen der Tschechischen Legion, die zwischen 1914 und 1917 in den sibirischen Kriegsgefangenenlagern rekrutiert worden waren. Sie sollten gegen die Mittelmächte eingesetzt werden, gelangten aber nicht mehr vor dem Frieden von Brest-Litowsk an die Front. Statt dessen besetzten sie den östlichen Teil der transsibirischen Eisenbahn und unterstützten die weißgardistischen Truppen von Koltschak. Es gibt ernstzunehmende Vermutungen, dass sie den Zarenschatz nach dem Ende von Koltschaks Regime per Schiff nach Europa entführten und die Zentralbank der neugegründeten Tschechoslowakei auf diese Weise zu ihren ersten Goldvorräten gelangte.[3]

Literarisch wurde die Legion im Bürgerkrieg teilweise bei Edwin Erich Dwinger in Zwischen Weiß und Rot und Zug durch Sibirien in wenig positiver Sicht verarbeitet. Zu den bekanntesten Kommandeuren in der Legion zählten Radola Gajda, Jan Syrový, Michail Diterichs und Nikolaj Mamontov. Die beiden Letztgenannten waren Russen mit tschechischer Abstammung.

Verbrechen der Tschechischen Legion

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Im Ersten Weltkrieg hatten sich aus Überläufern, Kriegsgefangenen und Exiltschechen die Tschechischen Legionen auf Seiten der Alliierten gebildet. Nach Kriegsende kämpfte die Tschechische Legion in Rußland gegen den Bolschewismus, beschlagnahmte zeitweise die Transsibirische Eisenbahn und zog plündernd durch Sibirien bis Wladiwostok. Dabei verübte sie neben zahlreichen Plünderungen und dem Raub großer Mengen russischen Goldes viele Grausamkeiten, vor allem an kriegsgefangenen Deutschen und Volksdeutschen. Ein Beispiel sei herausgegriffen: die Ermordung der sudetendeutschen Musikanten in Chabarowsk im Herbst 1918.
Als Anfang Oktober 1918 Kosaken die Bolschewisten aus der russischen Stadt Chabarowsk an der Mündung des Ussuns in den Amur vertrieben hatten, waren mit ihnen auch tschechische Legionäre in den Ort gekommen. Ein Angehöriger dieser Einheit mit Namen Julinek war dann Kommandeur. Unter dessen Beteiligung wurden eines Tages die sudetendeutschen Musiker der Kapelle von Josef Pariser aus Brunn von den auf sie einschlagenden Tschechen durch die Straßen der Stadt gejagt. Versuche von Russen, für die Musiker einzutreten und darauf hinzuweisen, daß diese nur für das Rote Kreuz im Cafe ‚Teetasse‘ üblicherweise gespielt hätten, wurden von den Tschechen unter Drohungen zurückgewiesen. Die Deutschen wurden bis zum Amur vor der Stadt getrieben und mußten sich unter dem dort befindlichen Denkmal des Grafen Murawjew Amurski aufstellen. Hier wurden sie von dem tschechischen Anführer Julinek gefragt, ob sie Tschechen werden wollten. Als sie dies ablehnten, gab Julinek Befehl zum Schießen, und alle Musiker wurden erschossen. Die nicht sofort tot waren, wurden mit Bajonetten erstochen. Die Leichen der so Ermordeten wurden dann in den Amur geworfen.
Die Angaben eines entsprechenden Augenzeugenberichtes wurden durch Schilderungen von Mitgliedern der sudetendeutschen Kapelle, die durch reinen Zufall dem Blutbad entkamen, sowie Angaben von Witwen der Ermordeten bestätigt.
Angehörige der tschechischen Legion taten sich ab 1919 auch bei den Mißhandlungen Deutscher in dem der neugegründeten Tschecho-Slowakei zugeschlagenen Sudetenland hervor.

Quelle: Der große Wendig, Band 1, Kapitel 48, S. 236


Zweiter Weltkrieg

Ludvík Svoboda und tschechische Legionäre der Roten Armee 1943
Auch im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland gab es Tschechische, Slowakische und Tschechoslowakische Legionen, die ebenfalls auf der einen oder anderen Seite, in der Hauptsache jedoch gegen die abendländische Kultur im allgemeinen und somit gegen Deutschland im besonderen ankämpften. Diese taten sich dann besonders bei der Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat, dem deutschen Sudetenland und deren Ermordung, hervor. Dazu sagte Konstantin von Neurath vor dem Nürnberger Tribunal:
„Die tschechische Legion war während des Ersten Weltkrieges in Rußland gegründet worden. Sie setzte sich zusammen zum Teil aus Freiwilligen, zum Teil aus Resten tschechischer Regimenter, die zur alten österreichisch-ungarischen Armee gehört hatten und in Rußland kriegsgefangen waren. Diese tschechischen Legionäre genossen nach der Gründung der Tschechischen Republik eine gewisse Sonderstellung. Sie waren zum Teil stark von chauvinistischen Ressentiments gegen das Deutsche Reich noch aus der Zeit der Nationalitätenkämpfe erfüllt, so daß die sogenannte Legionärsmentalität in Böhmen ein Schlagwort war und in politisch unruhigen Zeiten eine gewisse Gefährdung der Politik bedeuten konnte. Diese Vorzugsstellungen, die die Legionäre genossen, wurden übrigens im Protektorat Böhmen und Mähren selbst weitgehend bekämpft von tschechischer Seite.“[4]

Bezeichnenderweise wurde der Verband im Jahre 1948 vom stalinistisch-kommunistischen Regime der sogenannten CSSR endgültig verboten.

Literatur

  • Martin Spahn, Konstantin W. Satharow: Die Wahrheit über die tschechische Legion im Weißen Sibirien, Heinrich Wilhelm Hendriock Verlag, Berlin 1932
  • Margarete Klante: Von der Wolga zum Amur – Die Tschechische Legion und der Russische Bürgerkrieg (1931)
  • Bullock, David: The Czech Legion 1914-20, Men-at-Arms 447 (2009)

Fußnoten

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