Wahl, Adalbert

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Adalbert Emil August Wahl (Lebensrune.png 29. November 1871 in Mannheim; Todesrune.png 5. März 1957 in Tübingen) war ein deutscher Historiker.

Leben

Er besuchte das humanistische Gymnasium in Bonn und studierte Geschichtswissenschaft an den Universitäten Oxford, Berlin, Wien und Bonn, wo er im Jahre 1895 zum Dr. phil. promovierte. Im Jahre 1900 habilitierte er sich als Privatdozent an der Universität Freiburg i.Br., an der er dann seit 1905 eine a. o. Professur innehatte. Im Jahre 1908 folgte er einer Berufung als o. Professor für neuere Geschichte an die Universität Hamburg, ging im Jahre 1910 in gleicher Eigenschaft an die Universität Tübingen und von dort nach Dorpat (1918) und übernahm im Jahre 1919 den Lehrstuhl für sein Fach an der Universität Tübingen. 1937/38 wurde er emeritiert.

Werk

Wahls Hauptwerk befaßte sich mit den Ursachen der Französischen Revolution und bereits 1907, beim Erscheinen seiner zweibändigen „Vorgeschichte der französischen Revolution“ war sein Ruf als Historiker in der wissenschaftlichen Welt begründet, 1912 erschien seine „Geschichte des europäischen Staatensystems z.Zt. der französischen Revolution“", weiter die „Geschichte der französischen Revolution 1789/1799“.

Wahl weist nach, daß die Revolution im verarmten Adel ihren Ursprung hatte und nicht etwa im „Volk“, wie es die linke Geschichtsschreibung glauben machen will. Die monarchische französische Regierung Ludwigs XVI. machte erhebliche Konzessionen an die Bourgeoisie, wie die Errichtung von Provinzialversammlungen, Justizreformen, ein Toleranzedikt sowie Entwürfe zur Klerus- und Adelsbesteuerung. Sie focht einen stetigen Machtkampf mit dem Parlament, welches mehrmals seine Kreditwürdigkeit untergrub, so daß die Staatskasse versagte. [1]

Wahls Werk der Jahre 1914 bis 1938 war die mehrbändige „Deutsche Geschichte von 1871 bis 1914“ (III.Bd. 1932, IV.Bd. 1936, „Bismarck“ 1938). Mit der Umerziehung in Deutschland nach der Niederlage 1945 wurden seine Schriften nahezu vollständig verdrängt. Faksimiles werden noch in den VSA bei Barnes & Noble angeboten.

Wahl war einer jener unbestechlichen Originalquellenanalytiker, wie sie demkoratische Historiker, fast immer gefangen in der Finanzierung durch Parteistiftungen und politische Lehrstühle sowie unter dem Meinungsbarbarismus liberaler Medien, kaum sein können.

Werke

  • Compositions- und Successions-Verhandlungen unter Kaiser Matthias während der Jahre 1613–1615, Georgi, Bonn 1895
  • Die Notabelversammlung von 1787, Mohr, Freiburg 1899
  • Studien zur Vorgeschichte der Französischen Revolution, Mohr, Tübingen 1901
  • Politische Ansichten des offiziellen Frankreich im achtzehnten Jahrhundert, Mohr, Tübingen 1903
  • Vorgeschichte der Französischen Revolution. Ein Versuch, 2 Bände, Mohr, Tübingen 1905–07 (später Bd. 3., Die Freiheit. Der Kampf Aller Stände Gegen Die Krone (Januar 1787 bis September 1788) und Band 4)
  • Beiträge zur Deutschen Parteigeschichte im 19. Jahrhundert – gewidmet Moritz Ritter zum siebzigsten Geburtstag in alter Dankbarkeit und Verehrung, R. Oldenbourg, München/Berlin 1910
  • Geschichte des europäischen Staatensystems im Zeitalter der Französischen Revolution und Freiheitskriege (1789–1815), Oldenbourg Vlg., München/Berlin 1912
  • Hamburg und die europäische Politik im Zeitalter Napoleons, Sonderdruck aus der Ztschr. d. Vereins f. Hamb. Gesch. XVII [1913]
  • Die Ideen von 1813 – Festrede zur Erinnerung an die Erhebung des Deutschen Volkes i. J. 1813 und zum 25jährigen Regierungsjubiläum S.M. des Kaisers gehalten im Festsaal der Universität Tübingen am 16.06.1913. I.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1913
  • Beiträge zur Geschichte der Konfliktzeit, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1914
  • Vom Bismarck der 70er jahre, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1920
  • Vom schlechten und vom rechten Individualismus, H.Beyer, Langensalza 1926
  • Deutsche Geschichte – Von der Reichsgründung bis zum Ausbruch des Weltkriegs (1871 bis 1914); 4 Bände (III.Bd. 1932, IV.Bd. 1936, „Bismarck“ 1938), Kohlhammer, Stuttgart 1926–36
  • Der heutige Stand der Kriegsschuldfrage = Schriften zur polit. Bildung, hrsg. v.d. Gesellsch. „Deutscher Staat“, VI. Reihe Geschichte, Heft 9, Fr. Manns Pädagog. Magazin Heft 1264, Beyer & Söhne, Langensalza 1929
  • Vom Führertum in der Geschichte, H.Beyer, Langensalza 1929
  • Geschichte der französischen Revolution 1789–1799, Wissenschaft und Bildung, Band 267, Quelle & Meyer, Leipzig 1930
  • Die Hochschulen des Auslandes, Kohlhammer, Stuttgart 1933
  • Über die Nachwirkungen der Französischen Revolution vornehmlich in Deutschland. Gedanken und Untersuchungen, Kohlhammer, Stuttgart 1939
  • Die Alte und die Neue Welt im Zeichen von Revolution und Restauration, Propyläen, Berlin 1943

Verweise

Fußnoten

  1. Ähnliche Kämpfe lieferten die deutschen Sozialdemokraten zu Wahls Zeiten dem Kaiserreich. Die Monarchien mußten in der Folge die Herrschaft an nicht weniger autoritäre Parteienparlamente abgeben wie wir sie in ihrem langen Lauf heute noch finden. Die Staatsverwaltungsstrukturen blieben dieselben, nur daß ihre Lenker nicht mehr nach Fähigkeit ernannt werden sondern sich gegenseitig nach Parteibuch einsetzen.