Bebenburg, Lupold von

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Epitaph des Lupold von Bebenburg auf der „Anhäuser Wand“

Lupold von Bebenburg, auch Leopold oder Liupold (Lebensrune.png um 1300; Todesrune.png 28. Oktober 1363 in Bamberg), war ein deutscher Gelehrter und Bischof von Bamberg. Außerdem gilt er als einer der bedeutendsten reichstheoretischen Schriftsteller des Spätmittelalters.

Leben

Lupold von Bebenburg stammt aus dem fränkischen Niederadel und einem Reichsministerialengeschlecht. Das Geschlecht benannte sich nach der Bebenburg (auch Bemburg) im Kreis Schwäbisch-Hall.

Durch die Beziehungen seiner Familie erlangte Lupold erst mehrere Pfründen, spätestens 1316 schließlich ein Domkanonikat in Würzburg. Er studierte an der Universität Bologna die Rechte und wurde dort 1322 oder 1325 zum Doctor decretorum promoviert. In rascher Reihenfolge machte Bebenburg binnen weniger Jahre Karriere. Kanonikate und das Amt eines Propstes wurden ihm von Mainz bis Erfurt verliehen. 1328 wurde er Archidiakon in Schweinfurt, 1332 Offizial des Bischofs von Würzburg, 1352 Domdekan. Als Rechtsgelehrter übte er bis 1353 viele Funktionen aus: Als geistlicher Mainzer Kommissar weilte er von 1337 bis nach 1340 in Hessen und Thüringen und gab sein Werk „Liber privilegiorum“ heraus. Bei dieser Schrift handelt es sich um eine Verzeichnung der archivalischen Rechtstitel der Würzburger Diözese, die er mit historisch begründeten Erläuterungen hintermalte. In seinem 1340 erschienenen Hauptwerk, dem „Tractatus de iuribus regni et imperii“, versuchte Bebenburg, eine juristische und historische Beweisführung zu verknüpfen, um das Recht der deutschen Könige auf die Reichsteile und das als Weltmacht verstandene Imperium zu sichern. Dieses Handbuch der Reichsrechte und historisch-politischen Begriffe fand große Beachtung, und sogar noch Humanisten und Juristen des 15. Jahrhunderts griffen gerne darauf zurück.

1353 wurde Lupold von Bebenburg zum Bischof von Bamberg ernannt. Zu Kaiser Karl IV. hatte er gute Beziehungen, jedoch blieb das Verhältnis nicht immer konfliktfrei. So war Bebenburg beispielsweise ein Gegner des kaiserlichen Ausbaus von Böhmen.[1]

Am 28. Oktober 1363 verstarb Bischof Lupold in Bamberg und fand seine letzte Ruhe im dortigen Dom.

Werke

  • Tractatus de iuribus regni et imperii (1340)
  • Ritmaticum... (1340)
  • Libellus de zelo... (1341/42)
  • Liber privilegiorum (1349)
  • Liber de ortu, cursu et occasu Karoli magni... (1349)

Siehe auch

Fußnoten