Der Koran über „Ungläubige“ und die Pflichten der Gläubigen
Leseprobe
Sam Harris: Das Ende des Glaubens. Religion, Terror und das Licht der Vernunft (2007)
[Sam Harris:] Man schlage den Koran auf, der bis in die kleinste Silbe vollkommen ist, und lese darin einfach mit den Augen eines Gläubigen. Man wird erfahren, wie wenig Mitgefühl auf jene zu verschwenden ist, die von Gott selbst „verspottet“, „verflucht“, „der Schmach anheim gegeben“, „bestraft“, „gegeißelt“, „gerichtet“, „verbrannt“ oder „vertilgt“ werden, denen er „nicht vergibt“ und „keine Gnade erweist“. Gott, in seiner unendlichen Weisheit, hat die Ungläubigen samt ihrer Zweifel verflucht. Er verlängert ihr Leben und mehrt ihren Reichtum, so dass sie weiterhin Sünde auf Sünde häufen mögen und sich der Qualen, die jenseits des Grabes auf sie warten, als umso würdiger erweisen. [...] Um ein Bild von der Gnadenlosigkeit zu vermitteln, mit der Ungläubige herabgesetzt werden, folgt nun eine lange Sammlung von Koran-Zitaten, und zwar in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Text. Hier erfahren wir, was der Schöpfer des Universums allem Anschein nach im Sinn hat …:
„Ob ihr sie [die Ungläubigen] vorwarnen mögt oder nicht, sie werden ohne Glauben bleiben.“ (2:6)
„Gott wird ihrer spotten und sie lang in der Sünde verharren lassen, blind umhertappend.“ (2:15)
Ein Feuer, „genährt aus Menschen und Steinen“, wartet auf sie. (2:24)
Sie werden „mit Schmach belohnt in dieser Welt und mit bitteren Strafen am Tag der Auferstehung“. (2:85)
„Gottes Fluch laste auf den Ungläubigen!“ (2:89)
„Sie haben Gottes unerbittlichsten Zorn auf sich gelenkt. Ein schändliches Strafgericht harret ihrer“. (2:90)
„Gott ist der Feind aller Ungläubigen“ (2:98)
„Die unter den Buchvölkern [Christen und Juden] ungläubig sind, sowie auch die Heiden, sind dir gram um jede Segnung, die von unserem Herrn über dich gekommen ist.“ (2:105)
„In dieser Welt soll Schmach sie treffen, und im Jenseits schwere Strafen.“ (2:114)
„Denen Wir [Gott] das Buch gegeben haben und die es lesen, wie zu lesen es sich ziemt, werden wahrhaftig daran glauben; die es leugnen, werden gewiss verloren sein.“ (2:122)
„[Wir] werden sie eine Weile leben lassen und sie dann ins peinigende Feuer stoßen. Das Übel soll ihr Los sein.“ (2:126)
„Der Osten und der Westen gehören Gott. Wen er will, den führt er auf einen rechten Weg.“ (2:142)
„Sagt nicht, jene, die um der Sache Gottes willen getötet wurden, seien tot. Sie sind am Leben, nur könnt ihr sie nicht wahrnehmen.“ (2:154)
„Die Ungläubigen aber, die ohne Glauben sterben, die wird treffen der Zorn Gottes, der Engel und aller Menschen. Unter ihresgleichen sollen sie verweilen für alle Zeit; ihre Strafe wird ihnen keiner erleichtern, auch wird ihnen keine Gnade erwiesen.“ (2:162)
„Ihr schlechtes Gewissen wird sie seufzen lassen, doch niemals können sie dem Feuer entrinnen.“ (2:168)
„Die Ungläubigen sind wie Tiere. Wenn man sie ruft nach Menschenart, hören sie nichts als Gebrüll und Geschrei. Taub sind sie, stumm und blind, und verstehen nichts.“ (2:172)
„Auf sie wartet ein jämmerliches Strafgericht.“ (2:175)
„Wie unermüdlich sie nach dem Feuer suchen! Dies geschieht, weil Gott das Buch der Wahrheit offenbart hat; alle, die ihm widersprechen, stehen jenseits einer tiefen Kluft.“ (2:176)
„Tötet sie, wo immer ihr sie findet. Verjagt sie von den Orten, von denen sie euch verjagten. Götzendienst ist schlimmer als ein Blutbad. … Wenn sie euch angreifen, richtet sie mit dem Schwert. Das soll der Lohn sein für die Ungläubigen; wenn sie aber umkehren, wird Gott ihnen Gnade und Vergebung schenken. Kämpft gegen sie, bis es keinen Götzendienst mehr gibt, und die Religion Gottes die Alleinherrschaft innehat. Wenn sie aber umkehren, bekämpft sie nicht, außer die Übeltäter.“ (2:190–193)
„Der Kampf ist eine Verpflichtung für dich, so sehr er dir missfallen mag. Man kann hassen, was gut für einen ist, und lieben, was einem schadet. Gott ist wissend, du aber bist unwissend.“ (2:216)
„Sie werden nicht aufhören, gegen dich zu kämpfen, bis sie dich zwingen, deinem Glauben abzuschwören – wenn sie können. Alle unter euch jedoch, die ihrem Glauben entsagen und als Ungläubige sterben, deren Werk soll keine Frucht bringen in dieser und in der kommenden Welt. Solche werden die Pächter der Hölle sein, worin sie für immer bleiben werden. Jene, die den Glauben angenommen haben, und haben ihr Land verlassen und für die Sache Gottes gekämpft, dürfen auf Gottes Erbarmen hoffen.“ (2:217–18)
„Gott gewährt den Übeltätern keine Führung.“ (2:264)
„Für die Übeltäter wird niemand da sein, der ihnen hilft.“ (2:270)
„Gott gewährt Führung, wem Er will.“ (2:272)
„Die Gottes Offenbarungen leugnen, auf die warten schwere Strafen; Gott ist mächtig und zur Rache fähig.“ (3:5)
„Was die Ungläubigen betrifft, so werden weder ihr Reichtum noch ihre Kinder sie auch nur im Geringsten vor Gottes Gericht bewahren. Sie sollen Brennstoff sein für das Feuer.“ (3:10)
„Sagt zu den Ungläubigen: ‚Ihr sollt niedergeworfen und zur Hölle gejagt werden – die ist eine schlimme Ruhestätte!‘“ (3:12)
„Der einzig wahre Glaube in Gottes Augen ist der Islam … Wer Gottes Offenbarungen leugnet, der wisse, dass Gott geschwind mit ihm abrechnen wird.“ (3:19)
„Die Gläubigen sollen sich keine Freunde suchen unter den Ungläubigen, sondern sich Gläubige erwählen. Wer dagegen verstößt, außer in Notwehr, hat von Gott nichts zu erhoffen.“ (3:28)
„Ihr Gläubigen, erwählt euch zu Freunden nur solche von eurer Art. Die anderen werden keine Mühe scheuen, euch zu verderben. Sie wünschen nichts als euren Untergang. Ihr Hass wird offenbar durch das, was ihre Lippen sprechen; noch größer jedoch ist der Hass, den sie in ihrer Brust verbergen.“ (3:118)
„Hast du eine Niederlage erlitten, so gilt das auch für den Feind. Wir sorgen für einen Wechsel bei solchen Schicksalsschlägen unter den Menschen, auf dass Gott die wahren Gläubigen erkenne und Märtyrer aus euch erwähle (Gott liebt die Übeltäter nicht); auf dass Gott die Gläubigen prüfen und die Ungläubigen vertilgen kann.“ (3:140)
„Ihr Gläubigen, wenn ihr euch den Ungläubigen beugt, werden sie euch zurückschleppen zum Unglauben, und ihr werdet Hals über Kopf ins Verderben stürzen … Wir werden die Herzen der Ungläubigen mit Grauen erfüllen … Das Feuer soll ihre Heimat sein.“ (3:149–51)
„Ihr Gläubigen, folgt nicht dem Beispiel der Ungläubigen, die von ihren Brüdern sagen, wenn sie draußen oder im Krieg der Tod ereilt: ‚Wären sie bei uns geblieben, wären sie nicht gestorben, auch hätte man sie nicht getötet.‘ Gott sorgt dafür, dass sie ihre Worte bereuen werden … Solltest du sterben oder getötet werden um der Sache Gottes willen, dann werden Gottes Gnade und Vergebung sich gewiss für besser erweisen als all die Reichtümer, die sie anhäufen.“ (3:156)
„Glaubt niemals, jene, die um der Sache Gottes willen getötet wurden, seien tot. Sie sind am Leben, und ihr Herr sorgt gut für sie; Er erfreut sie mit seinen Gaben, und sie frohlocken darüber, dass ihre Hinterbliebenen, die den Weg noch nicht mit ihnen gegangen sind, nichts zu befürchten und zu bereuen haben; sie erfreuen sich an Gottes Gnade und Großzügigkeit. Gott wird den Gläubigen ihren Lohn nicht verweigern.“ (3:169)
„Es mögen die Ungläubigen nicht denken, Wir würden ihre Lebenszeit ihnen zuliebe verlängern. Wir gewähren ihnen Aufschub nur, damit sie noch mehr schwere Sünden begehen. Eine schmachvolle Strafe harret ihrer.“ (3:178)
„Die um Meinetwillen Verfolgung litten und kämpften und wurden ermordet: Ich will ihnen ihre Sünden vergeben und sie zu den Gärten führen, die von fließenden Bächen genährt werden, als Lohn Gottes; Gott hält die üppigste Belohnung für sie bereit. Lasst euch nicht täuschen vom Glück der Ungläubigen im Lande. Ihr Reichtum ist von kurzer Dauer. Die Hölle wird ihre Heimat sein, eine trostlose Ruhestätte.“ (3:195–96)
„Gott hat sie in ihrem Unglauben verflucht.“ (4:46)
„Gott wird denen nicht vergeben, die anderen Göttern neben Ihm dienen; Er wird aber andere Sünden vergeben, wem Er will. Wer neben Gott noch anderen Göttern dient, begeht eine abscheuliche Sünde … Seht euch die an, denen ein Teil der Schrift gegeben wurde. Sie glauben an Götzen und falsche Götter und sagen von den Ungläubigen: ‚Diese haben bessere Führung als die Gläubigen.‘“ (4:50–51)
„Die Unsere Offenbarung leugnen, werden Wir im Feuer verbrennen. Nicht wird ihre Haut verzehrt werden, bis Wir ihnen eine neue Haut geben, auf dass sie die Geißelungen wahrhaft auskosten dürfen. Gott ist mächtig und weise.“ (4:55–56)
„Ihr Gläubigen, strebt nicht nach der Freundschaft von Ungläubigen noch derer, denen das Buch vor euch gegeben wurde und die aus eurer Religion ein Spottbild und eine Zerstreuung gemacht haben.“ (5:57)
„Was euch offenbart wurde von eurem Herrn, wird gewiss auch die Boshaftigkeit und den Unglauben vieler von ihnen mehren. Wir haben Feindschaft und Hass in ihre Herzen gesät, die dort verbleiben werden bis zum Tag der Auferstehung.“ (5:65)
„Gott gewährt den Ungläubigen keine Führung.“ (5:67)
„Was euch von eurem Herrn offenbart wurde, wird gewiss auch die Boshaftigkeit und den Unglauben vieler von ihnen mehren. Doch grämt euch nicht wegen der Ungläubigen.“ (5:69)
„Ihr seht, viele von ihnen schließen Freundschaft mit den Ungläubigen. Das Böse ist es, zu dem ihre Seele sie treibt. Sie haben den Zorn Gottes erregt und sollen ewige Qualen leiden … Ihr werdet erkennen: Die am unversöhnlichsten sind in ihrem Hass gegen die Gläubigen, das sind die Juden und die Heiden. In ihrer Zuneigung am nächsten aber sind jene, die von sich sagen: ‚Wir sind Christen.‘“ (5:80–82)
„Die nicht glauben und Unsere Offenbarationen leugnen, werden zu Bewohnern der Hölle werden.“ (5:86)
„Sie leugnen die Wahrheit, wenn man sie ihnen erklärt; doch sie sollen die Folgen ihrer Verachtung spüren.“ (6:5)
„Wir haben ihnen mehr Macht im Lande verliehen als euch (den Mekkanern), schickten ihnen vom Himmel Ströme überfließenden Wassers und gaben ihnen Flüsse, die sich zu ihren Füßen wanden. Weil sie aber sündigten, haben Wir sie alle vertilgt und zogen nach ihnen andere Generationen groß. Würden Wir euch ein Buch herabsenden, auf echtes Pergament geschrieben, und sie könnten es mit eigenen Händen berühren, so würden die Ungläubigen dennoch beteuern: ‚Dies ist nichts als reine Hexerei.‘ Sie fragen: ‚Warum wurde kein Engel herab zu ihm [Mohammed] gesandt?‘ Hätten wir aber einen Engel geschickt, so wäre ihr Schicksal besiegelt gewesen, und sie hätten keine Gnade gefunden.“ (6:5–8)
„Wer ist verderbter als der Mensch, der Unwahrheiten erfindet, um Gott zu schaden, und Seine Offenbarungen leugnet?“ (6:21)
„Manche von ihnen schenken euch Gehör. Wir aber haben ihre Herzen mit Schleiern verhüllt und sie schwerhörig gemacht, damit sie eure Worte nicht verstehen. Sie werden an keines Unserer Zeichen glauben, auch wenn sie sie alle miteinander sehen. Wenn sie kommen, um mit euch zu streiten, sagen die Ungläubigen: ‚Das sind nichts als alte, erfundene Geschichten.‘ Sie verbieten es, verwahren sich dagegen. Sie richten nichts zu Grunde als sich selbst, obgleich sie es nicht merken. Könntet ihr sie nur sehen, wenn sie vor dem Feuer stehen! Dann werden sie sagen: ‚Ach, könnten wir nur umkehren! Wir würden kein zweites Mal die Offenbarungen des Herrn leugnen, sondern wahre Gläubige sein.‘“ (6:23–27)
„Würde man sie aber zurückschicken, würden sie erneut tun, was ihnen verboten ist. Sie sind allesamt Lügner.“ (6:29)
„Hätte es Gott gefallen, so hätte er ihnen Führung gewährt, einem jeden von ihnen.“ (6:35)
„Taub und stumm sind jene, die Unsere Offenbarungen leugnen: Sie irren umher in Finsternis. Gott führt in die Irre, wen er will, und geleitet auf einen rechten Pfad, wer Ihm beliebt.“ (6:39)
„Ihre Herzen wurden verhärtet, und Satan machte, dass ihnen ihr Tun gerecht erschien. Und hatten sie Unsere Ermahnungen vollends vergessen, so gewährten wir ihnen alles, was sie sich wünschten; doch noch während sie sich an dem erfreuten, was ihnen zuteil wurde, suchten Wir sie heim und stürzten sie in tiefste Verzweiflung. So wurden die Übeltäter ausgemerzt. Lob sei Gott, dem Herrn des Universums!“ (6:43–45)
„Die Unsere Offenbarungen leugnen, sollen für ihre Missetaten bestraft werden.“ (6:49)
„Solche sind es, die von ihren eigenen Sünden verdammt werden. Siedendes Wasser sollen sie trinken und schwer für ihren Unglauben bestraft werden.“ (6:70)
„Ach, könntet ihr nur die Übeltäter sehen, wenn der Tod über sie kommt! Mit ausgestreckten Händen werden die Engel sagen: ‚Gebt eure Seelen hin! Heute sollt ihr belohnt werden mit der Geißel der Schmach, denn ihr habt von Gott gesagt, was nicht wahr ist, und Seiner Offenbarungen gespottet.‘“ (6:93)
„Haltet euch fern von den Heiden. Hätte Gott es gefallen, so hätten sie nie ihren Götzen gehuldigt. … Wir wollen ihre Herzen und Augen von der Wahrheit abwenden, weil sie sich zunächst weigerten, daran zu glauben. Wir wollen sie herumstolpern lassen in ihren Missetaten. Schickten Wir Engel zu ihnen herab und ließen Tote zu ihnen sprechen … und würden alles sichtbar machen vor ihren Augen, so blieben sie dennoch ungläubig, außer Gott wäre dagegen … Deshalb haben Wir jedem Propheten einen Feind bestimmt: die Teufel und Dschinns nämlich unter den Menschen, die sich nichtige und schöngefärbte Lügen zuflüstern. Doch hätte es eurem Herrn gefallen, so wäre dies nicht so gekommen. Deshalb lasst sie allein mit ihren Märchen, auf dass die Herzen jener, die an ein kommendes Leben nicht glauben, ihren Reden gewogen sein, sich ihrer erfreuen und auf dem Pfad der Sünde verharren werden.“ (6:107–12)
„Die Teufel werden ihre Jünger lehren, wie man mit euch streitet. Gehorcht ihr ihnen, werdet ihr selbst zu Götzendienern … Gott wird die Missetäter erniedrigen und sie wegen ihrer Ränke einem bitteren Strafgericht zuführen.“ (6:121–25)
„Wen Gott auf den rechten Weg führen will, dessen Busen öffnet Er für den Islam. Wen Er aber in die Irre führen will, dessen Busen macht er schmal und verengt ihn, als wolle jener aufsteigen zum Himmel. So wird Gott die Ungläubigen ihrer Züchtigung zuführen.“ (6:125)
