Sklavenmoral

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Das katholische Kirchenoberhaupt Franz küßt Drogensüchtigen und HIV-Trägern die Füße; eine Attitüde, die nur sehr schwachen Menschen oder völlig verdrehten Köpfen vorbildlich erscheinen kann. Zu welchen Einstellungen wird erzogen, wo und wenn diese rituelle Fußwaschung und dieses Füßeküssen ein sittlich-normatives Vorbild sein soll?

Sklavenmoral ist die – nach dem deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche – aus Ressentiments gegen die „Herren“ (die Starken, Mächtigen) von Schwachen, von Unterdrückten, von „Schlechtweggekommenen“, ausgebildete Moral, die das Schwache, besonders in Form christlicher Werte wie Demut, Nächsten- und Feindesliebe, zur ethischen Norm erhebt.

Nach Nietzsche ist jegliches Ethos einzig und allein nach seinem Wert für das Leben zu beurteilen. Die Gestalt einer normativen Ordnung ist, Nietzsches Beobachtungen zufolge, Ausdruck der tatsächlichen persönlichen Eigenschaften der hauptsächlichen Träger der betreffenden Moral. Dem Maßstab einer aus dem vitalistisch-selbstbewußten Elan wertsetzender Aristokratien geschöpften Ethik genügen die aus semitischen Schriften stammenden und zu abendländischen Werten gewordenen Moralvorstellungen des Judäochristentums seiner Auffassung nach nicht, so daß eine fundamentale „Umwertung aller Werte“ notwendig sei (und auf die Epoche des Modernismus auch folgen werde).

Den Gegensatz bildet die Herrenmoral, welche die Herrschaft der Starken zur Grundlage der sittlichen Wertordnung macht.

Zitate

  • „Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, daß er die Weisen zu Schanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, daß er zu Schanden mache, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das da nichts ist, daß er zunichte mache, was etwas ist.“ — Aus dem Neuen Testament: 1. Kor. 1,27–28 (Luther-Übersetzung 1912)
  • „Denn was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott.“ – Lukas 16,15
  • „Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.“ – Matthäus 23,12
  • „Es gibt Herren-Moral und Sklaven-Moral – ich füge sofort hinzu, daß in allen höheren und gemischteren Kulturen auch Versuche der Vermittlung beider Moralen zum Vorschein kommen, noch öfter das Durcheinander derselben und gegenseitige Mißverstehen, ja bisweilen ihr hartes Nebeneinander – sogar im selben Menschen, innerhalb einer Seele. Die moralischen Wertunterscheidungen sind entweder unter einer herrschenden Art entstanden, welche sich ihres Unterschieds gegen die beherrschte mit Wohlgefühl bewußt wurde – oder unter den Beherrschten, den Sklaven und Abhängigen jeden Grades. Im ersten Falle, wenn die Herrschenden es sind, die den Begriff ›gut‹ bestimmen, sind es die erhobenen stolzen Zustände der Seele, welche als das Auszeichnende und die Rangordnung Bestimmende empfunden werden. Der vornehme Mensch trennt die Wesen von sich ab, an denen das Gegenteil solcher gehobener stolzer Zustände zum Ausdruck kommt: er verachtet sie. Man bemerke sofort, daß in dieser ersten Art Moral der Gegensatz ›gut‹ und ›schlecht‹ so viel bedeutet wie ›vornehm‹ und ›verächtlich‹ – der Gegensatz ›gut‹ und ›böse‹ ist andrer Herkunft. Verachtet wird der Feige, der Ängstliche, der Kleinliche, der an die enge Nützlichkeit Denkende; ebenso der Mißtrauische mit seinem unfreien Blicke, der Sich-Erniedrigende, die Hunde-Art von Mensch, welche sich mißhandeln läßt, der bettelnde Schmeichler, vor allem der Lügner – es ist ein Grundglaube aller Aristokraten, daß das gemeine Volk lügnerisch ist. [...] Die Sklaven-Moral ist wesentlich Nützlichkeitsmoral. Hier ist der Herd für die Entstehung jenes berühmten Gegensatzes ›gut‹ und ›böse‹ – ins Böse wird die Macht und Gefährlichkeit hineinempfunden, eine gewisse Furchtbarkeit, Feinheit und Stärke, welche die Verachtung nicht aufkommen läßt. Nach der Sklaven-Moral erregt also der ›Böse‹ Furcht; nach der Herren-Moral ist es gerade der ›Gute‹, der Furcht erregt und erregen will, während der ›schlechte‹ Mensch als der verächtliche empfunden wird. Der Gegensatz kommt auf seine Spitze, wenn sich, gemäß der Sklavenmoral-Konsequenz, zuletzt nun auch an den ›Guten‹ dieser Moral ein Hauch von Geringschätzung hängt – sie mag leicht und wohlwollend sein –, weil der Gute innerhalb der Sklaven-Denkweise jedenfalls der ungefährliche Mensch sein muß: er ist gutmütig, leicht zu betrügen, ein bißchen dumm vielleicht, un bonhomme. Überall, wo die Sklaven-Moral zum Übergewicht kommt, zeigt die Sprache eine Neigung, die Worte ›gut‹ und ›dumm‹ einander anzunähern.“Friedrich Nietzsche[1]

Siehe auch

Filmbeiträge

Wo liegt die Wurzel allen Übels? (YouTube-Kanal: Sapere Aude)

Literatur

  • Friedrich Nietzsche:
  • Jürgen Rieger: Von der christlichen Moral zu einer biologisch begründeten Ethik. [Broschur, 63 S.] Leseprobe und Bestellmöglichkeit [1]
  • Heinz-Werner Kubitza: Der Jesuswahn. Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung. Tectum Verlag, Marburg ³2013, ISBN 978-3-8288-2435-5
  • Dietrich Schuler:
    • Psychologische, historische und politideologische Auswirkungen der Wüstenreligion / Christliches „Seelenheil“ – Zersetzung des Gemeinschaftssinns; beide Abschnitte in: Kreatismus als geistige Revolution. Die notwendige Überwindung der Wüstenreligion, Verlag Ahnenrad der Moderne, Bad Wildungen 2009, ISBN 978-3-935562-13-3, S. 111–127
    • Verabsolutierung weiblicher Werte / Das Christentum als Quelle der Un- und Antipolitik; beide Abschnitte in Die Stunde des Kreatismus. Von der notwendigen Überwindung des Christentums, 1993
  • Andreas Edmüller: Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist. Tectum, 2015, ISBN 978-3828836556
  • Rolf Bergmeier: Schatten über Europa. Der Untergang der antiken Kultur. Alibri Verlag, Aschaffenburg 2012, ISBN 978-3-865-69075-3 [Das Christentum als Zerstörer einer europäischen Hochkultur]
  • Ernst Mann: Die Überwindung des Christentums durch den aristokratischen Gedanken, Fritz Fink Verlag, Weimar 1927 [mit Ausrichtung an Lebensbejahung und Herrenmoral; 193 S.]

Verweise

Fußnoten

  1. Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. Neuntes Hauptstück: Was ist vornehm, Nr. 260