Deutsche jüdischen Glaubens

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Kant über den angeblichen jüdischen Glauben.jpg

Deutsche jüdischen Glaubens (auch fälschlicherweise als deutsche Juden bezeichnet) gibt es nicht. Es handelt sich vielmehr um eine politisch korrekte Bezeichnung für Juden, die sich kurz- oder längerfristig in Deutschland aufgehalten haben oder aufhalten. Meist sind sie auch in Deutschland aufgewachsen und sprechen Deutsch als Muttersprache, daher werden sie auch als deutschsprachige Juden bezeichnet.

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Gestatten Sie, daß ich hier einen banalen Vergleich ausführe, den ich schon sonst in Reden vorgebracht habe: ein Pferd, das im Kuhstall geboren wurde, ist noch lange keine Kuh. Ein Jude, der in Deutschland geboren ist, ist noch lange kein Deutscher, er ist immer noch ein Jude.

– Hermann Ahlwardt, Pommerscher Reichstagsabgeordneter am 6. März 1895 im Deutschen Reichstag


Korrekter und angemessen ist es, von „Juden in Deutschland“ zu sprechen, wie es der Zentralrat der Juden in der BRD tut. Im übrigen ist ein Großteil der Juden atheistisch oder nichtreligiös. In Israel sind in den 2020er-Jahren Hiloni (säkular) zwischen 42 und 45 Prozent. In den USA ist die Zahl der Juden, die keiner religiösen Richtung angehören, die säkular oder atheistisch sind, zusammengenommen rund 30 Prozent.

Die Jüdin Edith Stein gab nach ihrer katholischen Taufe zu bedenken:

„Ich hatte die Praxis meiner jüdischen Religion als Mädchen von 14 Jahren aufgegeben und fühlte mich erst nach meiner Rückkehr zu Gott wieder jüdisch.“[1]

Theodor Billroth über das Märchen von „deutschen Juden“:[2]

Theodor Billroth - Über die Juden.jpg

Zitate

  • „Ein Jude ist eine Person, die sich zum jüdischen Glauben bekennt. Aber wie Oberflächlich diese Antwort ist, läßt sich an einer einfachen Parallele unschwer erkennen. Fragen wir: Was ist eine Schnecke? Dann würde die entsprechende Antwort lauten: Eine Schnecke ist ein Tier, das ein Schneckenhaus bewohnt. Das ist nicht völlig unkorrekt, aber sicher nicht erschöpfend; denn das Schneckenhaus ist zufällig nur eines der Stoffprodukte der Schnecke. Ebenso ist der jüdische Glaube nur eines der Merkmale der jüdischen Gemeinschaft. Außerdem ist bekannt, daß eine Schnecke ihr Haus abwerfen kann, ohne damit aufzuhören, eine Schnecke zu sein. Der Jude, der seinen Glauben aufgibt, befindet sich in einer ähnlichen Lage. Er bleibt dennoch ein Jude!“Albert Einstein[3]

Siehe auch

Fußnoten

  1. Zitiert in: Heinz-Joachim Fischer: „Päpste und Juden. Die Wende unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI.“, LIT Verlag Münster, 2012, S. 146
  2. In: Theodor Fritsch: „Handbuch der Judenfrage“, 1907, S. 122 f.
  3. In: Aus meinen späten Jahren, Deutsche Verlags-Anstalt, 1952, S. 251 auch zitiert in: Horst Althaus: Heiden, Juden, Christen, Verlag Königshausen & Neumann, 2007, S. 371f, (eingeschränkte Voransicht auf Google-Bücher)