Goetz, Ferdinand
Ferdinand Goetz ( 24. Mai 1826 in Leipzig; 13. Oktober 1915 ebenda) war ein deutscher Mediziner und von 1860 bis zu seinem Tode Vorsitzender der deutschen Turnerschaft.
Inhaltsverzeichnis
Leben
1847 traf er „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn in Freyburg a. d. Unstrut. 1851 ließ er sich zuerst als praktischer Arzt in Geithain in Sachsen nieder und lebte dann ab 1855 ununterbrochen als Gemeindearzt in Leipzig-Lindenau. Hier war er ab 1860 Geschäftsführer und ab 1895 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Turnerschaft, der seinerzeit weltgrößten Turnorganisation. Seit 1867 war er zudem Abgeordneter des Norddeutschen Reichstags und danach des Deutschen Reichstags. Außerdem war er bis zur Eingemeindung Lindenaus in die Stadt Leipzig im Gemeinderat der Landgemeinde Lindenau aktiv. Im Jahre 1896 wurde eine Straße im Leipziger Stadtteil Lindenau nach ihm benannt. Ihm ist es zu verdanken, daß 1894 in Freyburg/Unstrut die Jahn-Erinnerungsturnhalle gebaut wurde und 1903 das Jahn-Museum entstand. Die Etablierung einer Arbeitersportbewegung lehnte er jedoch kategorisch ab und sprach sich ebenso im Jahre 1896 gegen eine deutsche Teilnahme an den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen aus.
Anläßlich seines 100. Geburtstages wurde ein vom Leipziger Bildhauer Carl Seffner geschaffenes Denkmal im Garten seines Wohnhauses in der Lützner Straße 11 enthüllt.
Werke (Auswahl)
- Handbuch der deutschen Turnerschaft
- Liederbuch für die Deutsche Turnerschaft
- Anleitung für den Bau und die Einrichtung deutscher Turnhallen, 1897 (Netzbuch)
Literatur
- Paul Hentzschel: Zum Gedächtnis Ferdinand Götz zu seinem 100. Geburtstag 24. Mai 1826-1926, Verlag Hesse & Becker Leipzig 1926
- Hugo Rühl: Ferdinand Goetz. Ein deutsches Turnerleben, Schraepler-Verlag Leipzig 1921