Jahn, Friedrich Ludwig

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Deutsches Bekenntnis des „Turnvaters“ Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Friedrich Ludwig Jahn:
„Meine Hoffnung für Deutschland und Deutschheit lebt, mein Glaube an die Menschheit wankt nicht: Denn unverrückt sehe ich die ewige Ordnung der Dinge walten. Und so will ich die drei heiligen Offenbarungen der Menschheit, Natur, Vernunft, Geschichte, frei und unentstellt, und ohne Hehl verkünden.“[1]

Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn (Lebensrune.png 11. August 1778 in Lanz; Todesrune.png 15. Oktober 1852 in Freyburg/Unstrut) war ein deutscher Pädagoge, Sprachschützer, Offizier und der Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war. Sie war entstanden u. a. mit der Zielsetzung, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens vor dem Untergang vorzubereiten. 1810 stifteten Jahn, Friesen und zehn weitere den „Deutschen Bund“ mit dem Ziel der Befreiung Deutschlands vom Franzosentum und der Wiedererlangung der Reichseinigkeit unter dem Wahlspruch: „Deutschheit, Mannheit und Freiheit“. 1813 kämpfte der zukünftige Ritter des Eisernen Kreuzes II. Klasse bei den Befreiungskriegen als Oberleutnant in der Freischar von Adolf Freiherr von Lützow.

Leben

Zeichnung Jahns mit Turnerkreuz (FFFF, steht für „frisch, fromm, fröhlich, frei“)
Zitat
„Auf dem rechten Elbufer geboren, in einer Altpreußischen Landschaft, (wo meine Väter, schon vor dem dreißigjährigen Kriege der Religion wegen aus Böhmen vertrieben, ein zweites Vaterland fanden) trank ich mit der Mutterliebe, die Liebe zum Vaterlande. Nie ist sie seitdem an der Hoffnungslosigkeit gestorben, schon als Knaben erweckte sie mich aus dem Schlummerdasein, beschwingte meinen Geist als Jüngling, und begeistert mich noch jetzt unter Trümmern. Deutschland, wenn es einig mit sich, als deutsches Gemeinwesen, seine ungeheuren niegebrauchten Kräfte entwickelt, kann einst der Begründer des ewigen Friedens in Europa, der Schutzengel der Menschheit sein! – Das ruht auf seiner Lage und seinem Volke, und bleibt selbst durch seine neueren Verhältnisse.“[2]

In seiner 1808 verfaßten Schrift Deutsches Volksthum[3], 1810 in Lübeck publiziert, skizzierte er erstmals seinen entschiedenen völkischen Nationalismus, zu dem er während der französischen Besatzung gekommen war und den er mit scharfen Angriffen auf die „Ausländerei“ und die „Verwelschung“ verband:[4]

„Unglückliches Deutschland! Die Verachtung deiner Muttersprache hat sich fürchterlich gerächt. Du warst schon länger dir unwissend durch eine fremde Sprache besiegt, durch Fremdsucht ohnmächtig, durch Götzendienst des Auslandes entwürdigt. Nie hätte dein Überwinder so vielfach in einem andern Lande gesiegt, wo die Vergötterung seiner Sprache nicht mitgefochten … Diese Sprache hat deine Männer betört, deine Jünglinge verführt, deine Weiber entehrt.--- Deutsche, fühlt wieder mit männlichem Hochsinn den Wert eurer edeln lebendigen Sprache, schöpft aus ihrem nieversiegenden Urborn, grabet die alten Quellen auf, und lasset Lutetiens[5] stehende Lache in Ruhe!“

Hier vertrat Jahn die Ansicht, Deutschland solle eine größere Rolle in Europa einnehmen; dies sei auch möglich, wenn man sich auf die Einheit der Deutschen besinne. Als Ziel nannte er ein „Großdeutschland“, zu dem auch die Schweiz, Holland und Dänemark gehören würden. Hauptstadt solle die neue Stadt Teutonia werden, die in Thüringen gegründet werden solle, wo sich die Fernstraßen aus den dann deutschen Grenzstädten Genf, Memel, Fiume, Kopenhagen, Dünkirchen und Sandomir treffen würden.

Den ersten Turnplatz schuf er 1811 (schon seit 1810 fanden dort Turnübungen zur Ertüchtigung der akademischen Jugend statt) auf der Berliner Hasenheide. Bereits 1811/12 wurde von Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen der erste Plan zur Gründung einer „Burschenschaft“ (Bursche war die zeitgenössische Bezeichnung für Student) gefaßt, eine Idee, die Karl Horn als Hauptgründer der Urburschenschaft 1815 in Jena umsetzte. Jahn war Mitglied des Lützowschen Freikorps während der Befreiungskriege.

„So stand Jahn, im Range eines Premierleutnants, nach der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen im August 1813 an der Spitze des 3. Bataillons des Königlich preußischen Freikorps. Das Bataillon lag bis zum 18.08.1813 zunächst bei Stecknitz. Nachdem Lauenburg am 19.08.1813 von den Franzosen erobert wurde deckte Jahn mit seiner Truppe den Rückzug. Am 04.09.1813 brach das Regiment von Gresse über Wittenburg, Zarrentin und Gudow auf. [...] Zu beklagen waren nach dem Gefecht: 9 Tote, 6 Vermißte,und 18 Verwundete. [...] Für seinen persönlichen Mut wurde Friedrich Ludwig Jahn in die Liste der berechtigten Offiziere des 25. Infanterieregiements, dem Nachfolgeregiment der Infanterie des Königlich preußischen Freikorps von Lützow, aufgenommen. Bereits am 30.08.1815 erhielt Premierleutnant Jahn sein Entlassungspatent und trat als Professor in den Zivilstand. Durch diese Benennung erwarb er sich den Anspruch auf das Eiserne Kreuz in der Erbfolge. Die auf einer solchen Liste aufgeführten Personen hatten somit den Anspruch erworben das Eiserne Kreuz im Wege der Erbfolge zu erhalten.“

Chronologie der Demagogenverfolgung

Jahn, Friedrich Ludwig.jpg
Friedrich Ludwig Jahn als Genosse Walhallas; Jahns Büste wurde von Georg Müller gestaltet und 1928 eingeweiht.
Gedenkmedaille zur Aufnahme Jahns in die Ruhmeshalle „Walhalla“
  • 13.7.1819: Jahn wird vom Krankenbett seines Kindes weg im Zuge der Demagogenverfolgung (weil er sich gegen die monarchistische Kleinstaaterei und für ein geeinigtes Deutschland einsetzt) verhaftet und 5 Jahre lang in Spandau, Küstrin, Berlin und Kolberg gefangen gehalten. Der Turnplatz in der Berliner Hasenheide wird nicht zur jährlichen Wiedereröffnung freigegeben (Turnsperre in ganz Preußen u. a. deutschen Staaten)
  • Nach der Bluttat des Burschenschaftlers Karl Ludwig Sand in Mannheim an dem Schriftsteller und politischen Konservativen August von Kotzebue (erbitterter Gegner der deutschen Nationalbewegung) geht durch Preußen und Deutschland eine Welle staatlicher Repression gegenüber allen liberalen Geist. Der österreichische Staatskanzler Fürst Metternich setzt in den geheimen Karlsbader Konferenzen eine Reihe von Reaktionsmaßnahmen durch, die vom Deutschen Bund am 20. September 1819 beschlossen werden. Diese sogenannten „Karlsbader Beschlüsse“, die bis zur Revolution von 1848 in Kraft bleiben, verbieten die Burschenschaften, unterstellen die Universitäten einer ständigen polizeilichen Überwachung, führen die Zensur im gesamten Deutschen Bund ein, setzen eine „Zentraluntersuchungskommission“ in Mainz zur Ermittlung von „revolutionären Umtrieben“ ein und schaffen eine Exekutionsordnung, die es dem Bund erlaubt, militärisch in den Einzelstaaten zu intervenieren.
  • 13.1.1824: Erstes Urteil gegen Jahn; noch 2 Jahre Festungshaft.
  • 15.3.1825: Freispruch Jahns, unter der Bedingung, in keiner Universitäts- oder Gymnasialstadt Deutschlands zu wohnen.
  • 1825-1852: Jahn lebt unter Polizeiaufsicht in Freyburg an der Unstrut
  • Juni 1825: Jahn zieht nach der Haftentlassung nach Freyburg/Unstrut (heutiges Sachsen-Anhalt), steht aber weiterhin unter Polizeiaufsicht
  • Sep. 1828: Zeitweilige Ausweisung ins thüringische Kölleda, wegen angeblicher Kontakte mit Schülern und Lehrern höherer Schulen der Umgebung.
  • 1840: Erst im Jahr 1840 wurde Friedrich Ludwig Jahn rehabilitiert und erhielt nachträglich für Tapferkeit in den Befreiungskriegen das Eiserne Kreuz
  • 25.8.1848: Jahn gerät als Abgeordneter des Regierungsbezirkes Merseburg in der Frankfurter Nationalversammlung mit seiner Rede in Gegensatz zu den revolutionären Turnern, tritt für „Ruhe und Ordnung“ ein
  • 15.10.1852 Dr. Friedrich Ludwig Jahn stirbt im Alter von 74 Jahren in Freyburg an der Unstrut.

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:

„Der deutsche ‚Turnvater‘, dessen Wahlspruch: ‚Frisch, froh, fromm, frei‘; 1806 Theilnehmer an den unglücklichen Kämpfendes preußischen Heeres, während des Friedens hauptsächlich durch Betreibung des Turnwesens für Kräftigung der Jugend und Wiedererhebung des Vaterlandes thätig, 1813 Offizier im Lützow'schen Korps. Nachher, als Turnlehrer wie als Schriftsteller, durch die sogenannte Deutschthümelei und einen abenteuerlichen Franzosenhaß auffallend, unterlag Jahn, wie damals so Viele, argen Verfolgungen, mehrjähriger Untersuchungshaft und selbst, als er aus dieser entlassen war, empfindlichen Freiheitsbeschränkungen; er hatte ja, wie ein Bericht der Bundestagskommission motivirt, die höchst gefährliche Lehre von der Einheit Deutschlands aufgebracht.‘ Die letzten Jahrzehnte weilte er zu Freiburg a. d. Unstrut, geachtet als lebendiges Denkmal einer bedeutenden Zeit. Sein Werk ‚Deutsches Volksthum‘ hat dauernden Werth; sein Leben und Streben wird namentlich in den Kreisen der Turner gepflegt und hochgehalten, die ihm in der Hasenhaide bei Berlin ein großartiges Monument gesetzt haben.“[6]

Das Handbuch der Judenfrage von 1944 stellt folgendes fest:

Der Begründer der deutschen Turnkunst, Friedrich Ludwig Jahn, war durch scharfe Beobachtung und durch umfassende Geschichtskenntnis trotz mangelnder wissenschaftlicher Unterlagen zu einer klaren Anschauung über die Rassenfrage gelangt. Er warnte nachdrücklich vor jeder blutlichen Vermischung, die nur zum ‚verächtlichsten Auskehricht des Menschengeschlechtes‘ führen könne, und stellte fest: ‚Je reiner ein Volk, je besser - je vermischter, je bandenmäßiger‘. Allein bald nach der 1842 erfolgten Aufhebung des über zwei Jahrzehnte sich erstreckenden Turnverbotes in Preußen und weiteren deutschen Staaten folgte das Jahr 1848 mit der Welle eines falsch verstandenen Freisinns, der auch die klare völkische Lehre des Altmeisters trübte und dem Judentum das Einnisten in den Turnvereinen erleichterte. Als 1860 in Koburg die Deutsche Turnerschaft als die damals einzige Vereinigung aller deutschen Turner erstand, waren Jahns Grundsätze von der Reinheit des Blutes bereits lange vom Zeitgeist überwuchert. Schon in dem der Gründung folgenden Jahre hatte die Deutsche Turnerschaft ihre politische Neutralität satzungsgemäß festgelegt, worunter in der Folgezeit auch neutrales Verhalten in religiöser Hinsicht verstanden wurde. Daß die Judenfrage nicht glaubenstümlich, sondern rassisch zu werten sei, war ja zu jener Zeit noch nicht zur Allgemeinerkenntnis geworden. ‚Weder das Religionsbekenntnis noch die politische Gesinnung sollten hier etwas zu sagen haben‘, schreibt der verstorbene Oberturnwart der Deutschen Turnerschaft, Max Schwarze. Durch diese Festlegung war dem verstärkten Eindringen der Juden in die Turnbewegung Tür und Tor geöffnet.[7]

Staat und Volk:

„Nichts ist ein Staat ohne Volk, ein seelenloses Kunstwerk; nichts ist ein Volk ohne Staat, ein leibloser luftiger Schemen, wie die weltflüchtigen Zigeuner und Juden. Staat und Volk in Eins, geben erst ein Reich, und dessen Erhaltungsgewalt bleibt das Volksthum.“[8]

Zitate

  • „Ein Volk, das mit Lust und Liebe die Ewigkeit seines Volkstums auffaßt, kann zu allen Zeiten sein Wiedergeburtsfest und seinen Auferstehungstag feiern.“
  • „Das spanische Sprichwort: ‚Traue keinem Maulesel und keinem Mulatten‘ ist sehr treffend, und das deutsche ‚nicht Fisch nicht Fleisch‘ ist ein warnender Ausdruck. Je reiner ein Volk, je besser; je vermischter, je bandenmäßiger.“
  • „Ohne die Geschichte des Vaterlandes, ohne die Kenntnis seiner Vorteile, kann der Bürger sein Vaterland nicht lieben, ohne die Tugenden seiner Väter zu wissen, kann er ihnen nicht nachstreben; ohne von den Patrioten gehört zu haben, kann er ihnen nicht nacheifern; kurz, ohne die Kenntnis der vaterländischen Geschichte ist der Bürger ein Spielball in der Hand eines schlauen Betrügers.“
  • „Nur in einer edlen Liebe, nur in dem großen Gedanken an ein gemeinschaftliches, allumfassendes Vaterland, an den gemeinsamen Vaterherd, kann sich der Deutsche groß und zu jeder Heldentat entschlossen fühlen, denn der Gedanke eines Brüdervolkes, in dem sich alle einzelnen Stämme vereinen, das lebendige Bewußtsein, Kinder des einen großen mütterlichen Landes zu sein, umschlungen von den Banden des einen germanischen Volkes, erhebt zu jenen gewaltigen Empfindungen des wahren Gemeingeistes und Volkssinnes, welche die Wunder der Vaterlandsliebe in der Geschichte verrichten lassen.“[9]
  • „Der Name Deutsch war bis zu den neuesten Unglücksfällen, ein Beehrungswort. ‚Ein Deutscher Mann‘, ‚das war Deutsch gesprochen‘, ‚ein Deutsches Wort‘, ‚ein Deutscher Händedruck‘, ‚Deutsche Treue‘, ‚Deutscher Fleiß‘, – alle diese Ausdrücke zielen auf unser festgegründetes, wenn freilich nicht mit prunkendem Außenschein hervorstechendes Volksthum. Vollkraft, Biederkeit, Gradheit, Abscheu der Winkelzüge, Rechtlichkeit, und das ernste Gutmeinen, waren seit einem Paar Jahrtausenden die Kleinode unsers Volksthums, und wir werden sie auch gewiß durch alle Weltstürme bis auf die späteste Nachwelt vererben. Aber dennoch wird es, nach zweitausend Irrjahren, endlich ein Mahl hohe Zeit, daß wir, das menschenreichste Volk Europas, uns mit einander für Zeitwelt und Nachwelt verständigen […] So ist unser Erbtheil, die Deutschheit, ein menschheitliches Volksthum.“

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

Literatur

  • 96-book.png HTML PDF Vertheidigungs-Schrift für den Doktor der Philosophie Friederich Ludwig Jahn, 1823
  • 96-book.png PDF Carl Philipp Euler: Friedrich Ludwig Jahn. Sein Leben und Wirken, 1881
  • 96-book.png PDF Guntram Schultheiss: Friedrich Ludwig Jahn, sein Leben und seine Bedeutung, 1894
  • Friedrich Quehl: Friedrich Ludwig Jahn: Volk, Staat und Menschheit. Ein Vortrag, Jahnbund-Verlag, Berlin 1925
  • Konrad Dürre: Friedrich Ludwig Jahn, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Zweiter Band, S. 524–539
  • Franz Bauer: Friedrich Ludwig Jahn. Das Leben eines Nationalsozialisten aus früher Zeit, Franz Schneider Verlag, Leipzig 1934
  • Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie, Propyläen Verlag, Berlin 1935–1937, 4 Bde., 1 Ergänzungsbd. 1943; Zweiter Band, S. 524–539

Verweise

Fußnoten

  1. Deutsches Volksthum, 1810, Seite XIX
  2. Deutsches Volksthum, 1810, S. XIV–XV
  3. Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek
  4. Deutsches Volksthum, S. 199 f.
  5. Der antike Name von Paris.
  6. Dreihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer“ von Ludwig Bechstein, Karl Theodor Gaedertz, Hugo Bürkner, Leipzig am Sedantage 1890, 5. Auflage (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  7. Handbuch der Judenfrage - Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des jüdischen Volkes (PDF-Datei) Hammer-Verlag, Leipzig 1944, S. 218f.
  8. Deutsches Volksthum, 1810, S. 18
  9. Jahn in der Verfassung der Urburschenschaft von 1815
  10. Ferdinand Vergin: Sein Vermächtnis für die Gegenwart in Der Schulungsbrief, 1936, S. 122