Harden, Maximilian

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Maximilian Harden

Maximilian Harden, eigentlich Felix Ernst Witkowski (geb. 20. Oktober 1861 in Berlin; gest. 30. Oktober 1927 in Montana/Kt. Wallis, Schweiz) war ein jüdischer Publizist, Kritiker, Journalist, Schauspieler und Schriftsteller, der sich in Deutschland niedergelassen hatte. Da er seine jüdische Herkunft im kaiserlichen Deutschland der achtziger Jahre als Hindernis betrachtete, nahm er im Jahre 1886, damals noch Schauspieler, eine Änderung seines ursprünglichen Namens Witkowski vor und nannte sich nunmehr Maximilian Harden. Aber er war auch „Kent“, „Apostata“, „Proteus“, „Theophil Zolling“, „Kunz von der Rosen“ und weitere Pseudonyme, die er benutzte. Alles Masken, mit denen er jonglierte, um seine journalistische Wühltätigkeit gegen Deutschland kaschieren zu können.

Werdegang

Maximilian Harden wurde am 20. Oktober 1861 als Sohn eines jüdischen Seidenhändlers in Berlin geboren.[1] Sein Bruder, als langjähriger Oberbürgermeister von Posen, Mitglied des preußischen Herrenhauses, nahm den Namen Witting an.

Maximilian Harden war ein vielfältiger, eitler, widerspruchsvoller Mensch und in der Kaiserzeit und anfangs der Weimarer Republik wegen seiner Gnadenlosigkeit einer der gefürchtetsten und einflussreichsten Journalisten Deutschlands. Dem Deutschen Theater unter dem, ebenso jüdischen Volksangehörigen, Max Reinhardt war Harden ein einflußreicher und geschätzter Berater.

Nach abgebrochener Schulausbildung war er als Schauspieler in Wanderbühnen unterwegs.[1] Im Jahre 1878 aus Opportunitätsgrunden zum Protestantismus „konvertiert“, war er danach als Journalist tätig. 1892 gründete er die politische Wochenzeitschrift „Die Zukunft“, die zu einem der einflußreichsten publizistischen Organe im Kaiserreich wurde.[2] Damit hatte er die publizistische Basis, um von 1906–1909 in einer Artikelserie das Umfeld des Kaisers als moralisch verwerflich zu diskreditieren. Er bezichtigte Fürst Philipp zu Eulenburg der Homosexualität und des Meineids und warf ihm unheilvollen politischen Einfluß vor. Er hatte somit durch gezielte Indiskretion den größten Skandal des Kaiserreichs erst kreiert, um damit Politik zu machen.

Um den Kaiser anzugreifen, musste Harden dessen Umgebung neutralisieren. Zuerst geriet ihm Kuno Graf von Moltke ins Visier. Harden nahm Kontakt zur geschiedenen Frau des Grafen auf und bekam, neben der Kenntnis weiterer intimer Details, einen sehr persönlichen Brief Eulenburgs an Moltke in die Hände. Damit soll er ab 1902 Eulenburg erpresst und ihn zur Aufgabe des Botschafterpostens in Wien gezwungen haben. In der 1. Marokkokrise (1906) erschien der Kaiser als Bremser, wollte keinen Krieg mit Frankreich riskieren. Eulenburg war an den Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts beteiligt. In der Folge veröffentlichte Harden Artikel gegen die Politik des Kaisers und gab verklausulierte Hinweise auf dessen Umgebung. Man verstand: Der Kaiser war dem Einfluss verweichlichter Homoerotiker erlegen – statt die Interessen des Reiches kraftvoll zu vertreten. Schließlich bezichtigte Harden sowohl Moltke als auch Eulenburg offen damals strafbarer homosexueller Handlungen.[3]

Daraufhin kam es zu drei Prozessen gegen den engen Berater des Kaisers. Auch wenn eine Verurteilung Eulenburgs ausblieb, so hatte Witkowski alias Harden es geschafft, damit das Ansehen des Kaisers und des Hofes nachhaltig zu beschädigen. 1908 forderte er die Abdankung des Kaisers und die verfassungsrechtliche Einschränkung der monarchischen Kompetenzen.

Zum Bruch zwischen den bis dahin eng befreundeten Juden Walther Rathenau und Harden kam es im Winter 1912/13. Anlaß war eine Indiskretion der gemeinsamen ebenfalls jüdischen Freundin Lily Deutsch, die Harden einen Brief Rathenaus ausgehändigt hatte, in dem dieser sich bei ihr heftig über Harden und dessen Attacken gegen die kolonialpolitische Neuordnung beklagt hatte.[4]

Nach der Novemberrevolte vertrat er radikal-sozialistische Positionen und befürwortete ausdrücklich den Versailler Schandvertrag. Demzufolge wurde 1922 ein Attentat auf ihn verübt, das ihn veranlaßte seinen Wohnsitz fortan in der Schweiz zu nehmen, wo er dann auch einige Jahre darauf verstarb.

Werke

  • Die Zukunft. 1892–1922
  • Literatur und Theater. 1896
  • Köpfe. 1910
  • Krieg und Frieden. 1918
  • Von Versailles nach Versailles. Avalun-Verlag, Hellerau bei Dresden 1927 (Autobiographie)
  • Briefwechsel mit Walther Rathenau

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 David Korn: Wer ist wer im Judentum? FZ-Verlag. ISBN 3-924309-63-9
  2. Nach seiner Gymnasialzeit in Berlin versuchte Maximilian Harden sich zunächst als Schauspieler, kam dann in Verbindung mit dem Theaterkritiker, Lustspieldichter und Herausgeber der Wochenschrift „Die Gegenwart“, Paul Lindau, und schrieb für diesen kritische Essays über Politik und Zeit, die er zweibändig 1892 unter dem Titel „Apostata“ („Der Abtrünnige“) mit großem Publikumserfolg in Buchform erscheinen ließ; 1896 folgte „Literatur und Theater“, 1903 „Kampfgenosse Sudermann“. Der Erfolg des Apostata-Bandes veranlaßte Harden 1892 zur Gründung einer eigenen Zeitschrift „Zukunft“, in der er sich mit seinen Wochenartikeln alsbald Ruf und Stellung im politischen Leben des wilhelminischen Kaiserreiches zu schaffen wußte.
  3. rp-online.de: Wer war Maximilian Harden?
  4. zeit-online: Haß auf die eigene jüdische Herkunft