Lersch, Heinrich

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Heinrich Lersch)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich Lersch.jpg

Heinrich Lersch (Lebensrune.png 12. September 1889 in Mönchengladbach; Todesrune.png 18. Juni 1936 in Remagen) war ein deutscher Dichter. Er gehörte zu den Unterzeichnern des Gelöbnisses treuester Gefolgschaft für den deutschen Kanzler Adolf Hitler.

Von Heinrich Lersch stammt der Ausspruch aus dem „Morgenlied der neuen Arbeiter“:

Was des Volkes Hände schaffen,
soll des Volkes Eigen sein

Bekannt ist auch die eine Zeile seines Gedichts „Soldatenabschied“:

„Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!“

Leben

Nach einer Ausbildung zum Kesselschmied nahm er am Ersten Weltkrieg teil, wurde aber 1916 wegen einer Verschüttung für dienstuntauglich erklärt. Im selben Jahr erhielt er den Kleist-Preis gemeinsam mit Agnes Miegel. Die Kesselschmiede seines Vaters führte er noch bis 1924 und gab sie danach wegen eines Lungenleidens auf. Infolge seiner Krankheit kam es zu mehreren Erholungsaufenthalten im Ausland. Als Schriftsteller vertrat Lersch eine konsequent nationalsozialistische Ausrichtung. Nach dem Wahlsieg der NSDAP wurde er in die Preußische Akademie der Künste berufen. Er starb bereits im Alter von 46 Jahren infolge seines Lungenleidens. Bei seiner Beisetzung erschienen 120.000 Trauergäste.[1]

Zu seinem Wirken heißt es:[2]

Heinrich Lersch bei der Arbeit.jpg
Wenn Heinrich Lersch nun einen Monstreband „Mensch im Eisen“ (Deutsche Verlagsanstalt) schaffen und durchgestalten kann, beweist diese Tat allein seine dichterische Kraft. Lersch ist ein „Sänger“, ein in inneren Bewegungen lebender, von Ideen stets glühend besessener Mensch – ein Sänger, kein Dichter. Um diese Unterscheidung (der keine Wertung anhaftet) zu verdeutlichen: Lersch gestaltet nicht aus der plötzlichen Einstellung zu irgendeinem Erleben, sondern aus der dauernden; Hingerissenheit für das Schaffen des Volkes, Verbundenheit mit seinem Volk, hymnisch gesteigerte Freude am Sein des proletarischen Menschen, Bejahung der Urtriebe, Wissen um das Ewig-Revolutionäre des jungen und liebenden Proletariers und Demut vor der großen Gotthaften schöpferischen Größe werkender Arbeit – das sind die Grundgefühle, die Ursprünge seines Gesanges. Nicht die „Stimmungen“, die ja nichts sind als eine Erregtheit der Seele, werden zum Gedicht, sondern die großen Einsichten, Erfahrungen, Weltanschauungen. Wenn diese geistigen Inhalte dennoch mitreißend in Sprache Gestaltung finden, so beweist dies die strömende Kraft dieses Sängers. Lersch ist Hymniker; er hat ein sicheres Gefühl für die Sprachkraft pathetischen Ausdrucks („Schwingende Hämmer schlugen die Sehnsucht tot“); er vermag, aus sachlicher Schilderung, plötzlich überwältigend ein Wort hinzustellen, so daß der zuerst lahme, episch müde, weitschweifige Vers leidenschaftlich emporgerissen wird, z. B. wenn er (als Coda des Werkes) im ekstatischen Ruf gipfelt: „Marsch, marsch, marschiert, der Mensch ist unterwegs!“ Lersch bleibt, dies ist unverkennbar, jedem höchstpersönlichen seelischen Inhalt (Goethe) verschlossen. Er ist nicht aus Whitmans Stamm: denn Whitman gab das Einmalige seines Erlebens als das Gültige. Er ist besessen von der überwertigen Idee Volk, Er ist Schüler Dehmels. Lersch wird gehemmt, wenn er lyrisch werden will. Aber gewaltig, wenn er, ein Rhapsode des modernen, neuen, jungen Arbeitermenschen, singt:
„Es gehen unter Nationen, Städte,
Einrichtungen. Nie geht Volk
unter!
In irgendeinem Volke stehe ich von
Neuem auf!“


Einführung in Leben und Werk (aus dem Jahre 1916):[3]

Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 01.jpg
Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 02.jpg
Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 03.jpg
Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 04.jpg
Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 05.jpg
Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 06.jpg
Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 07.jpg
Heinrich Lersch - Der Sänger des deutschen Krieges 08.jpg


Selbstbiographie kurz vor seinem frühen Tode:

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Der Dichter über sich selbst

Heinrich Lersch (1936).jpg

Als ich ums Jahr 1889 auf die Welt kam, sah ich, wie ein kleiner, rußgeschwärzter Mann die Fäuste vor einem ledernen Schurzfell geballt hielt und mich mit groß verwunderten Augen ansah. Er nahm mich aus den Armen der Mutter und sagte: „Na, Marie, zieh ihn erst mal groß! Dann werd’ ich ihm wohl die richtigen Kenntnisse beibringen!“ Schwupps, war er weg! Als er wieder in die Werkstatt kam, fluchten die Gesellen: „Wo habt Ihr ihn? Dä Jung soll doch Kesselschmied werden! Und den wollt Ihr bei den Weibern lassen! Her mit ihm, der gehört zu uns! Er wird zuerst mit Feuer getauft und kriegt den Hammersegen!“ Der Vater holte mich. Als er in die Schmiede kam, hatten die Gesellen schon ein schwer Stück Eisen heiß gemacht; er wickelte mich aus dem Schurzfell heraus und reichte mich rund. Die drei Männer nahmen die größten Hämmer, gaben dem Vater in die rechte Hand den Barren und legten in seinen linken Arm das Kind. Mit furchtbaren Schlägen wichsten die drei Gesellen auf das weißglühende Eisen, daß die Funken im Feuerregen umherspritzten. Dann sprang der Vater wie besessen durch die Werkstatt: „Hohjeh! Das wird ein Schmied! Ein Kesselschmied, der Junge gehört zu uns!“ Nachdem sie einige Krüge Wacholder getrunken hatten, waren die Feierlichkeiten zu Ende. Trotz aller Liebe wurde ich gleich krank und jedes Jahr hörte ich dutzendmal: „Nee, aus dem Jungen wird nix, den kriegt Ihr nicht groß!“ Mit sechs Jahren hatte ich zwölf Krankheiten überstanden und in der Volksschule war ich noch immer eine Spanne kleiner als der Allerkleinste. Die Kameraden wollten mich mit Püffen und Fußtritten großkriegen, – half auch nicht. Die Lernerei schlug mir jede Stunde wie ein Brett auf den Kopf –, wie konnte ich da hochkommen! Doch die Kesselschmiede hatte ihren Spaß an mir: „Der Junge gehört zu uns, so ein Dotz fehlt uns grade, der kann durch die kleinsten Mannlöcher kriechen und in den engsten Feuerkisten noch mit dem größten Hammer schlagen!“ Mit zehn Jahren ging ich jede freie Stunde in die Werkstatt und konnte eher einen Meißel schmieden als einen Aufsatz schreiben. Ich hatte bloß einen Wunsch, groß und stark zu werden, damit ich meine Feinde ordentlich verbimsen konnte. Dennoch blieb ich ein Dreikäsehoch und war sehr traurig darüber. In diesem Elend fing ich zu dichten an. Aber die Verse waren nicht verzweifelt, wie mein Leben mir schien. Trotz und Mut, Jubel und Stolz füllten die ersten plattdeutschen Gedichte, – mir rief Feuer und Amboß, Hammer und Zange zu: „Junge, du gehörst zu uns! Die Arbeit macht dich zu einem vollwertigen Kerl! Stolze Arbeiter haben stolze Kameraden!“ Solche Töne klangen, wenn ich dichtete, aus meiner Seele. Einmal versaute ich mir in einer Fabrik die Augen und blieb fast ein ganzes Jahr blind. Dann ging ich auf die Walze in die Welt hinaus: Jetzt aber alles Schöne für mich! Schön die Bauwerke und Kunstwerke, schön die Natur, in Italien und Flandern, in Nord und Süd. Es war mir, als riefen aus Bild und Buch, von der Bühne und aus der Musik die Künstler zu: „Her mit ihm! Der Junge gehört zu uns!“ In Wien wurden meine ersten Gedichte gedruckt: „Von Einem, der Kessel und Strophen schmiedet!“ hieß die Überschrift, und ein Vers fing an: „Dank dir, Schicksal, daß du in meine Hände einen Hammer gabst!“ Dann kam der Krieg und meine Jugend schien schon zu Ende, – die Soldaten riefen: „Der Junge gehört zu uns! Her mit ihm!“ Zum Abschied schrieb ich der Mutter einen gereimten Gruß in ihr Gebetbuch: „Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!“ Als Ersatzreservist mit R.J.R. 65 zum Westen; schrieb Gedichte als Tagebuch. Wurde 1917 als dauernd unbrauchbar entlassen, machte mich als Kesselschmied selbständig, heiratete, bekam Kinder, schaffte sieben Jahre in den Fabriken. 1924 begann ich, krank und erwerbslos, noch einmal zu dichten, als Protest und Testament, – in Haß und Hohn, Jubel und Trotz, Hoffnung und Glaube schrieb ich mein Leben auf: „Mensch im Eisen“. Seit 1924 bin ich Schriftsteller. Lebte, um gesund zu werden, in der Schweiz und in Italien. Schrieb noch sieben Bücher. Jeden Winter reiste ich, so weit die deutsche Zunge klingt, von Kopenhagen bis Klagenfurt, von Kattowitz bis Amsterdam. Die deutsche Jugend holte mich zu Vorlesungen. Alles, was nicht kastenmäßig verkalkt und klassenmäßig vernebelt war, spürte den deutschen Tritt in meinen Gesängen, die deutsche Seele in meinen Liedern. Aus den Industriestädten und Werkplätzen riefen die jungen Arbeiter: „Her mit dir! Du gehörst zu uns!“

Jetzt schaffen meine Brüder allein in der Kesselschmiede in M.-Gladbach. Ich wohne auf dem Land: Zwischen Ackerfeld und Weinberg wurde mir klar, daß ich an den Schmiedefeuern keine rechte Jugend gehabt habe. Drum bin ich, ehemaliger Gefreiter, Jungzugführer im Jungvolk und Stammschulungsleiter geworden. Der Führer unseres Stammes ist mein Junge, der einmal „Manni“ hieß. In der Hitler-Jugend zu arbeiten, heißt, in drei Reichen zu leben. Den Kampf der Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft fruchtbar zu machen. Alles in allem: Das Leben von 1889 bis 1936 war ein wunderbares Leben, weil es der Weg des Volkes aus dem Dunkel in die Helle war.

Bodendorf (Ahr)
Heinrich Lersch

Wenige Tage, nachdem der Dichter dieses Selbstbekenntnis geschrieben hatte, ist er am 18. Juni 1936 in Remagen gestorben.

Quelle: Heinrich Lersch: Deutschland muß leben!, Ausgabe 1940 (PDF-Datei)


Gedichte

Mensch im Eisen: Achtzeilige Widmung datiert 26. Oktober 1925
MENSCH IM EISEN
Mein Tagwerk ist: im engen Kesselrohr
bei kleinem Glühlicht kniend krumm zu sitzen –
an Nieten hämmernd, in der Hitze schwitzen,
verrußt sind Aug’ und Haar und Ohr,
nur noch ein kleiner Menschenkraftmotor
bin ich, des Hebel, meine Arme flitzen,
will ich die Adern mit dem Messer ritzen:
Dampf stößt, statt roten Blutes Strahl hervor.
O Mensch, wo bist du? Wie ein Käfertier
im Bernstein eingeschlossen, hockst du rings im Eisen.
Eisen umpanzert dich in schließendem Gewirr.
Im Auge rast die Seele, arm und irr,
Heimweh heult wahnsinnswild, Heimweh weint süße Weisen
nach Erde, Mensch und Licht!
Schrei lauter, Mensch im Eisen.


Italien

Heinrich Lersch - Italien, DasTage-buch1925-1 0688.jpg




Nachruf aus der Freiburger Zeitung vom 21. Juni 1936:

Frz.1936-06-21r.03 - Freiburger Zeitung - Nachruf auf Heinrich Lersch.jpg

Weitere Gedichte

Tondatei

Originalton zum „Soldatenabschied“ von Heinrich Lersch:

Nach dem Zusammenbruch

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gegen Deutschland wurden im besetzen Mittel- und Westdeutschland seine Werke „Deutschland muß leben“ (1914), „Herz! Aufglühe dein Blut!“ (1916), „Wir Werkleute“ (1936), „Klinge hinaus, schlagender Schall“ (1940) und „Das dichterische Werk“ (1944) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt, um das kollektive Gedächtnis des deutschen Volkes zu zerstören.

Schriften (Auswahl)

Heinrich Lersch - Deutschland.jpg
  • Abglanz des Lebens. Gedichte (1914) (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Brüder (1915)
  • Herz! Aufglühe dein Blut! Gedichte im Kriege (1916) (PDF-Datei, HTML-Version)
  • Deutschland! Lieder und Gesänge von Volk und Vaterland (1918) (Netzbuch)
  • Die ewige Frau. Liebesgedichte (1919)
  • Mensch im Eisen. Gesänge von Volk und Werk (1925)
  • Capri. Dichtungen (mit Bildern von Else Seifert) (1926)
  • Manni! Geschichten von meinem Jungen. Aufgeschrieben vom Vater (1926)
  • Der grüßende Wald. Legenden und Geschichten (1927)
  • Stern und Amboß. Gedichte und Gesänge (1927)
  • Hammerschläge. Ein Roman von Menschen und Maschinen (1930) (HTML-Version)
  • Mit brüderlicher Stimme. Gedichte (1934)
  • Die Pioniere von Eilenburg. Roman aus der Frühzeit der deutschen Arbeiterbewegung (1934) (HTML-Version)
  • Im Pulsschlag der Maschinen. Novellen (1935) (HTML-Version)
  • Deutschland muß leben! (1935) (PDF-Datei)

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. vgl.: Kurzbiographie mit Bild
  2. Stefan Großmann (Hg.), Otto Zarek in: Das Tage-Buch 1925, 1. Halbjahr, S. 585 f. (PDF-Datei)
  3. In: Herz! Aufglühe dein Blut! Gedichte im Kriege, 1916