Institut für Zeitgeschichte

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Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) ist eine 1949 unter dem Namen „Deutsches Institut für Geschichte der nationalsozialistischen Zeit“ von den alliierten Besatzern errichtete und unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit mit der Umerziehung des Deutschen Volkes beauftragte Einrichtung in München.

Unter seinem heutigen Namen operiert das Institut seit 1952. Seit 1961 hat es die Rechtsform einer öffentlichen Stiftung bürgerlichen Rechts, die gegenwärtig von der BRD getragen wird.

Zentrale Aufgabe des Instituts ist die „Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte“, also der Deutung der Zeit des Nationalsozialismus im Sinne der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges. Daher beziehen sich von den über 9.000 Gutachten, die das IfZ bisher für Gerichte, Behörden und Ministerien erstellt hat, auch die meisten auf den Zeitraum zwischen 1933 und 1945.[1]

In vierteljährlichem Abstand gibt das Institut seit 1953 die Zeitschrift „Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte“ (VfZ) heraus, welche als eines der wichtigsten Veröffentlichungsorgane für antideutsche Geschichtsnarrative anzusehen ist und durch die jährliche „Bibliographie zur Zeitgeschichte“ ergänzt wird. Neben der seit 1961 erscheinenden „Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte“ ist das IfZ auch der Urheber weiterer Reihen wie „Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte“, „Studien zur Zeitgeschichte“ oder „Biographische Quellen zur Zeitgeschichte“. Ferner ist das Institut Herausgeber einiger umfangreicher Editionen zeitgeschichtlicher Dokumente. Dazu gehören unter anderem die „Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ und „Die Tagebücher von Joseph Goebbels“.

1994 gründete das Münchener IfZ eine Außenstelle (jetzt Abteilung) in Potsdam, die sich seit 1996 in Berlin-Lichterfelde in der Nähe des dortigen Bundesarchivs befindet und deren Schwerpunkt bei der „Aufarbeitung“ der Geschichte der DDR liegt. Die Abteilung des IfZ im Auswärtigen Amt betreut seit 1990 die Herausgabe einer Aktenedition zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland.

Leiter (Auswahl)

Gerhard Kroll, Helmut Krausnick und Martin Broszat

Literatur

  • Wilhelm Stäglich: Historiker oder Propagandisten? Studie über eine Veröffentlichung des Instituts für Zeitgeschichte in: Kritik, Nr. 38, 1977

Verweise

Fußnoten

  1. Horst Möller: Das Institut für Zeitgeschichte 1949–2009, in: Horst Möller / Udo Wengst: 60 Jahre Institut für Zeitgeschichte. München 2009, S. 10