Huß, Karl

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Karl Huß, auch Carl Huss (Lebensrune.png 3. Januar 1761 in Brüx; Todesrune.png 19. Dezember 1838 in Bad Königswart) war ein deutscher Scharfrichter der Stadt Eger und Sammler.

Kindheit

Karl Huß wurde am 3. Januar 1761 in Brüx geboren. Schon früh bekam er den Haß und Abscheu der Bevölkerung zu spüren, da sein Vater das Amt eines Scharfrichters ausübte. Nach manchen Hindernissen gelang es dem Vater jedoch, seinen neunjährigen Sohn in die Prima des Piaristengymnasiums in Brüx zu schicken. Huß´ Vater erhoffte sich eine Beamtenlaufbahn für seinen Sohn, seine Mutter sah ihn gar schon als Geistlichen nach seinem Schulabschluß. Diese Träume platzten jedoch, als Karl aus Schule und Elternhaus flüchtete, da er die Anpöbelungen seiner Mitschüler nicht mehr ertrug. Man griff ihn jedoch bei Laun auf und brachte ihn zurück zu den Eltern. Kein ehrlicher Handwerker hätte den Jungen aufgrund seiner Abstammung in die Lehre genommen. Also blieb dem Vater nichts anderes übrig, als ihn in das unehrliche Handwerk des Henkers einzuführen. Bereits mit 15 Jahren vollzog Karl seine erste Enthauptung im Mai 1776 an einem Kirchenräuber. In den beiden darauffolgenden Jahren war er nur noch bei zwei Exekutionen dabei. Neben seiner Scharfrichterlehre erlernte er außerdem vom Vater die Kunst der Heilkunde.

Eger

Nach dem Tod seiner Mutter und der Wiederverheiratung seines Vaters, konnte er kein rechtes Verhältnis zu seiner Stiefmutter aufbauen. Da ihn nichts mehr im Hause hielt, beschloß er, auf Wanderschaft zu gehen. Über Dresden kam er nach Eger, wo ein Onkel ebenfalls das Scharfrichteramt ausübte. Nachdem Karl bei mehreren Exekutionen tätig war, bat ihm der betagte Onkel, in Eger zu bleiben. Der 20-Jährige willigte freudig ein und bezog ein altes Fachwerkhäuschen unterhalb der Kaiserburg. Als Nebenverdienst eröffnete er eine Heilpraxis, womit er durchschlagenden Erfolg hatte. Man bat ihn zu kranken Menschen und Tieren auf die Höfe, holte ihn ins benachbarte Stiftland Waldsassen, ins Markgrafentum Bayreuth und sogar ins sächsische Vogtland. Eine Patientin war auch die Egerer Patriziertochter Sophie Eberl, die von Karl geheilt wurde und ihn aus Dankbarkeit am 8. September 1782 heiratete. Der 42 Jahre lange Ehestand blieb kinderlos.

Sammler, Künstler und Gelehrter

Durch seine Heilkünste besserten sich sein Ansehen und die soziale Stellung in der Gesellschaft. Einer der ersten, der seine Qualitäten zu schätzen wusste, war der Historiker und Gymnasialprofessor Anton Grassold. Grassold führte ihn nicht nur in die historischen Hilfswissenschaften ein, sondern leitete ihn auch zum Lesen der gotischen und anderer Schriften an und lieh im persönliche Manuskripte. Auch der Magistratsrat Joseph Sebastian Grüner, ein eifriger Sammler und Forscher, förderte Huß und regte sein Interesse für Münzkunde und Mineralogie an. In kurzer Zeit brachte Huß danach eine nicht unbeträchtliche Sammlung an Mineralien, Münzen und Waffen zustande. Grüner war es auch, der ihn mit Johann Wolfgang von Goethe bekannt machte. Während seiner sechsmaligen Aufenthalte in Eger (zwischen 1806 und 1823) suchte Goethe die huß'sche Sammlung immer wieder auf und hielt mit ihm über Grüner regen Kontakt. Bei Goethes Besuchen dürften auch die Schriften, Manuskripte und die von Huß angefertigten Zeichnungen, Gemälde und Trachtenbilder eine Rolle gespielt haben. Seine später veröffentlichte Schrift „Vom Aberglauben“ entstand durch eine Anregung von Goethe. Weitere Werke wie eine vierbändige, reich bebilderte „Chronik der Stadt Eger“ und eine Autobiographie folgten. Auch als Lyriker versuchte er sich.

Aus Sorge, was mit seiner Sammlung nach seinem Tode geschehe, vermachte er sie an Klemens Wenzel Lothar von Metternich, den er durch seinen Bekannten Graf Kaspar von Sternberg kannte. Huß selbst erhielt eine lebenslange Rente, freies Wohnen sowie die Stelle eines Kustos auf Schloß Königswart. Am 20. Mai 1828 trat er sein dortiges Amt an.

Tod

Karl Huß starb am 19. Dezember 1838 auf Schloß Königswart. Im alten Friedhof von Bad Königswart fand er seine verdiente letzte Ruhe.

Literatur

  • Karl Huß: Vom Aberglauben - Mit einer Einleitung über Karl Huß von Dr. Hermann Braun, Schriftenreihe der Volkshochschule der Stadt Marktredwitz, 1975
  • Heimatkreis Eger - Dokumentationen und Erinnerungen, Egerer Landtag e. V., Heimatverband für Eger Stadt und Land, Amberg, 1981
  • Heribert Sturm: Eger - Geschichte einer Reichsstadt. Bilderband, Carl Maurersche Buchdruckerei, 1952