Ritchie Boys

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Die Ritchie Boys war eine Gruppe hauptsächlich aus Deutschland in die VSA ausgewanderter Juden, die als Einheit für Psychologische Kriegführung unter dem Kommando des Juden Hans Habe während und nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland bekämpfte. Ihren Namen hatte die Truppe von dem Ausbildungszentrum für Psychologische Kriegführung (Military Intelligence Training Center) Camp Ritchie.

Geschichte

Die „Ritchie Boys“, denen in Camp Ritchie Konzepte der modernen Psychologischen Kriegführung beigebracht wurden, waren eine wichtige Waffe der Alliierten, da sie als in Deutschland aufgewachsene Juden die psychische Befindlichkeit und die Sprache der Deutschen kannten und nur allzu bereit waren, an ihrer Vernichtung mitzuwirken.

In Zusammenarbeit mit den amerikanischen Streitkräften bestand ihre Hauptaufgabe in der Desinformation mittels gefälschter Zeitungsmeldungen und dem Verfassen von Texten, die über Flugblätter, Radiosendungen und Lautsprecherwagen verbreitet wurden und die die deutsche Bevölkerung und die Soldaten der Wehrmacht demoralisieren und zur bedingungslosen Kapitulation bewegen sollten. Außerdem leiteten sie Informationen, die sie von Überläufern und Spionen erhielten, an die Alliierten weiter.

Mit dem Ende des Krieges endete die Tätigkeit der Ritchie Boys nicht, sondern konnte sich erst recht entfalten. So waren einzelne Mitglieder in den Westzonen im Zuge der Umerziehung tätig und gründeten die lizenzierten großen Tageszeitungen und Rundfunkanstalten, während andere Karrieren in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begannen.

Bei einem Feuer im U.S. Nationalarchiv in St. Louis, in dem die meisten der Camp Ritchie betreffenden Dokumente eingelagert waren, sollen im Jahr 1973 beinahe 80 Prozent dieser Dokumente zerstört worden sein, so daß Informationen über die Ritchie Boys spärlich sind und das ganze Ausmaß ihres Einflusses während und nach dem Krieg wohl für immer im Verborgenen bleiben wird.[1]

Mitglieder

Viele bekannte und einflußreiche Personen wurden in diesem Ausbildungszentrum ausgebildet, darunter

Die BRD-Funktionäre Lothar Bisky (mi.) und Gregor Gysi (re.) mit Ritchie-Boy Stefan Heym (li.)

Zeitungen

Große Zeitungen Deutschlands wurden von den „Ritchy Boys“ gegründet, darunter:

Film

  • Die Ritchie Boys. Dokumentarfilm, 93 Min., Buch und Regie: Christian Bauer, Produktion: Tangram Christian Bauer Filmproduktion, Ko-Produktion: BR, WDR, MDR u.a., Uraufführung: 23. April 2004, Hot Docs Toronto
    Hass auf Hitler: Die Ritchie Boys. Kurzfassung, 45 Min., Erstausstrahlung: ARD, 9. Mai 2005

Literatur

  • Christian Bauer und Rebekka Göpfert: Die Ritchie Boys. Deutsche Emigranten beim US-Geheimdienst. Hoffmann & Campe, Hamburg 2005. ISBN 3-455-09498-8
  • Hans Habe: Ich stelle mich, 1948
  • Stefan Heym: Der bittere Lorbeer (The Crusaders, 1948)

Siehe auch

Verweise

Fußnoten