Schindlers Liste
Filmdaten | |
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Deutscher Titel: | Schindlers Liste |
Originaltitel: | Schindler’s List |
Produktionsland: | USA |
Erscheinungsjahr: | 1993 |
Laufzeit: | 194 Minuten Minuten |
Sprache: | Englisch, Deutsch, Polnisch, Hebräisch |
Altersfreigabe: | 12 Jahre |
Stab | |
Regie: | Steven Spielberg |
Drehbuch: | Steven Zaillian |
Produzenten: | Steven Spielberg, Branko Lustig, Gerald R. Molen |
Musik: | John Williams |
Kamera: | Janusz Kaminski |
Schnitt: | Michael Kahn |
Besetzung | |
Darsteller | Rolle |
Liam Neeson | Oskar Schindler |
Ben Kingsley | Itzhak Stern |
Ralph Fiennes | Amon Göth |
Caroline Goodall | Emilie Schindler |
Schindlers Liste ist ein 1993 produzierter Hollywood-Film des jüdischen Regisseurs Steven Spielberg mit Bezugnahme zum jüdischen Narrativ zum Schicksal der Häftlinge in deutschen Konzentrationslagern während des Zweiten Weltkrieges. Er basiert auf der gleichnamigen Fiktion von Thomas Keneally.
Inhaltsverzeichnis
Propaganda
Schindlers Liste wurde im deutschen Privatfernsehen – zunächst bei Pro7 – gezeigt. Wegen seiner „versöhnlichen“ Aspekte gelobt, da ein deutscher Filmheld gezeigt wird, der sich menschlich gegenüber den jüdischen Zwangsarbeitern verhält, fällt bei genauerem Hinsehen jedoch auf, daß alle anderen Deutschen entweder als gefühlskalte Monster dargestellt werden. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist dieser verfälschend darstellende Film für jeden Jugendlichen ein Pflichtprogramm geworden.
Der Untertitel „Wer nur ein Leben rettet, der rettet die ganze Welt“ basiert offenbar auf einer Stelle des Talmuds, an der es heißt:
- „Wer auch nur eine einzige Seele Israels [einen Juden] rettet, den betrachtet die heilige Schrift als ob er eine ganze Welt bewahrt hätte.“
Demzufolge ist nicht das Leben irgendeines Menschen gemeint, sondern ausschließlich das eines Juden.
Viele der offenbar brutalen Szenen im Film dienen lediglich der Greuelpropaganda und haben nie stattgefunden. Es ist offensichtlich, daß der jüdische Regisseur die Emotion des Zuschauers sucht und dabei in seiner Darstellung bewußt gewaltig überzieht, viele historisch falsche Elemente zur „Ausschmückung“ und Steigerung der emotionellen Wirkungsweise des Films eingeflochten hat und sich vielfach zu plakativ, beinahe schon tiradenartig in Schockeffekten und Klischeevorstellungen ergeht.
Der US-amerikanische Historiker und Sachbuchautor David M. Crowe wies in seinem Buch, für das er sieben Jahre lang recherchiert hatte, nach, daß es die durch Thomas Keneallys Roman und Spielbergs Film bekannte Liste Schindlers überhaupt nicht gegeben hat. Die Filmszene, in der Schindler seine später berühmt gewordene Liste dem Verwalter seine Emaillefabrik in die Hand drückt, ist gänzlich erfunden, da Schindler zu jener Zeit wegen eines Bestechungsversuchs am KL-Kommandanten Amon Göth im Gefängnis saß. Anlaß genug für Crowe zu spotten, daß Spielberg zwar „ein wunderbarer, empfindsamer Mensch“ sei, sein Film aber nur „Theater“, der sich dem Thema keineswegs in „historisch akkurater Weise“ nähert, sondern das eigentliche Geschehen bis an die „Grenze der Lächerlichkeit“ vereinfache. Darüber hinaus kommt Crowe zu dem Schluß, daß die „Legende“ von der angeblichen Liste, „teilweise durch Schindler selbst aufgebracht wurde, um sein Heldentum auszuschmücken“.
Im Film wird zudem verschwiegen, daß Kommandant Amon Göth am 13. September 1944 in Wien von der Geheimen Staatspolizei verhaftet wurde. Bevor der deutsche Prozeß gegen Göth jedoch beginnen konnte, war der Zweite Weltkrieg vorbei und die bisher letzte deutsche Regierung wurde völkerrechtswidrig von den Alliierten verhaftet.
Eine Filmszene, die im Film nicht richtig quotiert wurde, ist die Stelle, als Schindler beklagt, wie wenige Juden er aus den „NS-Arbeitscamps retten“ konnte, woraufhin ein kleiner, alter jüdischer Mann zu ihm sagt „In unserem heiligen Buch, dem Talmud, heißt es, wenn man nur ein Leben rettet, ist das, als ob man die ganze Welt gerettet hätte.“ Die exakten Worte im Talmud besagen allerdings, daß, wenn man ein jüdisches Leben rettet, es so sei, als ob man die ganze Welt gerettet hätte (im gesamten Text des Talmuds haben die Leben der Nichtjuden (Gojim) keinerlei Wert).
Historizität
Die Fiktionalität der Handlung wird nicht deutlich genug gemacht. Die Historizität wird lediglich vorgespiegelt und damit die populäre Geschichtsschreibung beeinflußt und manipuliert.
Das Haus, aus dem Amon Göth im Film mit dem Karabiner auf Häftlinge schießt, liegt, wie die Luftaufnahmen von 1944 zeigen, unterhalb des auf einer Anhöhe befindlichen Lagers und wird von diesem, wie zeitgenössische Fotografien zeigen, von Bäumen abgeschirmt. Göth konnte also auf dem Balkon stehend das Lager überhaupt nicht einsehen. Im Film dagegen liegt das Haus auf dem Hügel über dem Lager, nur von hier aus hätte er also in das Lager hineinschießen können.
Schindlers Charakter und seine Beziehung zu seiner Frau wurden geschönt, um aus ihm eine Identifikationsfigur zu machen. Offenbar wurde aus demselben Grund nicht auf sein Leben nach dem Zweiten Weltkrieg eingegangen. Zudem sollen die sexuellen Kontakte zwischen Amon Göth und seiner Bediensteten Helene Hirsch so nicht stattgefunden haben.
Siehe auch
Literatur
- John C. Ball: Schindlers Liste. Bloßgestellt als Lügen und Haß. Samisdat Publishers, Toronto 1994