Was ist deutsch?

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Die Frage „Was ist deutsch?“ ist im 19. und 20. Jahrhundert in zahllosen Traktaten erörtert worden. Kaum eine andere Nation hat sich so oft die Frage nach der eigenen Identität gestellt wie die deutsche.[1]

Das deutsche Wesen in der Deutschen Philosophie

In dem Gedanken der Deutschen Idealistischen Philosophie (Leibniz, Herder, Kant, Fichte, Schelling und Hegel) hat sich der deutsche Volksgeist als Dasein der Freiheit, als sittlicher Staat (deutsche Volksgemeinschaft) erkannt.

Das, was in der Deutschen Philosophie (besonders in der Hegelschen Philosophie) als Freiheit herausgedacht ist, ist das spezifische Deutsche. Was dem zuwiderläuft ist „undeutsch“.

Die Geschichte ist als Fortschritt des Geistes im Bewußtsein der Freiheit erkannt. Gott ist als Prozeß der Bewußtwerdung seiner selbst (Geist) gedacht. Die Geschichte ist nichts anderes als der absolute Prozeß des Geistes in seinen höchsten Gestalten, wodurch er seine Wahrheit als das Selbstbewußtsein über sich erlangt. Die Völker sind als besondere Gestalten Gottes begriffen, die Menschen als seine Gehilfen bei der Vollbringung der Freiheit.[2]

Wesentliche Momente der deutschen Weltanschauung innerhalb der enggesteckten Grenzen der ausgewählten Philosophen:

  • Es ist ein Gott, und Gott ist Geist.
  • Gott ist in uns, und wir sind in ihm.
  • Beim Menschen ist er sich zum Bewußtsein gekommen.
  • Der Mensch ist ein göttliches Geschöpf.
  • Der Geist ist Bewegung, und als Bewegung ist er Entwicklung seiner Selbst.
  • Die Entwicklung des Geistes in seiner Weltgeschichte ist kein ruhiges Hervorgehen, sondern ein harter Kampf.
  • Als Entwicklung bringt der Geist sich als voneinander unterschiedliche Gestalten in Rassen und Völkern zu Erscheinung.
  • Die wesenhaften Unterschiede bilden eine Stufenfolge in der Selbstwerdung des Geistes und stehen im Verhältnis der Notwendigkeit.
  • Mit den rassischen und völkischen Unterschieden ist der Zweck der Erhaltung der eigenen Art als göttlicher Wille als höchster Auftrag an den Staat gesetzt.
  • Die wesenhaften Unterschiede sind aus dem Begriff der Entwicklung heraus zu bewerten als mehr oder weniger vollkommen.[3]

Richard Wagner

In seinem Aufsatz „Deutsche Kunst und Deutsche Politik“ (1867/68) bestimmte Richard Wagner: „Deutsch sei [...]: die Sache die man treibt, um ihrer selbst und der Freude an ihr willen treiben“ – in Opposition gegen alles „Nützlichkeitswesen“, das von ihm als „undeutsch“ bezeichnet wird. Die Frage nach dem deutschen Wesen beschäftigte Wagner anhaltend.[4]

Am 24. Oktober 1872 schrieb Wagner an Friedrich Nietzsche:

„Ueber das ‚was ist deutsch?’ denke ich immer mehr nach, und gerathe endlich, an der Hand einiger neuerer Studien, in eine sonderbare Skepsis, die mir das ‚Deutschsein’ als ein reines Metaphysicum übrig läßt, als solches mir dieses aber grenzenlos interessant, und jedenfalls ganz einzig in der Weltgeschichte erscheinen läßt, vielleicht mit dem einzigen Pendant des Judenthums zur Seite, wenn etwa der Hellenismus doch nicht recht passen sollte.“[5] 1878 erschien in der zweiten Ausgabe der Bayreuther Blätter Richard Wagners Essay „Was ist Deutsch?“.

Filmbeitrag

Falk Hündorf: Was ist Deutsch?

Siehe auch

Literatur

  • Was ist deutsch? Fragen zum Selbstverständnis einer grübelnden Nation. Katalogband zur gleichnamigen Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, Verlag des Germanischen Nationalmuseums, 2006, ISBN 978-3936688153

Fußnoten

  1. Dieter Borchmeyer: Was ist deutsch? Variationen eines Themas von Schiller über Wagner zu Thomas Mann
  2. Hegel: Philosophie der Geschichte
  3. Horst Mahler: Seminar in Vlotho/Weserbergland, 28.–30. Juli 2006
  4. Was heißt „deutsch“ bei Richard Wagner?, Neue Zürcher Zeitung, 5. Januar 2002
  5. Richard Wagner an Friedrich Nietzsche, 24. Oktober 1872