Bürokratie

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Das Wort Bürokratie, abgeleitet aus frz. „bureau“ und altgr. „kratein“ (= herrschen), bezeichnet die anonymisierte und banalisierte „moderne“ Herrschaftsform des deligierten Handelns im Staate (aber auch in Verbänden und Firmen). Die sichtbare Macht von Königen und Fürsten – zuschreibbare, verantwortliche und symbolhaft verkörperte Macht –, verwandelt sich in der „modernen“ Gesellschaft in die nicht-zuschreibbare, nicht-verantwortliche und oftmals mittels Etikettenschwindel verborgene Einflußgröße.

Dieser Prozeß, innerhalb der politischen Linken durchgehend als „Fortschritt“ beschrieben, repräsentiert in Wahrheit die vielleicht barbarischste Dehumanisierung unter allen Zumutungen der „modernen“ „Zivilisation“.

Der real-existierende Sozialismus

Überraschenderweise tritt erst mit dem Leninismus Bürokratie als politisches Problem in die allgemeine Wahrnehmung. Zuvor waren kirchliche, militärische, juristische und andere Verwaltungsinstitutionen in unterschiedlicher Weise mit dem Problem einer bremsenden, undurchschaubaren und resourcenfressenden Organisation konfrontiert. Erst der in die Tat (im Staatsaufbau) umgesetzte Marxismus sieht sich der Frage gegenübergestellt, daß die Eigendynamik bürokratischer Abläufe die Sache selbst (der wohldefinierte Auftrag, dem eine Institution zu dienen hat) torpediert – oder sie grundsätzlich schädigt.

Parkinsons Gesetze

Die Parkinsonschen Gesetze sind einige satirisch in das Gewand wissenschaftlicher Lehrsätze gekleidete Darlegungen des britischen Soziologen C. Northcote Parkinson zur Verwaltungs- und Wirtschaftslehre. Am bekanntesten ist das Parkinsonsche Gesetz zum Bürokratiewachstum, erstmals veröffentlicht 1955. Es lautet:

  • „Work expands so as to fill the time available for its completion.“ („Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“)

Das heißt, Arbeit wird in Bürokratien eben gerade nicht in dem Maße erledigt, wie aufwendig oder schwierig sie tatsächlich ist (als Beispiel nennt Parkinson eine ältere Dame, die einen halben Tag dafür braucht, ihrer Nichte eine Postkarte zu schicken: Postkartenauswahl, Brillen- und Adressensuche, Textverfassung, Entscheidung, ob für den Weg zum Briefkasten ein Schirm mitzunehmen sei, usw.). Parkinson zeigte, daß die Mitarbeiter eines Marineministeriums auch dann zahlreicher werden können, wenn die Zahl der Schiffe bei der Marine merklich abnimmt. Spätere Analysten haben auf eine französische Veteranenkasse hingewiesen, die auch nach dem letzten toten Veteranen des deutsch-französischen Krieges, den sie zu betreuen hatte, ungerührt und in gleicher Personalstärke „weitergearbeitet“ hat.

Weitere Parkinsonsche Gesetze besagen: „Jeder Angestellte wünscht, die Zahl seiner Untergebenen, nicht jedoch die Zahl seiner Rivalen zu vergrößern“ und „Angestellte schaffen sich gegenseitig Arbeit“. Viel zitiert und berühmt ist auch Parkinsons „Gesetz der Trivialität“. Es besagt:

  • „The time spent on any item of the agenda will be in inverse proportion to the sum involved.“ („Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt proportional zu den jeweiligen Kosten des Sachverhalts.“)

Mit diesen „Gesetzen“ hat Parkinson einen intellektuellen Stil befördert, der einige Jahrzehnte später, in der Ära Thatcher, den Weg freimachte für radikale politische Programme einer Deregulierung. Das Deregulieren wurde sehr erfolgreich politisch verkauft als anti-kommunistisches Programm.

Die Glass/Steagall-Gesetze

Mit der Beseitigung der Glass/Steagall-Gesetze von 1932 und 1933 hat VS-Präsident Bill Clinton die Finanzwirtschaft in den 1990er Jahren so radikal dereguliert, daß es zu einer gigantischen, fiktiven Kreditblase kam – und in der Folge, während der Amtszeit seines Nachfolgers George W. Bush mit der Pleite der Investmentbank Lehman Bros., zu einem globalen Finanzdesaster ab dem 15. September 2008.

Die Glass/Steagall-Gesetze waren die Einführung eines Trennbankensystems in den VSA, also eine institutionelle Trennung zwischen dem Einlagen- und Kreditgeschäft einerseits und dem Wertpapiergeschäft andererseits. Banken mußten sich entscheiden, entweder als Geschäftsbank für das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft sowie damit verbundene Dienstleistungen wie Kontoführung und Zahlungsverkehr („commercial banking“) oder eben als Investmentbank für das Wertpapiergeschäft („investment banking“) tätig zu sein. Die Außerkraftsetzung dieser Bestimmungen wurde politisch „Deregulierung“ und „Entbürokratisierung“ genannt, faktisch aber erfolgte sie in Form einer Übertölpelung der gewählten Abgeordneten, die den Sinn der Schutzgesetze überhaupt nicht verstanden hatten.

EUdSSR

In der Politik der BRD beglückwünschen sich alle Amtsträger (und namentlich die Kanzlerin Angela Merkel) unentwegt gegenseitig, wie „erfolgreich“ sie „Kompetenzen abgegeben“ haben an die neue, ferne Zentralmacht in Brüssel, dem Sitz der EU-Kommission. EU-Kommissare werden nach dem Warlordprinzip ernannt (immer dann, wenn ein weiterer Staat dem EU-Monstrum beitritt, wird eine neue Stelle für einen weiteren EU-Kommissar, eine weitere EU-Kommissarin, neu geschaffen).

Der Brüsseler Bürokratiewahn ist seit Jahrzehnten berüchtigt: Völlig lebensferne Eingriffe in nationalstaatliche, regionale und sogar lokale Angelegenheiten, werden mit pompöser moralischer Gebärde angekündigt und gegen jeden Widerstand brachial durchgesetzt. Der bürokratisch-willkürliche Umgang mit den festgelegten, vertraglichen Bestimmungen zum Euro, gilt als Musterbeispiel für bürgerferne, nicht-legitimierte und sogar ideologisch-volksfeindliche Bürokratieherrschaft. Mit ihren sinnwidrigen, absurde Subventionierungen praktizierenden, ökonomisch schädlichen Maßnahmen, Gesetzen und „Richtlinien“, hat die EU (fälschlich „Europa“ genannt) sich ihren Spitznamen redlich erworben: EUdSSR.

Literatur

  • C. Northcote Parkinson: Parkinsons Gesetz und andere Studien über die Verwaltung. Verlagsanstalt Handwerk, Düsseldorf 2005. ISBN 978-3-87864-761-4
  • Gerd Habermann: Der Wohlfahrtsstaat. Die Geschichte eines Irrwegs. Propyläen Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-549-05140-9
  • Roland Baader: Wider die Wohlfahrtsdiktatur. Zehn liberale Stimmen. Resch, Gräfelfing 1995, ISBN 3-930039-34-6
  • Olaf Baale: Die Verwaltungsarmee. Wie Beamte den Staat ruinieren. dtv, München 2004, ISBN 3-423-24412-7