Grübel, Johann Konrad

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Johann Konrad Grübel (Lebensrune.png 3. Juni 1736 in Nürnberg; Todesrune.png 8. März 1809 ebenda) war ein deutscher Dichter in Nürnberger Mundart.

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Volksschule und der städtischen Kunstschule in Nürnberg lebte Grübel daselbst als Stadtflaschner (Klempner) und Harnischmacher. Nebenbei beschäftigte er sich viel mit künstlichen mechanischen Arbeiten, die zum großen Teil nach Italien gekommen sind. Er wurde noch vor seinem Tode, 1808 in den Nürnbergischen Blumenorden aufgenommen.

In seinen „Gedichten in Nürnberger Mundart“ (4 Bände, Nürnberg 1798–1812; 4. Auflage 1823–25) und „Korrespondenz und Briefe in Nürnberger Mundart“ (ebenda 1805) zeigte Grübel einige Geistesverwandtschaft mit Hans Sachs. Mit einem ihn kennzeichnenden geraden und gesunden Sinn, natürlich und scharf blickend, fasste er seine Themen einfach und klar auf. Er wählte meist Stoffe aus der bürgerlichen und bäuerlichen Sphäre und verstand es, die verschiedenen Verhältnisse des Lebens, namentlich die seiner Vaterstadt, anmutig und lebendig darzustellen. Am gelungensten sind seine Gedichte rein komischen Charakters.

Am 3. Juni 1882 wurde eine Bronzestatue Grübels auf einem Brunnen in Nürnberg (Grübel-Brunnen) enthüllt.

Zu seinem Wirken heißt es außerdem:[1]

Johann Konrad Grübel ist als Sohn eines Flaschners (Klempners) am 3. Juni 1736 in Nürnberg geboren und erlernte, nachdem er die Elementarschule durchgemacht, das Handwerk seines Vaters, worin er 1761 Meister wurde. Im Jahre 1774 wurde er Stadtflaschner und erhielt in der Folge noch verschiedene Vertrauensposten in der Stadtverwaltung. Er starb in seiner Vaterstadt am 8. März 1809; im Jahre 1808 war er Mitglied des Pegnischen Blumenordens geworden. Grübel schrieb in seiner Nürnberger Mundart namentlich poetische Erzählungen und Schilderungen aus dem Kreise des Nürnberger Lebens und Kleinbürgertums. Seine auch über den engeren Kreis seiner Vaterstadt hinaus verbreiteten, von Goethe sehr anerkannten Gedichte erschienen gesammelt seit 1798 („Gedichte in Nürnberger Mundart“).


Kurze Einführung in Leben und Werk:[2]

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Der Käfer
Dau sitz i, siech an Köfer zou,
Tout in der Erd'n kröich'n:
Öitz kröicht er aff a Grösla naf,
Dau tot si's Grösla böig'n;
Er git si ober alli Möih,
Und rafft si wider af;
Und hält si on den Grösla oh,
Will wider kröich'n naf.
Bald kröicht er naf, bald fällt er roh,
Bannah a halba Stund,
Und wenn er halb oft drub'n is,
So ligt er wider drunt;
Und wöi er sicht, daß'S goar nit geiht,
Und daß er goar nit koh,
So brat't er seini Flüg'l aus
Und flöigt öitz ganz dervoh.
Öitz denk'i: Wöis den Köfer geiht,
Su tout's dir selber göih,
Der haut doch gleiwuhl meih'r Föiß,
Du ober haust ner zwöi.
Du kröichst scho rum su langa Zeit
Die Läng und in die Quer,
Und kummst döstwön'g doch nit weit,
Und wörst aff d'Letzt wöi der:
Wennst lang genoug dau in den Gros
Bist kroch'n, haust nit g'wüßt, vur wos,
So wörst, nauch Sorg'n, Möih und Streit,
Fortflöin'g in die Ewigkeit.


Auszüge aus der Grübel-Festschrift 1936:

Grübel-Festschrift 1936 01.jpg Grübel-Festschrift 1936 02.jpg
Grübel-Festschrift 1936 03.jpg Grübel-Festschrift 1936 04.jpg

Werke (Auswahl)

  • Grübels Gedichte in Nürnberger Mundart (PDF-Dateien: Bände 1-2, Bände 3-4)
  • Sämtliche Werke nebst Witschels kurzer Lebensgeschichte Grübels, Göthes Beurtheilung der Grübelschen Gedichte, und Wurms Glossar dazu (1835) (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3)
  • Grübels sämmtliche Werke, neu herausg. von G.K. Frommann (1857) (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3)

Siehe auch

Literatur

  • Johann Paul Priem: Konrad Grübel und seine Nachfolger in der Nürnbergischen mundartlichen Dichtung (1878) (PDF-Datei)
  • Friedrich Bock: Johann Konrad Grübel, ein Nürnberger Volksdichter. Festschrift zur Feier der 200. Wiederkehr seines Geburtstages; im Auftrage des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg, 1936
  • Friedrich Bock: Grübel, Johann Konrad, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 183

Fußnoten

  1. Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationallitteratur herausgegeben von Gustav Könnecke (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. In: „Sämtliche Werke nebst Witschels kurzer Lebensgeschichte Grübels, Göthes Beurtheilung der Grübelschen Gedichte, und Wurms Glossar dazu“, Band 1, Nürnberg 1835 (PDF-Datei)