Gyllenborg, Karl

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Karl Gyllenborg.JPG

Graf Karl Gyllenborg (gesprochen: jüllenborch; schwed. Carl; geb. 7. März 1679 in Stockholm; gest. 9. Dezember 1746 in Uppsala) war ein schwedischer Staatsmann, Diplomat und Dichter.

Leben und Wirken

Gyllenborg nahm in seiner Jugend kurze Zeit an den Feldzügen Karls XII. teil, trat aber bald in den diplomatischen Dienst und wurde 1703 als Legationssekretär nach England gesandt, wo er, seit 1715 als Gesandter, in die jakobitischen Umtriebe von Görtz und Alberoni verwickelt und eine Zeit lang in Haft gehalten wurde. Nach seiner Rückkehr zum Staatssekretär ernannt, hielt er sich 1718-19 als Unterhändler mit Ruhland in Aland auf.

1720 wurde er zum Hofkanzler, 1723 zum Reichsrat ernannt. Als solcher war er einer der Gründer der Partei der „Hüte“ (Hattarne bzw. Hattpartiet) und deren erster Führer und wurde infolgedessen auch (April 1739) nach der Dimission des Grafen Arvid Horn zum Kanzleipräsidenten (Premierminister) ernannt. Sein Werk war der dann erfolgte plötzliche Wechsel in der schwedischen Politik, das Bündnis mit der Türkei 1739 und der unglücklich verlaufende Krieg mit Rußland (1741-43).

Als Kanzler der beiden schwedischen Universitäten hat sich Gyllenborg um das wissenschaftliche Leben Schwedens große Verdienste erworben; zudem aber auch als Dichter wie als Prosaist sich versucht. Unter anderem schrieb er die erste in schwedischer Sprache verfasste Komödie: „Den svänske Sprätthöken“ (aufgeführt 1737, gedruckt 1740). Seine Gedichte wurden, mit denen seines Vaters, Onkels und Bruders, 1863 herausgegeben. Sein Neffe, Gustav Fredrik Graf Gyllenborg (1731-1808), hat sich als Dichter von Fabeln, Dramen und des Epos „Tåget öfver Bält“ (Stockholm 1785) einen Namen erworben.

Literatur

Verweise