Hermann Hilliger
Zacharias Otto Hermann Hilliger (
27. Januar 1806 in Schweinitz, Kurfürstentum Sachsen;
11. Dezember 1872 in Seifersdorf bei Radeberg, Königreich Sachsen) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Schriftsteller, der sich neben der Seelsorge auch der christlichen Volksbildung und Jugenderziehung widmete.
Inhaltsverzeichnis
Leben und Wirken
Hermann Hilliger besuchte das Gymnasium in der sächsischen Bergstadt Freiberg. Im Anschluss absolvierte er von 1824 bis 1828 ein Studium der Theologie an der Universität Leipzig. Nach dem Studium war er zunächst als Erzieher tätig, bevor er 1845 das Amt eines Pfarrsubstituts in Seifersdorf antrat. Dort unterstützte er seinen Onkel, den Pfarrer Johann Wilhelm Hilliger, in der Seelsorge.
Im Jahr 1847 übernahm er schließlich hauptamtlich das Pfarramt in Seifersdorf (Ephorie Radeberg). Neben seiner geistlichen Tätigkeit trat Hilliger – in jungen Jahren zunächst anonym – als Verfasser von theologischen Schriften sowie volkspädagogischer und unterhaltsamer Literatur in Erscheinung. In seinen späteren Jahren konzentrierte er sich vornehmlich auf sein geistliches Amt. Sein Grabmal befindet sich noch heute auf dem Seifersdorfer Friedhof.
Familie
Die Theologentradition der Familie wurde fortgeführt. Sein Sohn Martin Hermann Hilliger (1865–1931) ergriff ebenfalls den Beruf des Geistlichen. Er wirkte von 1894 bis 1898 als Hilfsgeistlicher und anschließend bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1930 als Diakon in Radebeul.
Schriften (Auswahl)
Hilligers literarisches Schaffen widmete sich vor allem der moralischen Festigung der Jugend und der christlichen Erbauung.
- (Anonym): Der arme Krüppel. Aus dem Französischen. Herausgegeben von der evangelischen Gesellschaft in Bern. Bern 1832.
- Der wahre Kinderfreund. Ein unterhaltendes und nützliches Lesebuch. Zur Förderung der häuslichen Erziehung bearbeitet. Berlin 1836.
- Bilder aus dem Jugendleben in Erzählungen für Mädchen. Berlin 1837.
- Wege der Tugend und des Lasters. Zwei Erzählungen für Knaben zur Ermunterung und Warnung. Berlin 1838.
- Erinnerungen an die schönsten Stunden des Lebens. Meinhold, Dresden 1838.
- Gesänge und Text zur Musik bei der Einweihung der Kirche in Lichtenberg, am 22. November 1841. Dresden 1841.
- Betrachtungen über die Verhältnisse der christlichen Religion zur gegenwärtigen Lage Frankreichs von G. de Felice, Pastor d. reform. Kirche zu Bolbec in Frankreich. (Übersetzung), Berlin 1854.
Literatur
- Wilhelm Haan: Sächsisches Schriftsteller-Lexicon. Robert Schaefer’s Verlag, Leipzig 1875, S. 133.