Soyaux, Hermann

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Hermann Soyaux

Hermann Soyaux (Lebensrune.png 4. Januar 1852 in Breslau; Todesrune.png nach 1904 oder im Jahre 1928) war ein deutscher Botaniker und Afrikaforscher. Zwischen 1879 und 1885 lebte er in der Nähe von Libreville, wo er die Plantage „Sibangefarm“ leitete. 1888 wanderte Soyaux im Auftrag der Siedlungsgesellschaft Herman nach Brasilien aus, wo er die Leitung der deutschen Kolonie „Bom Retiro“ in Rio Grande do Sul übernahm. Er lebte dann in Porto Alegre. 1904 war er Mitbegründer des „Centro Econômico do Rio Grande do Sul“ in Brasilien.

Werdegang

„Soyaux, Hermann, Botaniker und Reisender, geb. 4. Jan. 1852 zu Breslau, widmete sich der botan. Gärtnerei, studierte Botanik in Berlin, wurde von der Afrikanischen Gesellschaft für die Güßfeldtsche Loango-Expedition als Botaniker gewonnen, reiste Ende 1873 nach Westafrika, wo er sich in Tschinschoscho (Loango) an Güßfeldt, Falkenstein und Pechuel-Loesche anschloß. 1875 erhielt S. den Auftrag, nach Angola zu gehen, wo er mit Pogge zusammentraf. Die Auflösung der Expedition rief S. Mitte 1876 nach Europa zurück. In dieser Zeit veröffentlichte er: ‚Der verlorene Weltteil‘ (Berl. 1876) und ‚Aus Westafrika‘ (2 Bde., Lpz. 1879). Im Auftrage des Hamburger Handelshauses C. Woermann ging S. 1879 nach Gabun in Westafrika und gründete dort eine Kaffeeplantage. Nach Deutschland 1885 zurückgekehrt, arbeitete er bis Anfang 1888 als Leiter im Auskunftsbureau des Deutschen Kolonialvereins in Berlin. Später machte er eine Studienreise nach Südbrasilien, schrieb ‚Deutsche Arbeit in Afrika‘ (Lpz. 1888) und begab sich Frühjahr 1888 im Dienst der Siedelungsgesellschaft Herman nach Brasilien, wo er die Leitung der Kolonie Bom Retiro in Rio Grande do Sul übernahm.“[1]

Deutsche Loango-Expedition

Soyaux wurde auf Empfehlung Georg Schweinfurths von der Deutsch Afrikanischen Gesellschaft für die von der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung Äquatorialafrikas ausgerüsteten Expedition von Dr. Paul Güßfeldt zum Königreich Loango als Botaniker gewonnen. Er verließ Berlin am 24. November 1873 und traf am 24. Januar 1874 an der Loango-Küste, in Landana, ein, wo er in Tschinschoscho (Loango, auf dem Gebiet des heutigen Cabinda) mit Güßfeldt, den Geologen Dr. Oskar Lenz, Sanitätsoffizier Dr. Julius Falkenstein und Eduard Pechuel-Loesche (aber auch von Mechow und Lindner) zusammentraf. Durch einen Schiffbruch bei Freetown am 14. Januar 1873 verlor hatte Güßfeldt die ganze Ausrüstung und konnte infolgedessen erst am 25. Juli 1873 in Banana an der Kongomündung landen.

„Loango-Expedition“ nennt die deutsche „Afrikanische Gesellschaft“ die Unternehmung, durch welche sie einen etwa siebenzigtausend Geviertmeilen großen Theil Afrikas südlich vom Aequator der Forschung erschließen will. Zu diesem Behufe sandte die Gesellschaft, die ihren Sitz in Berlin hat, im Mai 1873 den Dr. Güßfeldt; den Geologen Dr. Lenz und den Major von Homeyer an die Loangoküste, von wo aus diese drei Männer, unter Güßfeldt’s Oberleitung, in drei Abtheilungen in das Innere aufbrechen sollten, und zwar Dr. Lenz am Ogowe hin, Major Homeyer von Angola und Güßfeldt selbst von Chinchoxo aus, wo für die Expedition eine feste Station eingerichtet und erhalten worden war. Den genannten Reisenden gesellten sich im März des folgenden Jahres noch der Arzt Dr. Falkenstein, der Mechaniker Lindner, der Botaniker Soyaux und der den Lesern der „Gartenlaube“ schon durch seine Forschungen über den Wal und den Fang desselben, bei welchem letzteren er selbst einige Jahre thätig war, bekannte Dr. Pechuel-Loesche aus Leipzig zu. Leider stellten gerade dem von Güßfeldt geführten Zuge sich die größten Hindernisse entgegen, denn während die beiden anderen Führer glücklich vorwärts kamen, hatte jener erst unbeschreibliche Schwierigkeiten bei dem Aufbringen der vielen nöthigen Träger zu überwinden, dann brach unter den Eingeborenen eine Blattern-Epidemie aus; es starb der einflußreichste Gönner des Unternehmens im Lande, und als endlich dies Alles überwunden schien, ergriffen im Augenblicke des Aufbruchs der Expedition die Träger bis auf den letzten Mann die Flucht. Zwar wußte Güßfeldt sich andere Träger zu verschaffen, und es gelang ihm, am Quillu bis zu den vorher noch unerreichten Katarakten von Bumina vorzudringen, aber die Feindseligkeit der dortigen Negerstämme äußerte sich in so bedenklicher Weise, daß auf Güßfeldt’s persönliche Berichterstattung vor einer Versammlung der Delegirten und des Vorstandes der Gesellschaft am 3. October 1875 in Berlin der Beschluß gefaßt wurde, die Station Chinchoxo aufzuheben und die Reisenden zurückzuberufen. Doch ist damit nicht das ganze Unternehmen aufgegeben, sondern es soll mit erneuten Kräften eine Expedition am rechten Ufer des Congo entlang versucht werden. Für die Erhaltung der Station Chinchoxo sind mit großem Eifer Dr. Falkenstein und Pechuel-Loesche aufgetreten, denen dieselbe manche neue Schöpfung und Verbesserung zu verdanken hat. Wie auch hierüber entschieden werden möge, immer werden unsere Leser einen Bericht Pechuel-Loesche’s aus jener deutschen Station in Afrika mit Theilnahme entgegennehmen. Wer sich genauer über die ganze Angelegenheit unterrichten will, den verweisen wir auf das „Correspondenzblatt der Afrikanischen Gesellschaft, herausgegeben im Auftrage des Vorstandes von Professor Dr. R. Hartmann“ in Berlin.[2]

Teilnehmer

  • Paul Güßfeldt (1873–1875), Leiter; für topographische und geographische Beobachtungen und Bestimmungen zuständig
  • von Görschen (1873), Geometer
  • H. von Hattorf (1873–1874), Leutnant
  • Julius Falkenstein (1873–1876), Arzt
  • Otto Lindner (1873–1876), Mechaniker
  • Herman Soyaux (1873–1875, 1875–1876)
  • Eduard Pechuël-Loesche (1874–1876), Zoologe und Geograph
  • Alexander von Mechow (1874–1876), Major

Deutsche Cassange-Expedition

1875 erhielt Soyaux den Auftrag, sich nach Angola zu wenden, wo er mit Paul Pogge, dem Ornithologen und Expeditionsleiter Major Alexander von Homeyer und dem Artillerieoffizier der Gemeinsamen Armee Anton Lux zusammentraf. Sie reisten südlich vom Kongo durch das Land der Bangela bis Kimbundo, das bis dahin noch keine deutsche Forschungsgruppe erreicht hatte. Er kam aber nur bis Pungo Andongo, das er nach einem Zwischenstop in Dondo (und einem Ausflug zu den Fällen von Cambambe), am 7. März erreichte.

„Von April bis Juni unternahm er von dort noch einmal eine Reise nach Luanda und zurück, um Geld für die Expedition zu holen. Inzwischen hatte sich sowohl sein eigener als auch von Homeyers Gesundheitszustand so verschlechtert, daß Paul Pogge und der inzwischen zu ihnen gestoßene Leutnant Lux die Expedition ins Innere allein fortsetzen mußten.“

Soyaux und Homeyer erkrankten in Punaa Adongo am Gallenfieber, so daß nur Dr. jur. Pogge in das Gebiet des Muata Jamvo gelangte. Soyaux kehrte schließlich nach zehn Monaten in Angola wieder an die Loango-Küste zurück, wo er am 3. Oktober 1875 schwer krank in Landana eintraf. Nach seiner Genesung trat er am 5. Mai 1876 mit reichen botanischen Sammlungen (mit 196 Pflanzenarten in 1038 Exemplaren) zusammen mit den noch verbliebenen Teilnehmern der Loango-Expedition seine Heimreise nach Berlin an. Von einer Anzahl Pflanzen hat Soyaux auch „analytische Zeichnungen“ angefertigt.

Teilnehmer

  • Alexander von Homeyer (1874–1875): cuanzaaufwärts bis Pungo Andongo
  • Herman Soyaux (1875): cuanzaaufwärts bis Pungo Andongo
  • Anton Erwin Lux (1875–1876): von Luanda aus Richtung Osten bis Quimbundo
  • Paul Pogge (1874–1876): bis zum Mwaant Yaav im Lunda-Reich[3]

Bildergalerie

Fußnoten

  1. Brockhaus’ Konversationslexikon, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896
  2. Eduard Pechuel-Loesche: Die deutsche Loango-Expedition im Kriege, aus: „Die Gartenlaube“, Heft 21–22, S. 348–350, 365–367, Verlag von Ernst Keil, Leipzig 1876
  3. ÜBERSICHT ÜBER DIE REISEN DEUTSCHSPRACHIGER FORSCHER NACH ANGOLA