Hore-Belisha, Isaac Leslie

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Leslie Hore-Belisha, der jüdische Kriegsminister

Isaac Leslie Hore-Belisha, 1. Baron Hore-Belisha (geb. 7. September 1893 in Devonport; gest. 16. Februar 1957 in Reims, Frankreich) war von 1937 bis 1940 der jüdische Kriegsminister Großbritanniens und Mitglied im Kriegskabinett gegen Deutschland. Adolf Hitler benannte „den jüdischen Kriegsminister Hore-Belisha“ in seinen Monologen im Führerhauptquartier neben Winston Churchill, Anthony Eden und Robert Vansittart als den Hauptverantwortlichen für die britische Kriegserklärung an Deutschland vom 3. September 1939.[1]

Leben und Wirken

Jugend und Ausbildung (1893–1922)

Hore-Belisha wurde 1893 als Isaac Leslie Belisha in Devonport, Plymouth, als Sohn des aus Marokko stammenden Versicherungsgeschäftsmannes Jacob Isaac Belisha und seiner Ehefrau Elizabeth Miriam Miers geboren. Der Vater entstammte einer Familie sephardischer Juden. Nach dem Tod seines Vaters 1894 wurde Belisha alleine von seiner Mutter aufgezogen. Nachdem seine Mutter sich 1912 mit Adair Hore neu verheiratete, adoptierte dieser Belisha, der daraufhin dessen Nachnamen in seinen eigenen aufnahm und diesen zum Doppelnamen „Hore-Belisha“ ergänzte. Seine Ausbildung absolvierte Hore-Belisha zunächst am Clifton College und später an den Universitäten von Paris und Heidelberg, sowie am St. John's College der Universität Oxford. Am 1. Weltkrieg nahm Hore-Belisha als Major teil, wobei er vorwiegend in den britischen Überseebesitzungen zum Einsatz kam. Nach dem Krieg wurde er barrister, ein Anwalt mit eingeschränktem Tätigkeitsfeld.

Politische Karriere (1922-1940)

Nachdem Hore-Belishas erste Kandidatur als liberaler Abgeordneter für das britische Parlament im Wahlkreis Plymouth Devonport 1922 noch erfolglos gewesen war, gelang es ihm bei der Wahl von 1923 als Kandidat für denselben Wahlkreis ins Unterhaus einzuziehen. Gemeinsam mit John Simon avancierte Hore-Belisha allmählich zum Führer eines Flügels seiner Partei, deren Unterstützung der Labour-Minderheitenregierungen unter Ramsey MacDonald er entschieden ablehnte.

Nach den Unterhauswahlen von 1931 zog er als Mitglied der Allparteien-Regierung unter MacDonald und Stanley Baldwin als Unterstaatssekretär ins Handelsministerium ein. Nach dem Rückzug seiner Partei aus der Regierung infolge des regierungsinternen Konflikts über die Freihandelsfrage 1932 verblieb er in dieser und wurde zum Finanzsekretär im Schatzamt befördert.

1934 zog Hore-Belisha als Transportminister ins Kabinett ein und war in dieser Eigenschaft mitverantwortlich für die in den 1930er Jahren einsetzende Massenmotorisierung der britischen Bevölkerung: Er paßte nicht nur den Highwaycode, die britische Straßenverkehrsordnung den gewandelten Gegebenheiten an, sondern führte auch erstmals in Großbritannien Fahrprüfungen für neue Autofahrer und das nach ihm benannt Leuchtsignal zur Verkehrsregulierung, den Belisha Beacon, ein.

Hore-Belisha als Kriegsminister (1937-1940)

1937 wurde Hore-Belisha vom neuen Premierminister Neville Chamberlain als Nachfolger von Alfred Duff Cooper zum Kriegsminister ernannt. Diese Entscheidung rief vor allem in konservativen Kreisen heftige Kritik hervor: Zum einen, da man meinte, ein derart bedeutsamer Posten sollte nicht von einem Mitglied der Partei des schwächeren Koalitionspartners gestellt werden, zum anderen aufgrund von Belishas jüdischer Abstammung [Quellennachweis erforderlich] und zuletzt aufgrund von Bezichtigungen, die ihn einen Kriegstreiber und Bolschewiken hießen. Ein wiederkehrender Vorwurf in der britischen Öffentlichkeit war dabei die Verdächtigung, Hore-Belisha erstrebe einen Krieg, obwohl dieser dem britischen Volk schaden würde, um die Interessen der Juden des europäischen Kontinentes zu wahren.

Obwohl Hore-Belisha sich um eine Verbesserung der Lebensbedingungen der britischen Soldaten (bessere Bezahlung, Unterbringung und Aufstiegsmöglichkeiten, zumal der aus der Arbeiterklasse stammenden Rekruten) verdient machte und den britischen Streitkräften eine bessere Armierung und Ausrüstung zukommen ließ als diese vor seinem Amtsantritt gehabt hatten, brachte ihm seine jüdische Abstammung auch in der Truppe zahlreiche Anfeindungen ein:[Quellennachweis erforderlich] So lautete eine Liedzeile in einem beliebten britischen Soldatensong der ersten Kriegsmonate etwa "Die for Jewish freedom / As a Briton always dies."

In der zionistischen Zeitung The American Hebrew zählte Hore-Belisha in einem am 3. Juli 1938 erschienenen Artikel zusammen mit den jüdischen Politikern Litwinow und Léon Blum „zu den drei Söhnen Israels, die sich vereinigen werden, um den tollen Nazidiktator zum Teufel zu schicken“.[2]

Siehe auch: Jüdische Kriegserklärungen an Deutschland

Ab 1940

Im Januar 1940, nach knapp viereinhalbmonatiger Tätigkeit als britischer Militärminister in der Anfangsphase des 2. Weltkrieges wurde Hore-Belisha als Kriegsminister entlassen. Den ihm ersatzweise angebotenen Posten des Handelsministers lehnte er ab, während das von Chamberlain kurzzeitig erwogene Angebot, ihn zum Informationsminister zu machen, von diesem verworfen wurde.

1942 verließ Hore-Belisha die Liberal Nationals und saß fortan als National Independent Abgeordneter im Parlament. In der konservativen Übergangsregierung, die von Mai bis August 1945 die Staatsgeschäfte interimistisch besorgte, fungierte Hore-Belisha als Minister für Versicherungsfragen.

Bei den Unterhauswahlen von 1945 unterlag Hore-Belisha gegen seinen Labour-Gegenkandidaten Michael Foot und schied aus dem Parlament aus, kehrte aber – nachdem er 1947 in die Konservative Partei gewechselt hatte - nach den Wahlen von 1950 in dieses zurück, bevor er 1954 von Winston Churchill in den Adelsstand erhoben wurde und ins Oberhaus einzog.

Hore-Belisha starb im Februar 1957, während er in seiner Funktion als Leiter einer Delegation des britischen Parlaments Frankreich einen Besuch abstattete: Er kollabierte während einer Ansprache im Rathaus von Reims und starb wenige Minuten später an einer Hirnblutung.

Fußnoten

  1. Werner Jochmann: Monologe im Führerhauptquartier, Hamburg 1980, S. 93
  2. Gerhard Frey: Prominente ohne Maske international, Seite 176, FZ-Verlag 1989, ISBN 3924309108