Schmidt, Joseph

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Joseph Schmidt

Joseph Schmidt (Lebensrune.png 4. März 1904 in Dawideny, österreichisches Kronland Bukowina; Todesrune.png 16. November 1942 im Internierungslager Girenbad oberhalb von Hinwil, Kanton Zürich, Schweiz) war ein jüdischer Opernsänger (lyrischer Tenor). Er wurde in den dreißiger Jahren zu einem der bekanntesten Sänger Deutschlands. Im Monat Dezember des Jahres 1933 übersiedelte er nach Wien und trat in nachfolgenden Jahren in verschiedenen Ländern auf, bis er schlußendlich nach einer illegalen Einreise in die Schweiz im Restaurant Waldegg an Herzversagen verstarb. Adolf Hitler war Liebhaber seiner Schallplatten.[1].

Leben

Dina Gralla und der Rundfunktenor Joseph Schmidt im Greenbaum–Emelka–Tonfilm „Der Liebesexpreß“ von 1931[2]
Joseph Schmidt und Liliane Dietz

Im Jahre 1904 geboren, wuchs Joseph Schmidt als Sohn orthodoxer Juden in der Hauptstadt des österreichischen Kronlandes, Czernowitz, auf. Die Stadt, die auch „Jerusalem am Pruth" genannt wurde, war bekannt für ihren hohen jüdischen Bevölkerungsanteil, der mehr als ein Drittel der Einwohner ausmachte.[3]. Neben einer Gruppe von jüdischen Dichtern ist Czernowitz ebenfalls auf Grund der jüdischen Makkabi-Sportbewegung, die einen erheblichen Anteil an der Entstehung der Zionismusbewegung hatte, bekannt.[4]. Er kam neben seiner Muttersprache, Jiddisch, im Alltag häufig mit anderen Sprachen wie Hebräisch, Deutsch, Romänisch und Englisch in Kontakt.

Seinen ersten öffentlichen Auftritt hielt Schmidt als Kantor (Vorbeter in Synagogen) im Israelischen Tempel Czernowitz. Da sich ziemlich schnell sein Talent zeigte, hielt er bereits im November des Jahres 1924 sein erstes eigenes Konzert, bei dem er traditionelle jüdische Lieder und Opern bekannter Komponisten wie Guiseppe Verdi sang.[5]. Nachdem er am 10. Februar 1929 seinen ersten Auslandsauftritt in Bondsgebouw (Antwerpen) hatte, lernte er bereits im Frühjahr desselben Jahres den Opernsänger und Bariton Cornelis Bronsgeest kennen.

Vier Jahre zuvor begann er sein Gesangsstudium in Berlin bei Professor Hermann Weißenborn. Bronsgeest sorgte für sein Debüt im Berliner Rundfunk in Meyerbeers Die Afrikanerin . Zwischen 1929 und 1933 sang er am Berliner Rundfunk 38 Rudnfunkopern. In den nachfolgenden vier Jahren hatte er verschiedene Film- , Bühnen und Konzertauftritte. Darunter: sein erster Bühnenauftritt in Berlin Die Drei Musketiere am 31. August 1929, sein erster Konzertauftritt in der Berliner Philharmonie am 7. März 1930 und sein Filmdebüt in Der Liebesexpress am 5. Mai 1931.

Trotz seiner geringen Körpergröße, Schmidt maß nur 1,54 Meter, trat er nach seiner Übersiedlung nach Wien in verschiedenen Filmpremieren auf. Abgesehen von seinen Auftritten in Berlin und den Niederlanden, dessen größter Auftritt in Birkhoven (Holland) am 5. Juli 1936 vor 100.000 Menschen stattfand, trat Schmidt in Neu York (Carnegie Hall), London und Palästina in Erscheinung. Seines letztes Konzert in Deutschland hielt er am 24. Januar 1937.[6]

Emigration

In den Jahren darauf fanden verschiedene Konzerte und Auftritte in Brüssel und London statt. Sein erster Opernauftritt in La Boheme am 19. Januar 1939, ein Radiokonzert im Frühjahr des Jahres 1940 in Zürich und vereinzelte Radioübertragungen in Brüssel folgten. Im Oktober 1940 sah sich Schmidt veranlaßt Belgien zu verlassen und ging nach Frankreich. Er stellte am 27. November 1941 einen VSA-Visumantrag. Die Einreise konnte er nicht wahrnehmen, weil durch den von England im Jahre 1939 entfesselten europäischen Krieg, der durch den Eintritt der VSA zum Weltkrieg wurde, der Schiffsverkehr eingeschränkt wurde.

Nach seinem letzten Auftritt im Mai 1942 entschied er sich die Grenze zur Schweiz illegal zu übertreten, um darauf mit dem Zug nach Zürich weiter zu reisen. Er meldete sich bei den Behörden als staatenlos und brach ein paar Tage später bei einem Spaziergang zusammen. Schmidt wurde ins Internierungslager Girenbad gebracht. Das Lager diente als Aufenthaltsort für Emigranten, die auf ihre Aufenthaltsgenehmigung warteten.

Das Internierungslager Girenbad wurde finanziell vom „Verband Schweizerischer Israelitischer Armenpflegen“ (VSIA später VSJF) unterstützt, einem jüdischen Hilfswerk.[7]. Die Höchstzahl der untergebrachten Emigranten machte 329 Mann aus[8]. Joseph Schmidt allerdings mußte nicht wie die anderen Emigranten in Fabriksälen schlafen, sondern hielt sich mit einem Sanitäter in einem Vorraum auf.[9]. Wenige Tage nach seinem Lagereintritt wurde Schmidt vom Lagerarzt vom 27. Oktober 1942 bis zum 14. November aufgrund einer Halsentzündung im Kantonsspital Zürich behandelt. Er starb zwei Tage nach seiner Behandlung im „Restaurant Waldegg“.

Privates

Joseph Schmidt hat einen Sohn, Otto, welcher aus der Beziehung mit der Jüdin Lotte Kohn im Jahre 1935 hervorging.

Filmographie

Verweise

Fußnoten