Kabbala

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Die Kabbala ist ein jüdisches Gedankengebäude. Definitorisch wenig trennscharf wird die Kabbala (oder Kabbalah) wechselnd – auch von akademisch etablierten Religionswissenschaftlern – mal als „jüdische Mystik“, mal als „jüdischer Okkultismus“ und mal als „jüdische Geheimlehre“ bezeichnet. Eine ihrer Schriftquellen ist die mehr als 10.000 Druckseiten umfassende mittelalterliche Textsammlung namens Sohar (in englischen Nachschlagewerken unter „Zohar“ geführt).

Inhaltsverzeichnis


Die kabbalistische Philosophie, die gnostische Theologie, beschäftigen sich alle mit den Vorstellungen, die auch der Jude Philon hatte. Das Erste ist das Seiende, Abstrakte, Unerkannte, Namenlose. Das Zweite ist Enthüllung, das Konkrete; es geht nach der Emanation fort. Zum Teil ist die Rückkehr zur Einheit auch angenommen, vorzüglich bei christlichen Philosophen; und diese Rückkehr wird als das Dritte angenommen. So war bei Philon die Weisheit der Lehrer und Hohepriester das, was das Dritte zum Ersten zurückführt.

Herkunft

Kabbala heißt „die geheime Weisheit der Juden“. Über ihren Ursprung ist viel gefabelt worden; es ist viel Trübes darin. Und es wird von ihr gesagt, daß sie enthalten sei in zwei Büchern, Jezirah (Schöpfung) und Sohar (Glanz). Jezirah, das Hauptbuch derselben, wird einem Rabbi Akibha zugeschrieben. Es sind Ideen, die zum Teil an Philon hingehen, aber auf sehr trübe Weise zum Teil, und mehr für die Phantasie vorgestellt sind.

Aber ein so hohes Alter, als die Verehrer der Kabbala ihm zuschreiben, hat es nicht; sie erzählen nämlich, daß dem Adam dieses Himmelsbuch zum Trost seines Sündenfalles gegeben sei. Es ist ein astronomisches, magisches, medizinisches, prophetisches Gebräu; geschichtlich verfolgte Spuren zeigen, daß dies in Ägypten kultiviert wurde.

Akibha lebte bald nach der Zerstörung Jerusalems. Die Juden hatten mit einem Heer von 200.000 Mann gegen Hadrian revoltiert, der Rabbiner war dabei tätig; Bar Cochebas (Simeon bar Koziba 132–135) hat für den

Messias gegolten, der Rabbi wurde lebendig geschunden. Das zweite Buch soll von seinem Schüler Rabbi Schimeon Ben Jochai herrühren; er hieß das große Licht, der Funke Mosis. Beide Bücher wurden im 17. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt. Ein spekulativer Israelit, der Rabbi Abraham Cohen Irira, hat auch ein Buch geschrieben, Das Himmelstor (Porta coelorum); es ist später, aus dem 15. Jahrhundert, und enthält Beziehungen auf Araber und Scholastiker. Dies sind die Quellen der hohen kabbalistischen Weisheit. Es ist trübes Gemenge; das Buch hat aber eine allgemeine Grundlage. Das Bessere darin bewegt sich in ähnlichen Vorstellungen wie bei Philon. In diesen Büchern sind gewisse recht interessante Grundbestimmungen, von denen man aber zu trüben Phantastereien fortgegangen ist.

Inhalt

Früher findet sich bei den Juden nichts von den Vorstellungen Gottes als eines Lichtwesens oder von einem Gegenteile desselben, der Finsternis und dem Bösen, das in Streit mit dem Lichte ist; nichts von guten und bösen Engeln, von dem Abfalle der Bösen, ihrer Verdammnis, ihrem Aufenthalte in der Hölle; künftigem Weltgerichte über die Guten und Bösen; von der Verderbnis des Fleisches. Die Juden fangen hier erst an, ihre Gedanken über ihre Wirklichkeit hinauszutragen, eine Geistes- oder wenigstens Geisterwelt sich ihnen aufzuschließen, da vorher sie, diese Juden, allein sich galten, in den Schmutz und den Eigendünkel ihres Daseins und der Erhaltung ihres Volkes und ihrer Geschlechter versenkt waren.

Was das Nähere der Kabbala betrifft, so ist es folgendes. Das Eins wird als Prinzip aller Dinge ausgesprochen, wie dieses auch der Urquell aller Zahlen ist. Wie diese Zahl selber keine von allen Zahlen ist, so ist auf gleiche Weise Gott Grund aller Dinge (Ensoph). Die damit zusammenhängende Emanation ist Wirkung aus der ersten Ursache, durch Einschränkung jenes ersten Unendlichen; sie ist Grenze des Ersten. In dieser ersten einen Ursache ist alles eminenter, nicht formaliter, sondern causaliter enthalten.

Das zweite Hauptmoment ist der Adam Kadmon, der erste Mensch, der Mikrokosmos; Keter, das erste Entstandene, die höchste Krone, der Makrokosmos, womit die emanierte Welt als Ausfluß des Lichtes zusammenhängt. Durch weiteres Herausgehen sind dann die anderen Sphären, Kreise der Welt geworden; und diese Emanation wird als Lichtströme dargestellt. Da geht es fort zu zehn Lichtströmen: diese Ausflüsse (Sephiroth) bilden die reine, azilutische Welt, welche ohne alle Veränderlichkeit in sich ist; zweitens die briahtische Welt, welche veränderlich ist; drittens die geformte, jeziratische Welt, – die reinen Geister in die Materie gesetzt, die Seelen der Gestirne (die reinen Geister sind weitere Unterscheidungen, in denen diese trübe Weise fortgeht); viertens die gemachte Welt, die asiahtische: es ist die unterste, vegetierende und empfindende Welt.[1]

Sonstiges

Wegen der aggressiven Schriften sollen Kabbalisten ihre Erkenntnisse erst nach 10 Jahren Studium weitergeben, äußerte der Lubawitscher Rebe in Neuyork anläßlich des Falles von Elior Chen.

Zitate

  • „Die Kabbalistische und die Gnostische Philosophie, bei deren Urhebern, als Juden und Christen, der Monotheismus vorweg feststand, sind Versuche, den schreienden Widerspruch zwischen der Hervorbringung der Welt durch ein allmächtiges, allgütiges und allweises Wesen, und der traurigen, mangelhaften Beschaffenheit eben dieser Welt aufzuheben. Sie führen daher, zwischen die Welt und jene Weltursache, eine Reihe Mittelwesen ein, durch deren Schuld ein Abfall und durch diesen erst die Welt entstanden sei. Sie wälzen also gleichsam die Schuld vom Souverän auf die Minister.“Arthur Schopenhauer[2]

Filmbeiträge

Okkulte Geopolitik – der rote Faden der Geschichte; Wolfgang Eggert, Kulturstudio Klartext, Nr.123

Literatur

Quelle

  1. Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie II. Inhalt: 1. Teil: Griechische Philosophie, 2. Abschnitt: Dogmatismus und Skeptizismus, die Philosophie der Skeptiker, 3. Abschnitt: Neuplatoniker, B. Kabbala und Gnostizismus und 1. Kabbalistische Philosophie.
  2. Arthur Schopenhauer: Parerga und Paralipomena I, Erster Teilband, § 8, Seite 74, Ausgabe: Diogenes 1977, ISBN 3-257-20427-2
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