Kerr, Alfred

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Alfred Kerr (Lebensrune.png 25. Dezember 1867 in Breslau als Alfred Kempner; Todesrune.png 12. Oktober 1948 in Hamburg) war ein jüdischer Schriftsteller, der sich zeitweise in Deutschland niedergelassen hatte.

Werdegang

Alfred Kerr (eigentlich: Kempner) wurde am 25. Dezember 1867 in Breslau als Sohn eines jüdischen Händlers geboren.[1] Nach abgeschlossenem Gymnasialbesuch studierte er in Berlin Germanistik und Philosophie, promovierte zum Dr. phil. und veröffentlichte zunächst einige ästhetische Studien, in denen sich gründliches Wissen mit eigenwilliger individueller Anschauung vereinte.[2] Kerr lebte dann zunächst in Paris, später in London, von wo er nach Kriegsende alsbald wiederholt über den Kanal kam, um wieder deutschen Theaterpremieren beizuwohnen.[2]

Aufgrund seiner antideutschen zersetzenden Tätigkeit wurde er auf die Erste Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933 gesetzt und ihm somit die zuvor großzügig gewährte deutsche Staatsbürgerschaft wieder aberkannt. Bei der Aktion wider den undeutschen Geist wurden seine die deutsche Sprache verachtenden Pamphlete unter der Forderung „Gegen dünkelhafte Verhunzung der deutschen Sprache, für Pflege des kostbarsten Gutes unseres Volkes!“ symbolisch den reinigenden Flammen übergeben.

1935 brachte der Literat Alfred Kerr in der englischen Emigration eine antideutsche Schrift heraus mit einem Germanen auf der Titelseite, der wie aus der Geisterbahn entsprungen schien und unschuldige Opfer mit Dracula-Zähnen aufspießte: „Der Ewige Deutsche“. Bei Kerr handelte es sich um jenen Literaten, der im Ersten Weltkrieg als militaristischer Einpeitscher in Deutschland aufgetreten war. In bezug auf die Russen stachelte er im „Ostdeutschen Kriegsalmanach“ die Deutschen an: „Zarendreck, Barbarendreck / Peitsch sie weg! Peitsch sie weg!“ Unter dem Decknamen „Gottlieb“ brachte er Hunderte Haßreime zu Papier wie: „Das wahre Glück bringt Schießen nur, / drum gaudeamus igitur.“ Zum Tode Lenins ließ sich Kerr wie folgt ein: „Lenin unternahm das grandioseste Experiment, das seit zweitausend Jahren gemacht wurde. Gegner beschuldigen ihn der Härte. Das ist irrig. Dieser Tote wird immer wieder auferstehen — in hundert Formen — bis im Chaos der Erde Gerechtigkeit herrscht.“[1]

In England begrüßte Kempner-Kerr 1940 die Errichtung der Churchill-KZs, in die Juden deportiert wurden. Denn: „Die Nazis verkleiden ihre Spione oft als Auswanderer.“[1] Kempner, der zur Kaiserzeit als Herausgeber des linksbourgeoisen Kulturblattes „Pan“ begonnen hatte, kam nach 1945 wieder nach Deutschland und war bis zu seinem Tode (er starb auf einer Vortragsreise 1948 in Hamburg[3]) als Umerzieher aktiv.[1] Das „Neue Lexikon des Judentums“ bemerkt dazu: „Das Judentum spielte bei ihm eine große Rolle.“

Mitgliedschaften

Alfred Kerr war Mitglied im jüdischen sogenannten P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland.

Familie

1918 heiratete er Ingeborg Thormählen, die noch im selben Jahr verstarb. 1920 heiratete er Julia Weismann. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Judith Kerr, die in den Büchern „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Warten bis der Frieden kommt“ und „Eine Art Familientreffen“ über das jüdische Familienleben aus Sicht eines Kindes und jungen Mädchens berichtete, sowie Michael Kerr, der in England der erste nicht in England geborene Richter am High Court seit über 800 Jahren wurde.

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 David Korn: Wer ist wer im Judentum? FZ-Verlag. ISBN 3-924309-63-9
  2. 2,0 2,1 Munzinger-Archiv GmbH, 1948
  3. Kempner-Kerr starb in einem britischen Hospital in Hamburg am 12. Oktober 1948.