Kreis Meseritz

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Kreis Meseritz

Staat: Deutsches Reich
Provinz: Posen
Bezirk: Frankfurt
Einwohner: 37.105
Bevölkerungsdichte: 52 Ew. p. km²
Fläche: 706,49 km²

Der Kreis Meseritz ist ein Kreis im Provinz Posen. Die Städte des Kreises sind Betsche, Brätz, Meseritz und Tirschtiegel.

Geschichte

Im Jahre 1922 wurde infolge der im Versailler Diktat vorgesehenen völkerrechtswidrigen neuen Grenzziehung zwischen der Weimarer Republik und Polen nach dem Ersten Weltkrieg der Kreis der Grenzmark Posen-Westpreußen unterstellt; 17 Jahre später folgte im Dritten Reich die Eingliederung in die Mark Brandenburg. Als Bestandteil des letzten Verwaltungsgebietes wurde der Kreis Meseritz von dem Kreis Schwerin an der Warthe, dem Kreis Oststernberg und dem Kreis Züllichau-Schwiebus, sowie von den Kreisen Birnbaum und Grätz im Warthegau umgeben.

Abtrennung östlicher Gemeinden unter polnischem Ausschreiten im Jahre 1919

Von der neuen Grenzziehung waren u. a. die bauerlich geprägten Ortschaften Ziegelscheune, Leutschen[1], Amtskaßner und Deutschhöhe – alle südöstlich von Tirschtiegel – betroffen. Sie wurden infolge des Versailler Diktats dem neuen staatlichen Kunstgebilde Polen zugeteilt. In Tirschtiegel wurde eine Wohnung geteilt; der Bahnhof lag auf einmal wenige Meter östlich der neuen Grenze und ein neuer Bahnhof mit Anschluß an die Linie von Schwerin an der Warthe nach Neu Bentschen mußte in den 1920er Jahren angelegt werden. In der Stadt Meseritz bekamen 16 deutsche Freiheitskämpfer auf dem örtlichen evangelischen Friedhof ein Denkmal. Die Stadt Bentschen wurde ebenfalls abgetrennt. Zahlreiche Gemeinden richteten im Januar 1919 telegrafische Hilferufe an die deutsche Regierung in Berlin[2].

Telegram der Gemeinde Leutschen vom 21. Januar 1919

Polnische Banden beunruhigen unsere Gegend, führen unschuldige, politisch vollständig untätige Jünglinge und Männer fort, stehlen Lebensmittel, bares Geld und Sparkassenbücher, bedrohen die Leute. Das Deutschtum verzweifelt an der Hilfe der Regierung, sofortige militärische Hilfe is die letzte Rettung. Im Namen der Gemeinde Leutschen, Kreis Meseritz, Hirschfelder, Gemeindevorsteher.“

Telegram der Gemeinde Deutschhöhe vom 24. Januar 1919

„Unsere rein deutsche Gemeinde Deutschhöhe, Kreis Meseritz, wird seit zwei Wochen ständig von polnischen Banditen heimgesucht. Sie stehlen Bekleidungssücke, Lebensmittel, Kriegsanleihen und bares Geld, schleppen unschuldige Männer und Jünglinge fort und bedrohen grundlos Leben und Eigentum der Einwohner. Unschuldige Opfer sind schon zu beklagen. Wir verzweifeln in unserer Lage. Niemand wagt sich heraus. Wahlen können nicht stattfinden, Lebensmittel nicht geliefert werden. Wir sind ganz verloren, wenn nicht militärische Hilfe sofort erfolgt. Reschke, Gemeindevorsteher.“

Literatur

  • Auswärtiges Amt: Dokumente polnischer Grausamkeiten, Arndt Verlag, Kiel 1995 (Nachdruck nach dem Berliner Originalausgabe von 1940), ISBN 3-88741-178-1

Kartenverzeichnis

  • Höfer Verlag, PL002 „Polen. Ostbrandenburg und Niederschlesien“, Maßstab 1:200.000, ISBN 978-3-931103-11-8

Verweise

Fußnoten

  1. Auf der Höfer-Karte als Lentschen bezeichnet.
  2. Dokumente polnischer Grausamkeiten, Seite 30.