Platon

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Büste von Platon, Begründer des philosophischen Idealismus. Die römische Kopie eines griechischen Originals aus dem letzten Viertel des 4. Jahrhunderts v. d. Z. Sie befindet sich im „Museo Pio-Clementino“ innerhalb der Vatikanischen Museen.

Platon (altgr. Πλάτων Plátōn, „breit geschultert“, latinisiert Plato, Lebensrune.png 428/427 v. d. Z. und 325/326 a. u. c. in Athen oder Aigina, Todesrune.png 348/347 v. d. Z. und 403/404 a. u. c. in Athen) war ein altgriechischer Philosoph und Mathematiker. Zusammen mit Aristoteles hat er die Grundlagen abendländischer Philosophie gelegt. Er war auch ein Verfasser philosophischer Dialoge und Gründer der berühmten Akademie in Athen. Platon war ein Schüler des Sokrates.

Leben

Antike Kritiker: Platon (Mitte links) und Aristoteles (rechts daneben); Ausschnitt aus Raphaels Fresko „Die Schule von Athen“.

Platon wurde im Jahre 427 v. d. Z. als jüngstes von vier Kindern einer aristokratischen Familie in Athen geboren. Daß er ursprünglich Aristokles genannt wurde, muß als Legende gewertet werden.

Er galt in seinen jungen Jahren als der talentierteste Schüler von Sokrates. Nach dessen Hinrichtung 399 v. d. Z. in Athen begab sich der von seiner Heimatstadt enttäuschte Platon gemeinsam mit einigen anderen Sokratikern nach Megara, wo er auf Euklid, ebenfalls ein Schüler Sokrates’, traf.

Orient

Vermutlich reiste er daraufhin nach Ägypten, nach Kyrene zu dem Mathematiker Theodoros von Kyrene, ins südliche Italien und nach Sizilien, das damals griechische Kolonie war. Sein Aufenthalt am Hofe von Dionysius I., Tyrann von Syracus, endete wegen einer Debatte über die ideale staatliche Form in seiner Verhaftung und Versklavung. Er wurde als Sklave verkauft, kam aber bald wieder frei und konnte nach Athen zurückkehren.

Zurück in seiner Heimatstadt, gründete er die Philosophenschule der Akademeia (Άκαδήμεια, Akademie), deren unbestrittener Leiter er bis zu seinen Tod im Jahr 347 v. d. Z. in Athen blieb. Aristoteles war sein bedeutendster Schüler.

Lehre

Glück kann man laut Platon nur erreichen, wenn man zu der philosophischen Einsicht gelangt, daß Glück und die Idee des Guten und Gerechten zusammenhängen. Also sind das Gute und das Glück identisch. Das Streben nach Glück muß immer geleitet werden von Weisheit, Besonnenheit und Einsicht.

Gutes kann man nur in die Tat umsetzten, wenn man die Idee des Guten erkannt hat. So ist wahres Glück niemals in der Dunkelheit fehlender Erkenntnis (vgl. Höhlengleichnis) möglich, sondern nur der zur Besinnung gekommene und zur Erkenntnis gelangte Philosoph kann es erreichen, da ihm allein die Schau des Guten und Gerechten vorbehalten ist. Nur der Philosoph kann sich befreien und in der göttlichen Welt heimisch fühlen.

Glück kann er also nur in der Nähe des Göttlichen erlangen. Außerdem muß er sich von seinem Körper befreien, da Platon die Meinung propagiert, daß sich Körper und Geist im Widerstreit befinden. So vertritt er mit dem Dualismus zwischen Körper und Geist die Soma-Sema-Lehre (σῶμα soma, Körper; σήμα sema, Grab).

Auslese der Besseren

Platon äußerte sich zu dem Gedanken einer Höherzüchtung des menschlichen Geschlechts in seinem fünften Buch der Republik, wo er den Plan zur Vermehrung und Veredelung seiner Kriegerkaste darlegte.

Werke

Die Brillanz Platos – sowohl als Schriftsteller als auch als Denker – zeigt sich in seinen Sokratischen Dialogen. Man vermutet, daß er diese Dialoge an der Akademie vorgetragen hat, obwohl nicht mit Bestimmtheit gesagt werden kann, daß sie in pädagogischer Absicht verfaßt wurden. Allein durch die Sokratischen Dialoge hat Plato uns heute lebenden die Philosophie des Sokrates überliefert, welche uns ansonsten unbekannt geblieben wäre.

Sokratische Dialoge (Periode ca. 399–390 v. d. Z.): Sokrates spricht mit einem Sophisten über die ethische Bedeutung in der Suche für Definitionen. Unter anderem:

  • (klein) Hippias: über die Dummheit der Sophisten
  • (groß) Hippias: über die Schönheit
  • Ion: über die Inspiration der Dichter
  • Protagoras: über die Frage, wie die Jugend zu erziehen sei
  • Laches: ein Dialog über den Mut.
  • Charmides: über Selbstbeherrschung
  • Lysis: über das, was uns lieb ist
  • Euthyphro: über Tugend
  • Crito: über Gehorsamkeit gegenüber dem Gesetz
  • Gorgias: über den verderbenden Einfluß von Rhetorik
  • Symposium: über Liebe und Erotik
  • Politeia: über den idealen Staat
  • Phaedrus: über die Welt der Ideen
  • Timaeus: über Atlantis
  • Theaetetus: welcher seine eigenen Ideen kritisiert
  • Nomoi (Die Gesetze): Neue Gesetzessätze für einen neu zu gründenden Staat
  • Phädrus und Gastmahl, Übersetzung 1817 (PDF-Datei)
  • Platon’s Apologie des Sokrates übersetzt und erläutert zunächst für gebildete Leser, 1848 (PDF-Datei)

Siehe auch

Literatur