Rotkäppchen

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Gemälde von Paul Meyerheim

Rotkäppchen ist ein deutsches Märchen, das von den Gebrüdern Grimm erstmals aufgeschrieben wurde. Ludwig Bechstein übernahm das Märchen im Jahre 1853 in sein „Deutsches Märchenbuch“ als „Das Rotkäppchen“.

Inhalt

Wiedergabe der verschiedenen Varianten:

Quelle
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Das deutsche Rotkäppchenmärchen. — Eine kleine süße Dirne, die alle Welt und vor allen Dingen ihre Großmutter sehr liebt, wird von letzterer mit einem Käppchen von rotem Samt (eine Erinnerung an die Sonne) beschenkt und erhält daher seinen Namen. Rotkäppchen soll eines Tages der Mutter Kuchen und Wein bringen. weil dieselbe schwach und krank ist. Sie macht sich auf den Weg. Sie trifft den Wolf. Dieser erkundigt sich, wohin Rotkäppchen gehe und läßt sich genau berichten, wo die Großmutter wohne. Der Wolf denkt bei sich: „Das junge zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die Alte, du mußt es listig anfangen, daß du beide erschnappst.“ Er fordert also Rotkäppchen auf. umherzuschauen, und dieses wird so auf die prangende Blumenwelt aufmerksam. Während sie eilig einige Blumen pflücken will und dabei ziemlich weit vom Wege abkommt, geht der Wolf gerade weg auf das Haus der Großmutter und klopft an die Tür. „Wer ist draußen?“ — „Rotkäppchen, das bringt Kuchen und Wein. mach auf.“ — „Drück nur auf die Klinke.“ ruft die Großmutter, „ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen.“ Der Wolf kommt herein. geht auf die Großmutter, die im Bett liegt, gradwegs zu und verschluckt sie (Verschlingen), dann tut er ihre Kleider an, setzt ihre Haube auf, legt sich in ihr Bett und zieht die Vorhänge vor. — Inzwischen kommt Rotkäppchen auch hin. Es ruft Gutenmorgen, bekommt aber keine Antwort. Da geht es zum Bett und zieht die Vorhänge zurück: da liegt die Großmutter und hat die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sieht sehr wunderlich aus. Es folgt eine Unterhaltung über die großen Ohren, die großen Augen, die großen Hände, das große Maul, die der Wolf zum besseren Hören, zum besseren Sehen, und um Rotkäppchen besser packen und fressen zu können hat. Der Wolf tut einen Satz aus dem Bett und verschluckt das arme Rotkäppchen. (Verschlingen.) Danach legt er sich wieder ins Bett, schläft ein und fängt überlaut an zu schnarchen. Der Jäger, (—ich darf wohl darauf hinweisen, daß in der Götterdämmerungsmythe der Frühlingsgott Wali ein großer Schütze ist,—) geht am Hause vorbei, wird auf das merkwürdige Schnarchen der Großmutter aufmerksam und tritt in das Zimmer. Er entdeckt den Wolf. Er will schon seine Büchse anlegen, da fällt ihm ein, der Wolf könnte die Großmutter gefressen haben und sie könne noch leben. Er schießt also nicht, sondern nimmt eine Scheere und fängt an, dem schlafenden Wolf den Bauch aufzuschneiden. (Öffnen.) Wie er ein paar Schnitte getan hat, da sieht er das rote Käppchen leuchten und noch ein paar Schnitte, da springt das Mädchen heraus und ruft: „Ach was war ich erschrocken, wie war es so dunkel in dem Wolf seinem Leib!“ (Ausschlüpfen.) Und dann kommt die alte Großmutter auch lebendig heraus. (Allausschlüpfen.) Rotkäppchen holt geschwind große Steine (Glutsteine) und füllt damit den Leib des Wolfes, und wie er aufwacht und fortspringen will, sind die Steine so schwer, daß er niedersinkt und tot hinfällt.
Als Rotkäppchen zum andern Male der Großmutter wieder Gebackenes bringt, spricht sie ein anderer Wolf an. Sie läßt sich aber nicht vom Wege abbringen, sondern geht weiter. Sie erzählt das Erlebnis aber der Alten. „Komm,“ sagt die Großmutter, wir wollen die Tür verschließen. daß er nicht herein kann.“ Der Wolf klopft auch bald, wird aber nicht hereingelassen. Die beiden sind still. Der Graukopf schleicht einige Male um das Haus und springt endlich aufs Dach, um zu warten, bis Rotkäppchen abends nach Hause ginge. Dann will er ihr nachschleichen und sie auffressen. Die Großmutter merkt, was er im Sinn hat. Vor dem Hause steht ein Steintrog. Die Großmutter sagt zu dem Kind: „Nimm den Eimer, Rotkäppchen, gestern habe ich Würste gekocht, da trag' das Wasser, worin sie gekocht sind, in den Trog.“ Rotkäppchen trägt nun so lange, bis der große Trog ganz voll ist. Der Geruch der Wurstbrühe steigt dem Wolf in die Nase, der zu schnuppern anfängt, einen langen Hals macht und zu rutschen beginnt. Er fällt gerade in den Trog hinein und ertrinkt.

Quelle: Leo Frobenius: „Das Zeitalter des Sonnengottes“, Band 1, 1904, S. 184f. (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!


Das Rotkäppchen:[1]

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Literatur

Fußnoten

  1. „Märchenbuch“ von Ludwig Bechstein, 1889, S. 35ff. (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!