Dach, Simon

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Simon Dach (Lebensrune.png 29. Juli 1605 in Memel; Todesrune.png 15. April 1659 in Königsberg) war ein deutscher Dichter.

Leben

In seiner Jugend besuchte Dach die Schulen in Memel, Königsberg, Wittenberg und Magdeburg, studierte in Königsberg Theologie und Philosophie, wurde dort 1633 Kollaborator und 1636 Konrektor an der Domschule und infolge eines dem Kurfürsten von Brandenburg geweihten Gedichts 1639 Professor der Dichtkunst. Der Tod seines Freundes, des Dichters Robert Roberthin (1648), ließ ihn in eine tiefe Schwermut fallen.

Dach war das Haupt der Königsberger Dichtergruppe, welche sich von den schlesischen Poeten seiner Zeit dadurch unterschied, daß ihre Mitglieder den Zusammenhang mit der naiveren volksmäßigen Lyrik früherer Zeit bis zu einem gewissen Punkt bewahrten. So brachte zwar auch Dach in rhetorisch-prunkhaften Gedichten der Gelehrtenpoesie seiner Zeit sein Opfer, traf aber in anderen weltlichen und geistlichen Liedern den Ton echter Empfindung. Sein bekanntes „Ännchen von Tharau“ z. B. (ein niederdeutsches Gedicht, zur Hochzeit seines Freundes, des Pfarrers Portatius, mit Anna Neander im Namen des Bräutigams verfasst) wurde zum Volkslied; das „Lob der Freundschaft“ klingt wie aus einem besseren Jahrhundert, und seine geistlichen Lieder „Sei getrost, o meine Seele“, „Ich bin ja, Herr, in deiner Macht“ u. a. stehen in jener Zeit nur den Gerhardtschen nach. Überwiegend ist bei ihm wie bei seinen Anhängern eine weiche, elegische Stimmung über die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens.[1]

Seine zahlreichen geistlichen und weltlichen Lieder sind in verschiedenen Sammlungen und fliegenden Blättern zerstreut, besonders in den „Geistlichen Arien“ des Organisten Heinrich Albert[2]. Die Gelegenheitsgedichte auf das kurbrandenburgische Haus erschienen nach seinem Tod unter dem Titel: „Kurbrandenburgische Rose, Adler, Löwe und Zepter“ (Königsb. 1661).

Simon Dach, geb. 29. Juli 1605 in Memel, Kollaborator, dann Konrektor an der Domschule zu Königsberg, seit 1639 Professor der Poesie an der dortigen Universität, starb daselbst 15. April 1659; verfaßte viele durch inniges Gefühl ausgezeichnete geistliche Lieder und Gelegenheitsdichtungen. Erste Hauptsammlung: „Chur Brandenburgische Rose Adler Löw und Scepter“ (Königsberg 1661). Neben dem durch Herders ernsthafte Bearbeitung populär gewordenen „Ännchen von Tharau“ ist am bekanntesten geblieben sein Lied: „Der Mensch hat nichts so eigen“.

– Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationallitteratur, herausgegeben von Gustav Könnecke[3]

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs konnte der Germanist Walther Ziesemer durch Herausgabe von Simon Dachs Gesamtwerk dessen Schaffen sichern, denn durch die umfassenden Zerstörungen während des bolschewistischen Einmarsches 1945 gingen auch Dachs Handschriften und Drucke weitgehend verloren.


Einführung in Leben und Werk:[4]

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Werke (Auswahl)

  • Gedichte, herausgegeben von Hermann Oesterley (PDF-Datei)

Literatur

  • Hermann Oesterley:
    • „Simon Dach, seine Freunde und Johann Röling“ (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
    • „Simon Dach“, 1867 (PDF-Datei)
  • „Auserlesene Gedichte von Simon Dach, Robert Roberthin und Heinrich Albert“ (PDF-Datei)
  • „Fliesst mir ihr güldnen Reime. Die sehr weltlichen Lieder des berühmten Königsberger Poeten Simon Dach“, Graefe & Unzer, 1941

Verweise

Fußnoten

  1. Vgl.: August Gebauer: Simon Dach und seine Freunde als Kirchenliederdichter. Tübingen 1828 (Netzbuch).
  2. 4. Aufl., Königsberg 1652-54; nachgedruckt, Leipzig 1657
  3. PDF-Datei Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  4. XIII. Jahresbericht über das städtische Gymnasium zu Memel 1873, P. Salkowski: „Simon Dach“ (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!