Tawe

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche

Tawe

Staat: Deutsches Reich
Gau: Ostpreußen
Landkreis: Elchniederung
Provinz: Ostpreußen
Einwohner (1939): 841
Flucht.jpg
Tawe befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Rußland vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Tawe war ein deutscher Ort in Ostpreußen im Bezirk Gumbinnen, Kreis Elchniederung. Seit 1947 ist Tawe als Ort erloschen, heutzutage befindet sich dort lediglich Schilf und Gestrüpp. Der Ort hatte im Jahre 1939 insgesamt 841 Einwohner. Tawe befindet sich im derzeit russisch besetzten Teil Ostpreußens.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Tawe liegt am Nordufer der Tawelle, 23 km südwestlich von Kuckerneese.[1]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[2]
1885 924
1925 677
1933 584
1939 841

Geschichte

Ortsplan von Tawe an der Tawelle

Tawe befand sich am östlichen Ufer des Kurischen Haffs. Der Ort bestand aus 74 reetgedeckten Holzhäusern. Seit 1947 ist das Dorf verlassen, da die Bewohner vertrieben wurden und heute findet sich kaum noch eine Spur des Dorfes. Schilf und Gesträuch haben das Gebiet zurückerobert, das sich die Menschen in Jahrhunderten zuvor aus der Wildnis schufen. Bereits im Jahre 1927 wurden dort Waffen und andere Geräte aus der jüngsten Steinzeit gefunden. Im Jahre 1000 n. d. Z. strömten germanische Völker (Jüten, Goten, Wikinger bzw. Waräger), über die Ostsee und wurden in diesem Gebiet seßhaft. Sie fanden auf dem Festland bereits die Schalauer einen Pruzzenstamm und westlich auf der Nehrung die Kuren vor, die zu den baltischen Völkern gehörten. Dieses Volks- und Stammesgemisch bildete die Grundlage für eine hart zupackende Gemeinschaft, die dieses Land benötigte.

Es war in Tawe nie leicht sein Brot zu verdienen, was zum Teil an der schlechten Anbindung des Dorfes lag. Es gab keine Straßen und ständig hochwassergefährdete Fußwege ließen nur das Haff und die Tawelle sowie später einzelne Kanäle als sichere Verkehrswege zu. Erst 1934 wurde eine hochwasserfeste Straße nach Kastaunen gebaut.

Die Bewohner ernährten sich vorrangig vom Fischfang, Vieh und Geflügel. Später auch vom Gemüseanbau, vorwiegend von Zwiebeln und Gurken, die in dem fruchtbaren Moorboden prächtig gediehen. Die Überschüsse wurden dann bis nach Seckenburg und Tilsit verkauft.

Fußnoten

  1. TaweBildarchiv Ostpreußen
  2. Taweverwaltungsgeschichte.de
Meine Werkzeuge