Ostpreußen

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Flucht.jpg Ostpreußen befindet sich seit 1945 unter polnischer, russischer und litauischer Fremdherrschaft. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde entweder ermordet oder vertrieben und deren Eigentum gestohlen.
Ostpreußen
Landesflagge
Flagge Ostpreußen.png
Wappen
Wappen
Karte von Ostpreußen

Basisdaten
Hauptstadt: Königsberg
Fläche: 36.993,9 km²
39.820,73 km²
(einschließlich Memelgebiet)
Einwohner: 2.025.741 (1905)
2.488.122 (1939)
Bestehen: 1773–1829
1878–
Lage in Preußen
Lage in Preußen nach dem Versailler Friedensdiktat

Das im Nordosten Deutschlands gelegene Ostpreußen gehört mit Schlesien, Hinterpommern, Westpreußen und der Provinz Posen zu Ostdeutschland. Die Provinz Ostpreußen wurde am 1. April 1878 durch Gesetz vom 19. März 1877 aus dem östlichen Teil der bisherigen preußischen Provinz Preußen gebildet. Das Land grenzt im Westen an Westpreußen, im Süden an Polen und im Norden sowie Osten an Litauen. Die Hauptstadt ist Königsberg. Die Hymne Ostpreußens ist das Ostpreußenlied.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Im Jahre 1939 war bei 97,2 % der Bevölkerung die Muttersprache Deutsch, bei 1,8 % Masurisch, bei 0,9 % Polnisch und bei 0,1 % Litauisch.

Seit der völkerrechtswidrigen Annexion im Jahre 1945 und der anschließenden restlichen Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus ihrer Heimat befinden sich derzeit 13.502,35 km² unter russischer, 23.489,40 km² unter polnischer und 2.828,98 km² unter litauischer Verwaltung.

Erdkunde

Ostpreußen bildet seiner physischen Beschaffenheit nach einen Teil des von Westen nach Osten streichenden südbaltischen Küstenplateaus. Es ist ein aus Hügel- und Flachland bestehendes, mit zahlreichen größeren und kleineren Landseen (Ostpreußische Seenplatte) durchsetztes und von vielen Flußläufen durchzogenes Gebiet. Die Landschaft, im Nordosten und Süden vielfach sumpfig und moorig ausgebildet und an der Küste von kahlen Dünen geprägt, ist Teil des norddeutschen Tieflandes; neben umfangreichen sterilen Sandflächen mit erratischen Blöcken enthält sie auch weite Gebiete mit fruchtbarstem Boden.

Gliederung

Ostpreußen gliedert sich in die historischen Landschaften Schalauen, Kurische Nehrung, Sudauen, Nadrauen, Samland, Barten, Natangen, Ermland mit Frischer Nehrung, Pogesanien, Hockerland, Pomesanien, Masuren, Galinden, Sassen und Kulmerland.

Berge

Die bedeutendsten Höhen liegen östlichen der masurischen Seen, insbesondere in der Gegend von Goldap (Goldapper Berge 272 m, Seesker Berg 309 m) und südlich von Osterode (Kernsdorfer Höhe 313 m).

Seen

Die Masurische Seenplatte umfaßt weit über hundert Seen. Die größten davon sind mit 114 km² der Spirdingsee – zugleich auch das größte, vollständig in Deutschland gelegene natürliche Binnengewässer –, der 104 km² große Mauersee, der Lötzener- (Löwentin-) und der Noschesee, ferner die Seen bei Liebemühl, von denen der Geserichsee teilweise in Westpreußen liegt.

Flüsse

Die Hauptflüsse sind die Dange, die Minge, die Memel mit ihren Zuflüssen Jura (rechts) und Scheschuppe (links), der Nemonien, der Pregel mit Inster, Pissa und Angerapp und seinem linken Nebenfluß Alle. Im Westen wird Ostpreußen durch das Mündungsdeltagebiet der Weichsel eingefaßt.

Wasserstraßen

Die natürlichen Wasserstraßen, im ganzen etwa 430 km schiffbar (davon entfallen 117 km auf den Pregel, 64 km auf die Memel, 48 km bzw. 42 km auf deren Mündungsarme Nuß und Gilge, werden durch ein den zahlreichen Seen sich anschließendes Kanalnetz von rund 415 km Länge ergänzt; die wichtigsten Kanäle sind der König-Wilhelmskanal (23 km, mit der kanalisierten Minge 49,8 km), der Seckenburger Kanal (11 km), der Große Friedrichsgraben (19 km), die Masurische Wasserstraße (126 km, mit den Seitenlinien 163,9 km), der mit 11 geneigten Ebenen versehene Elbing-Oberländische Kanal (196 km, davon eine Strecke in Westpreußen) und der Schilling-Drewenz-Kanal.

Klima

Das Klima ist verhältnismäßig rauh; das Temperaturjahresmittel ist in Memel und Königsberg 6,6° C, in Tilsit und Klaussen bei Lyck 6,3° C.

Die jährlichen Niederschläge belaufen sich im vierteljährigen Mittel auf 493 mm in Klaussen, 599 mm in Königsberg und 671 mm in Tilsit.

Städte

Die größten Städte Ostpreußens sind:


Politische Karte Deutschlands mit Gesamtostdeutschland
Demarkationslinie zwischen dem zur Zeit russisch besetzten mittleren und dem polnisch besetzten südlichen Teil Ostpreußens
Landkreise mit Demarkationslinie zwischen dem zur Zeit russisch besetzten mittleren, dem polnisch besetzten südlichen Teil Ostpreußens und dem litauisch besetzten nördlichen Teil Ostpreußens, dem Memelland

Geschichte

Mittelalter

Das heutige Ostpreußen war Kernland des mittelalterlichen deutschen Ordenstaates und danach des Herzogtums Preußen.

Erster Weltkrieg

Durch seine gemeinsame Grenze mit Rußland und seine vorgeschobene geographische Lage wurde Ostpreußen im Ersten Weltkrieg zu einem wichtigen Schauplatz der Ostfront, hier lagen die einzigen Gebiete des Deutschen Reichs, die während des Ersten Weltkrieges von fremden Truppen besetzt waren.

Der russische Vormarsch wurde in der zweiten Schlacht von Tannenberg zum Stehen gebracht, die siegreichen Generäle Hindenburg und Ludendorff legten hier die Grundlage zu ihrer großen Popularität.

Ostpreußens Abschnürung von der Weichsel
Das erst durch den sogenannten Versailler Vertrag geschaffene Problem
Korridor durch deutsches Gebiet und die von Adolf Hitler vorgelegten Lösungsvorschläge (Bei mehrheitlich deutscher Volksabstimmung: polnische exterritoriale Straße und der Verlauf des Flusses Netze als Grenzvorschlag, bei mehrheitlich polnischer Volksabstimmung: deutsche exterritoriale Straße)
Polnische Bevölkerungsmehrheiten um 1900

Zwischenkriegszeit

Nach dem sogenannten Versailler Vertrag (dem Verbrechen von Versailles) wurde Ostpreußen vom Reich abgetrennt, indem das Reichsgebiet Westpreußen dem Binnenland Polen zugeschlagen wurden. Vorwand war die Legende, daß Polen einen Zugang zum Meer (auf Kosten deutschen Reichsgebietes) bräuchte. Dies hatte den Zweck, Deutschland dauerhaft zu schwächen und zwischen Deutschen und Polen auf Dauer Zwietracht zu säen. Infolge dessen gab es jedoch während der Zeit der Weimarer Republik verschiedene Versuche, die Lage Ostpreußens weiterhin auf Basis des sogenannten Versailler Vertrages zu verbessern. Diese deutschen Bemühungen wurden allerdings allesamt verworfen. Neben dem Diktat aufgrund des sogenannten Versailler Vertrages wurde sogar teilweise völkerrechtswidrig und willkürlich weiteres deutsches Land unter polnische Verwaltung gestellt. Zudem annektierte Litauen das deutsche Memelgebiet vollständig, das zuvor kurze Zeit unter französische Verwaltung gestellt worden war.

Mit dem Inkrafttreten des sogenannten Versailler Vertrages wurde Westpreußen überwiegend ohne Volksabstimmung zwischen Polen und der vom Deutschen Reich abgetrennten deutschen Stadt Danzig zerstückelt und aufgeteilt. Im Abstimmungsgebiet Marienwerder fand eine Volksabstimmung statt, in der die Bewohner zu 92,36 % für einen Verbleib beim Deutschen Reich votierten. Der östliche Teil wurde daraufhin der Provinz Ostpreußen als Regierungsbezirk Westpreußen mit Verwaltungssitz in Marienwerder angegliedert beziehungsweise der neugebildeten Grenzmark Posen-Westpreußen angeschlossen. Das verbleibende Ostpreußen war nun eine Exklave des Deutschen Reiches, die auf dem Landweg nur über polnisch besetztes deutsches Gebiet zu erreichen war (Polnischer Korridor). Am 10. Januar 1920 wurde der südwestliche Teil des Kreises Neidenburg ohne Volksabstimmung dem Reiche entrissen und Polen zugestanden, hauptsächlich deswegen, weil eine wichtige Eisenbahnlinie durch den Hauptort Soldau lief. Polen erhob auch Anspruch auf das südliche Ostpreußen, wo große Bevölkerungsteile des südlichen Ermlandes und Masuren neben der deutschen Verkehrssprache als Muttersprache Masurisch, einen der polnischen Sprache nahestehenden Dialekt, sprachen. Auf Drängen der Regierung Ebert einigten sich die Staaten im sogenannten Versailler Vertrag auf eine Volksabstimmung. Bei der unter Aufsicht des Völkerbunds durchgeführten Abstimmung im Abstimmungsgebiet Allenstein konnten die Bewohner zwischen den Alternativen „Polen“ und „Ostpreußen“ wählen. 97,90 % der Bewohner entschieden sich für Ostpreußen und somit für die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich.

1922 wurde vom Reichsverkehrsministerium der Seedienst Ostpreußen eingerichtet, der über den Seeweg eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Kernland des Deutschen Reiches herstellte. Der Seedienst Ostpreußen bestand bis 1944.

Der Verkehr zwischen dem Deutschen Reich und Ostpreußen auf dem Landweg war aufgrund des sogenannten polnischen Korridors (die Landverbindung zwischen dem eigentlichen Polen und der Ostsee durch das bisherige deutsche Westpreußen) sehr problematisch. Der Bahnverkehr erfolgte in verplombten Zügen, bei denen zum Teil sogar die Fenster zugehängt wurden. Zivile Flugzeuge, die zwischen dem Kernland und dem Reichsgebiet Ostpreußen verkehrten, wurden wiederholt von polnischen Schiffen und von der Küste aus beschossen. Auch der Straßenverkehr zwischen Ostpreußen und dem Reichsgebiet wurde durch ständige polnische Schikanen immer mehr zu einer Belastung für die weitere Entwicklung Ostpreußens. Das Verhältnis zwischen der Weimarer Republik und dem seit dem Putsch von Marschall Pilsudski 1926 diktatorisch regierten polnischen Staat war äußerst feindselig, immer wieder kam es entlang der gemeinsamen Grenze zu bewaffneten Auseinandersetzungen seitens der Polen.

Nationalsozialismus

Nach dem Wahlsieg der NSDAP unter Führung von Adolf Hitler kam es zu weiteren Bemühungen, das Problem zu lösen und die Grenzverletzungen von polnischer Seite auf deutsches Reichsgebiet zu unterbinden sowie der Drangsalierung der deutschen Bevölkerung in Polen entgegenzutreten. Vorschläge einer exterritorialen Autobahn- und Eisenbahnverbindung, unter Wahrung der polnischen Interessen, nach Ostpreußen wurden von der Gegenseite jedoch abgelehnt. Nachdem, auch aufgrund der britischen Garantieerklärung Polen gegenüber, sich die Lage immer weiter verschärft hatte, wurde im Jahre 1939 im sogenannten Polenfeldzug das Reichsgebiet Ostpreußen, im Zuge der Rückführung des Reichsgebietes Westpreußen unter deutsche Verwaltungshoheit, dem Reiche wieder angegliedert. Das Memelgebiet war bereits zuvor von Litauen an das Reich zurückgegeben worden.

Ostpreußens Gebietsveränderungen im 20. Jahrhundert

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Ostpreußen – die Tage vor dem Zweiten Weltkrieg

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebiet Ostpreußens um vormals zur Republik Polen gehörige Gebiete vergrößert, neben dem Gebiet um Suwalken und Soldau auch ein größeres Gebiet, das einst zum westlichen Neuostpreußen gehört hatte. Es war vorgesehen, diese Gebiete auf Dauer wieder Deutschland anzugliedern.

Eroberung, Kriegsende und Vertreibung

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ostpreußen von der Roten Armee in der Schlacht um Ostpreußen überrannt. Während der Flucht aus Ostpreußen versuchte sich die deutsche Bevölkerung ab Januar 1945 aus Ostpreußen und dem deutschen Memelland vor der vorrückenden Roten Armee zu retten. Ab Mitte Januar griffen die 2. und 3. Weißrussische Front an, die Schlacht um Ostpreußen war eröffnet. Ein Teil der Bevölkerung konnte sich über das Land mit Flüchtlingstrecks nach Westen retten; nachdem aber die Rote Armee im Laufe der Schlacht um Ostpreußen am 26. Januar bei Elbing das Frische Haff erreicht hatte, war der Fluchtweg über Land abgeschnitten. Tausende ertranken bei der Flucht über das Eis zur vermeintlich rettenden Frischen Nehrung, die weiter nach Danzig und den Fährhafen Gotenhafen führte. Ein kleiner Teil wurde über den Ostseehafen Pillau evakuiert. Mit der angelaufenen größten Rettungsaktion der Menschheitsgeschichte, dem Unternehmen „Hannibal“ unter dem Befehl von Großadmiral Dönitz, konnten Hunderttausende vor dem sicheren Tode bewahrt werden.

Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen im eisigen Winter dennoch sehr viele Tote. Es wird geschätzt, daß von den bei Kriegsende ca. 2,4 Millionen Bewohnern Ostpreußens allein bis zu einer halben Million Deutsche auf der Flucht ums Leben kamen. Unter den Zigtausenden Deutschen, die bei der Versenkung der „Wilhelm Gustloff“, der „General von Steuben“ und der „Goya“ im Frühjahr 1945 ums Leben kamen, befanden sich auch unzählige Flüchtlinge aus Ostpreußen.

Greueltaten und Verbrechen an Deutschen

Noch anwesende Bewohner, vom Vormarsch der Roten Armee eingeholte Flüchtlinge oder nach dem (teils temporären) Ende der Kampfhandlungen zurückkehrende Bewohner wurden vielfach von durch antideutsche Propaganda aufgestachelten Soldaten umgebracht oder mißhandelt (siehe Verbrechen der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg), oder zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Ein Beispiel ist das Massaker von Nemmersdorf im Oktober 1944, als erstmals nach dem Ersten Weltkrieg russische Truppen nach Ostpreußen vorstießen. (→ Völkermord)

Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew waren als sowjetische Soldaten Augenzeugen und wiesen später auch auf diese Kriegsverbrechen hin. Die Verantwortlichen wurden weder international noch in der Sowjetunion zur Verantwortung gezogen.

Solschenizyn schrieb seine Erlebnisse als Offizier während der Schlacht um Ostpreußen in Gedichtform im Band „Ostpreußische Nächte“ und als Erzählung in „Schwenkitten ’45“ nieder. Veröffentlicht wurden diese, wie „Der Archipel Gulag“, erst nach seiner Ausweisung aus der Sowjetunion im Jahre 1974.

So beschrieb er eine Szene in der Stadt Neidenburg unter anderem mit

„Wer noch Jungfrau, wird zum Weibe / und die Weiber – Leichen bald.“

Vertreibung

Die überlebenden Deutschen wurden bis 1947 fast vollständig aus ihrer Heimat nach dem verbliebenen Restdeutschland in die Flüchtlingslager in die Besatzungskonstrukte DDR und BRD vertrieben. Ein geringer Prozentsatz konnte dennoch bleiben, war jedoch der Willkür der Besatzer ausgesetzt. Es gab im derzeit polnisch verwalteten, südlichen Teil Ostpreußens die Möglichkeit, sich zum „Polentum“ zu bekennen und dadurch in der Heimat zu verbleiben, wenn auch unter schwierigsten Lebensbedingungen und ständigen Schikanen als Zwangsarbeiter. Im sowjetischen Teil mußten die wenigen restlichen Deutschen russische Namen annehmen und Sowjetbürger werden.

Völkerrechtswidrige Annexion

Nach der Potsdamer Konferenz wurde Ostpreußen unter vorübergehende Verwaltung von Polen und der Sowjetunion gestellt. Der sowjetisch besetzte, nördliche Teil wurde der russischen Sowjetrepublik und Litauen zugeteilt und vor allem mit Russen aus Zentralrußland und dem Gebiet des heutigen Föderationskreises Wolga sowie mit Weißrussen besiedelt.

Der polnisch besetzte Teil wurde auf die neu gegründeten „Woiwodschaften“ Danzig, Allenstein und Suwalki aufgeteilt. Hier wurden in erster Linie Polen aus Zentralpolen und im Rahmen der Aktion Weichsel aus Südostpolen geholte Ukrainer angesiedelt. Die Hauptstadt Königsberg wurde 1946 vorübergehend in Kaliningrad – nach Stalins Freund, dem Massenmörder Kalinin – umbenannt, ebenso wurden sämtliche Orte im sowjetisch besetzten Teil – sofern sie nicht zerstört wurden – vorübergehend umbenannt.

Schicksal der Ostpreußen

Opferzahlen

Schätzungsweise starben bei den Vertreibungen der Deutschen aus den einzelnen Ostgebieten:

Siehe auch: Bierut-Dekrete

Umgang mit dem Landraub seitens der BRD und der DDR

DDR und BRD sind keine Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches (→ Rechtslage des Deutschen Reiches nach 1945), weshalb ihre in der Vergangenheit gemachten Äußerungen oder Verträge in Bezug auf irgendwelche Grenzanerkennungen staats- und völkerrechtlich weitgehend ohne Aussagekraft sind. Die DDR erkannte 1950 die Oder-Neiße-Linie im Görlitzer Vertrag als ihre Grenze zu Polen an. Dieser Anerkennung wird allerdings vielfach die völkerrechtsverbindliche Wirkung abgesprochen. Auch die BRD, welche das Alleinvertretungsrecht für Deutschland und alle Deutschen, also auch für die Staatsbürger der DDR und deren Staatsgebiet, beanspruchte, verfolgte unter Bundeskanzler Willy Brandt im Rahmen der „neuen Ostpolitik“ in den frühen 1970er Jahren die Anerkennung der Grenzziehung vorbehaltlich eines endgültigen Friedensvertrages (siehe auch: Ostverträge). Mit dem Zwei-plus-vier-Vertrag und dem Deutsch-Polnischen Grenzvertrag gab die BRD (jedoch nicht das Deutsche Reich) einen Anspruch auf die deutschen Ostgebiete auf. Damit jedoch ein solcher Abtretungsvertrag überhaupt völkerrechtswirksam sein kann, hätte die Bundesrepublik Deutschland zuvor über die abzutretenden Gebiete völkerrechtlich auch abtretungs- und somit verfügungsberechtigt sein müssen. Dies war aber zu keinem Zeitpunkt der Fall, denn das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erstreckte sich ja niemals auch über die ostdeutschen Gebiete jenseits von Oder und Neiße.

Ausgeschlagenes Rückgabeangebot von 1990

Während 1990 über die Nato-Mitgliedschaft einer vergrößerten BRD verhandelt wurde, unterbreitete der russische General Geli Batenin dem BRD-Botschafter Joachim von Arnim das Angebot, den von Rußland besetzten Teil Ostpreußens (→ mittleres Ostpreußen) an Deutschland zurückzugeben. Der BRD-„Diplomat“ lehnte das Angebot mit folgenden Worten ab:

Bei der Vereinigung geht es um die Bundesrepublik Deutschland, die DDR und das ganze Berlin. Wenn die Sowjetunion Probleme mit der Entwicklung des nördlichen Ostpreußens hat, so ist das ihre Sache

Die Öffentlichkeit wurde erst zwei Jahrzehnte später von diesem Angebot in Kenntnis gesetzt.[1][2]

Aktuelle Lage

Obwohl das Thema Ostpreußen derzeit durch Dokumentationen im Fernsehen, in Bildbänden usw. wieder mehr in das Interesse der Bevölkerung gerückt ist, hat sich an der politische Lage nichts geändert, das Gebiet ist nach wie vor unter fremder Herrschaft.

Kriegsfolgen

Durch seine exponierte Lage an der russischen Grenze, seine Frontstellung im Ersten Weltkrieg, seine Abtrennung vom übrigen Reichsgebiet durch den sogenannten Versailler Vertrag ab 1919, die Gewaltexzesse und Verbrechen der Roten Armee bei der Besetzung ab 1945, die panikartige Flucht im Winter und die anschließende Vertreibung der verbliebenen deutschen Bevölkerung durch Polen und Russen wurde Ostpreußen zum Symbol für die Schrecken des Krieges und Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Gerade an der heutigen Situation dort kann man die fatalen Auswirkungen systematisch geplanter und begangener ethnischer Säuberungen erkennen, sowohl auf das kulturelle Erbe als auch auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung bezogen. Eine 800jährige deutsche Kulturlandschaft wurde aus Neid, Gier und Dummheit für immer vernichtet. Die 1255 gegründete deutsche Hauptstadt Königsberg wurde durch anglo-amerikanische Terrorbomber vollständig zerstört. Ostpreußen jedoch als Wiege des Preußentums wird sich, unter welcher Besatzung auch immer, niemals von seinen urdeutschen Wurzeln lösen. Das deutsche Herz, die Krönungsstadt der preußischen Könige Königsberg, wird eines Tages wieder neu beginnen zu schlagen als das, was sie immer war: eine deutsche Stadt in deutschem Land.

Wirtschaft

Ostpreußen war bis 1945 der Hauptproduzent des Deutschen Reiches an Nahrungsmitteln. Nach der vorübergehenden Übernahme unter russische Verwaltung lagen die landwirtschaftlichen Flächen vollständig brach und verödeten. Die Fleischproduktion brach infolge der Vertreibung der Deutschen Bevölkerung komplett zusammen. Seit Ende der 90er Jahre wird dort durch die derzeitige russische Verwaltung wieder verstärkt Landwirtschaft betrieben, da die ostpreußischen Böden als die fruchtbarsten des Reiches gelten.

Rund 50 km östlich von Königsberg wird seit geraumer Zeit in Deutschem Gebiet durch die derzeitige russische Verwaltung Erdöl gefördert. Das Erdöl wird auf mehreren Feldern mit Pumpen ans Tageslicht geholt und mit Tankzügen zur Raffinierung nach Rußland gebracht. Das dabei mitgeförderte Erdgas wird in Ermangelung von Transportleitungen in riesigen Türmen abgefackelt. Die Ausbeutung des Deutschen Erdöls ist sogar für Rußland lohnenswert. Weitere Erdölvorkommen in Ostpreußen befinden sich vor der Kurischen Nehrung, die bereits ebenfalls durch die derzeitige russische Verwaltung ausgebeutet werden.

Kreise

Ostpreußen - dies Land bleibt Deutsch.jpg

Bezirk Königsberg

Bezirk Gumbinnen

Bezirk Allenstein

Bezirk Zichenau (ab 26. Oktober 1939)

Bezirk Westpreußen (bis 1920 „Bezirk Marienwerder“)

Von 1920 bis 1939 gab es einen Bezirk Westpreußen, der im Zuge der Gebietsverluste des sogenannten Versailler Vertrages entstand und nach dem Polenfeldzug im Jahre 1939 dem neuerrichteten Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeschlagen wurde.

Zitate

  • „Es liegt ein Zauber über jenem Boden, den das edelste deutsche Blut gedüngt hat im Kampf um den deutschen Namen und die reinsten Güter der Menschheit.”Heinrich von Treitschke über Ostpreußen
  • „Noch bis zum Zweiten Weltkrieg gehörte das echte Lettland ebenso wie Ostpreußen zu den Gebieten mit dem stärksten Vorwiegen der nordischen Rasse.“Dietrich Schuler[3]

Siehe auch

Literatur

Heinrich von Treitschke über Ostpreußen
  • Landeskunde Preußens, Heft XI. Die Provinzen Ost- und Westpreußen, 1901 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreussen, 1891–1899 (PDF-Dateien):

Information zum Buch: Tragödie Ostpreußen: das neueste Opfer der deutschen Zensur!!
„Die Wahrheit ist hier nicht erwünscht.“ Die deutsche Regierung fährt fort, scharf gegen diejenigen vorzugehen, die es wagen, die Wahrheit zu sagen. Nach einem Brief, den TBR von hinter dem Sauerkraut-Vorhang bekam, beschlagnahmte die deutsche Gedankenpolizei vor kurzem nicht nur alle Exemplare des Buches Tragödie Ostpreußen, deren sie habhaft wurde, sondern auch einen Katalog, in dem es angeboten wurde. Das Buch ist von Heinz Schön und berichtet die Erfahrungen von Ostdeutschen, die 1945 vor den sowjetischen Horden flohen, die ihren Weg mordend und vergewaltigend quer durch Ostpreußen nahmen. Der Herausgeber verlangte sofort eine Anhörung, bei der er den Richter nach dem Grund der Beschlagnahme fragte, da dieses Buch lediglich die persönlichen Erfahrungen der überlebenden Opfer oder mit anderen Worten die Wahrheit enthält. Der Richter antwortete: „Ja, genau; sonst hätten wir das Buch anders behandelt.“ (Übersetzt aus „History you may have missed“) (Klappentext zum Buch)

Dokumentationen/Filme

  • Ostpreußen wie es war (Polarfilm, ISBN 3-937163-45-x)
  • Ostpreußen, Ermland und Masuren, Reise in ein fremdgewordenes Land (Polarfilm, ISBN 3-939504-39-4)
  • Ostpreußen-Reise 1937 (Polarfilm, ISBN 3-937163-30-1)
  • Sturm über Ostpreußen, 1. Ostpreußen im Inferno, 2. Ostpreußen im Todeskampf, Dokumentation der Tragödie von Juni 1944 bis Mai 1945 (Polarfilm, ISBN 3-937163-67-0)

Verweise

Ostpreußen-Politik nach 1945

Filmmaterial

Kartenmaterial

Filmbeitrag

Das Ostpreußenlied:

Das Ostpreußenlied

Fußnoten

  1. Der Spiegel 22. Mai 2010
  2. Der Spiegel 21. Mai 2010
  3. Untergang der Weltmacht USA – Rettung für die weißen Völker?, Kiel 2003, S. 89 f.
  4. Links oben im Menü „Pläne“ z. B. „Ganz Ostpreußen“ auswählen; Größe des Kartenfensters bei Erscheinen des Doppelpfeils mit gedrückter Maustaste verändern; gewünschten Kartenausschnitt mit dem Werkzeugmenü ganz links anwählen




Provinzen Preußens
Preußen

Im 19. Jh. aufgelöst: Netzedistrikt • Südpreußen • Neuostpreußen • Neuschlesien • Niederrhein • Jülich-Kleve-Berg • Preußen

1772/1822 bis ins 20. Jh.: Ostpreußen • Westpreußen • Brandenburg • Pommern • Posen • Sachsen • Schlesien • Westfalen • Rheinland

1850/68 bis ins 20. Jh.: Hohenzollernsche Lande • Schleswig-Holstein • Hannover • Hessen-Nassau

Im 20. Jh. gebildet: Niederschlesien • Oberschlesien • Groß-Berlin • Posen-Westpreußen • Halle-Merseburg • Kurhessen • Magdeburg • Nassau

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