Vasco da Gama

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Charles Edouard Armand-Dumaresq - Portrait von Vasco da Gama.jpg

Vasco da [de] Gama (Lebensrune.png um 1469 in Sines; Todesrune.png 24. Dezember nach dem julianischen Kalender 1524 in Cochin in Indien) war ein portugiesischer Seefahrer und Entdecker des Seewegs nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung.

Leben

Vasco da Gama wurde 1480 nachweisbar Mitglied des Ritterordens von Santiago. Daraus läßt sich schließen, daß er 1468 oder 1469 geboren wurde, denn üblicherweise wurden Jungen im Alter von elf oder zwölf Jahren Mitglied in diesem Orden. Beauftragt von König Manuel I. verließen er und seine Mannschaft von 184 Männern[1] am 8. (9.) Juli 1497 Lissabon mit Ziel Indien, um den arabischen Zwischenhandel mit Gewürzen zu umgehen. Die Flotte umfaßte vier Schiffe: Das Flaggschiff „São Gabriel“, die „São Rafael“ unter Vasco da Gamas Bruder Paolo, die „Bérrio“ („Santa Fé“) und ein Transportschiff. Am 22. November 1497 umrundete er das Kap der Guten Hoffnung (das 1488 von dem portugiesischen Seefahrer Bartolomeu Diaz erstmals umsegelt worden war) und am 20. Mai 1498 erreichte er Indien. Damit beendete er die Suche nach einer solchen Route, die 80 Jahre zuvor bereits Heinrich der Seefahrer begonnen hatte. Nach dem Tausch von Gewürzen gegen die mitgeführten Waren, die allerdings nicht sonderlich begehrt waren, trat Vasco da Gama die Rückreise an. Da ein Teil der Mannschaft an Skorbut starb, ließ er das Schiff „São Raphael“ verbrennen. Er erreichte am 9. September 1499 wieder Lissabon. Ein Offizier führte dabei Tagebuch, das von Franz Hümmerich ins Deutsche übertragen und kommentiert wurde.

Vasco da Gama unternahm danach noch zwei weitere Reisen nach Indien, wurde zum indischen Vizekönig ernannt, und starb auch dort den geschilderten Symptomen zufolge an einer Meningitis.


Quelle
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Kaum sechs Jahre nachdem Columbus, wie er vermeinte, den westlichen Weg nach Asien und Indien entdeckt hatte, fanden die Portugiesen den so lange gesuchten östlichen Seeweg dahin um Afrikas Süden. Der glückliche Entdecker war Vasco da Gama, dem das dankbare Vaterland für den Juli des Jahres 1897 eine großartige Festfeier bereitet. Da die Entdeckung des Seeweges nach Indien in das Jahr 1498 fällt, so drängt sich die Frage auf, warum die Portugiesen nicht diese, sondern die Ausfahrt zu der folgenreichen Entdeckung feiern, und die Antwort darauf ist nicht leicht zu finden. Dieselbe erscheint umso schwerer, als man wohl den Tag der Landung in Indien genau kennt, nicht aber das Datum der Abreise. Da aber nun einmal die vierhundertjährige Jubelfeier Portugals in diesem Jahre statt im nächstfolgenden abgehalten wird, wollen wir nicht weiter richten und unseren Lesern rechtzeitig die wichtigsten Daten aus dem Leben des bedeutenden Mannes ins Gedächtnis zurückrufen.
Vasco da Gama wurde um das Jahr 1469 zu Sines in der portugiesischen Provinz Alemtejo geboren und erwarb sich bald den Namen eines kühnen Seemannes. Deshalb lenkten sich die Augen des Königs Emanuel des Großen von Portugal auf ihn, als es galt die Entdeckungen der Portugiesen an der West- und Ostküste Afrikas durch eine Fahrt um den Süden dieses Erdtheiles miteinander zu verbinden. Denn die unter dem Prinzen Heinrich dem Seefahrer in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts begonnenen Entdeckungsreisen hatten inzwischen die Westseite des schwarzen Continents entschleiert und Bartolomeu Diaz war 1487 sogar bis 450 Kilometer jenseits des Caps der guten Hoffnung gelangt, während Covilham vom Rothen Meere aus Aden, Calicut und Goa in Asien besuchte und an der Ostküste die arabischen Handelsplätze bis Sofala kennen lernte. Der glückliche Entdecker des Caps der guten Hoffnung sah sich den Seefahrer Vasco da Gama vorgezogen. Diesem nämlich übertrug König Emanuel den Oberbefehl über die drei Schiffe, welche er zur Umsegelung Süd-Afrikas ausgerüstet hatte. Wahrscheinlich am 8. Juli 1497 war es, daß Vasco da Gama mit seiner kleinen Flotte den Hafen von Lissabon verließ. Am 16. November kam er in den heute als Tafelbai bekannten Hafen, umschiffte am 20. oder 22. November das Cap der guten Hoffnung und wandte sich nun nach den Mündungen des Zambesi, wo seine Mannschaft vom Scorbut geheilt wurde. Ueber Mocambique kam hierauf die Flotte nach Mombas, um daselbst für längere Zeit vor Anker zu gehen.
Aber die dort lebenden Mauren fürchteten, daß die Portugiesen ihren einträglichen Handel schädigen würden, weshalb sie alle eingeborenen Fürsten gegen die fremden Ankömmlinge aufreizten. Hierdurch gerieth Vasco da Gama mit den Seinen wiederholt in große Gefahr. Glücklicherweise jedoch gelang es ihm in Malinde freundschaftliche Verbindung auf die Dauer anzuknüpfen, ja er erhielt sogar einen aus Gudscherat stammenden Piloten für die Weiterfahrt. Unter dessen Leitung gelangte Gama am 20. Mai 1498 nach Calicut an der Malabarküste, welches damals der Mittelpunkt für den Gewürzhandel Indiens war. Wiewohl auch hier die Araber den Portugiesen feindlich entgegentraten, gelang es dennoch Gama, dem Fürsten von Calicut Achtung einzuflößen. Mit den besten Hoffnungen erfüllt, trat er die Rückfahrt an. Im September 1499 landete Gama als Entdecker des Seeweges nach Indien im Hafen von Lissabon.
Vasco da Gama wurde vom König vielfach ausgezeichnet, aber die nächste nach Indien entsandte Flotte, welche dort portugiesische Factoreien begründen sollte, wurde unter das Commando Cabral's gestellt. Doch gelang dies nur an wenigen Orten; in Calicut wurden sogar 40 zurückgelassene Portugiesen ermordet. Um hiefür (sic!) Rache zu nehmen, vorzüglich aber um sich den indischen Seehandel zu sichern, rüstete König Emanuel eine neue Flotte von 20 Schiffen aus, welche unter Gama's Commando 1502 abging. Mit 10 Schiffen glücklich an die Ostküste Afrikas gelangend, gründete er in Mocambique die erste Factorei und nahm dann seinen Weg nach Indien. Die Beschießung von Calicut und die Vernichtung einer Kriegsflotte von 29 Schiffen zwang den Fürsten von Calicut zum Frieden. Darauf gelang es Gama auch noch mit anderen einheimischen Fürsten Bündnisse zu schließen, wodurch Macht und Ansehen der Portugiesen in Indien befestigt wurden. Schon am 20. December 1503 traf Gama mit 13 reich beladenen Schiffen wieder in Portugal ein.
Durch eine Reihe von Jahren lebte nun der kühne Seefahrer in der Heimat, der wohlverdienten Ruhe genießend, bis er neuerdings eine Mission nach Indien annahm. In dieser Zeit hatten nacheinander fünf Vicekönige die portugiesischen Besitzungen in Indien geleitet, der letzte derselben, Eduard de Menezes, mit vielem Unglück. Da entschloß sich König Johann III., Emanuel des Großen Nachfolger, Vasco da Gama als Vicekönig nach Indien zu senden. Am 9. April 1524 segelte derselbe mit einer Flotte von 14 Schiffen dahin ab und es gelang ihm durch seine gewohnte Festigkeit und Klugheit in kurzer Zeit, das Ansehen Portugals in Indien wieder herzustellen. Doch raffte ihn schon am 24. December 1524 zu Kotschin der Tod dahin. Erst im Jahre 1539 wurde seine Leiche nach Portugal überführt und in Vidigueira beigesetzt. Da das Grabmal 1840 vom Pöbel aufgerissen wurde, ist es nicht sicher, ob die 1880 im Hieronymitenkloster zu Belem bestatteten Ueberreste wirklich die Gama's seien. So theilt der Entdecker des Seeweges nach Indien das gleiche Schicksal mit dem Entdecker Amerikas, indem man heute von beiden die Ruhestätte nicht mit Sicherheit anzugeben vermag. Die Portugiesen verehren aber in Vasco da Gama ihren großen Nationalhelden, den auch ihr größter Dichter in den „Lusiaden“ gefeiert hat.

Quelle: Friedrich Umlauft, Hugo Hassinger: „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik“, Band 19, 1897, S. 183ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!



Über die Entdeckung des Seeweges nach Indien:[2]

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Werke

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  • Gernot Giertz (Hrsg.): „Die Entdeckung des Seewegs nach Indien. Ein Augenzeugenbericht 1497 - 1499“, Edition Erdmann, ISBN 978-3865398222
  • „Der Weg nach Ostindien - Nach zeitgenössischen Quellen bearbeitet“, Lamuv-Verlag, ISBN 978-3889776129

Literatur

  • Franz Hümmerich:
    • Quellenuntersuchungen zur ersten Indienfahrt des Vasco da Gama, 1897 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
    • Vasco da Gama und die Entdeckung des Seewegs nach Ostindien. Auf Grund neuer Quellenuntersuchungen dargestellt; mit einer Photogravüre und drei Wissenschaftlichen Beilagen., 1898 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Sophus Ruge: Die Entdeckung des Seeweges nach Ostindien durch Vasco da Gama 1497/8 (1898) (PDF-Datei)
  • Karl Müller: Vasco de Gama; oder, die Auffindung des Seeweges nach Indien (1882) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. vgl.: Hümmerich: „Vasco da Gama und die Entdeckung des Seewegs nach Ostindien“
  2. in: Hermann Joseph Klein: Gaea, Band 34, 1898, S. 585ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!