Offizier

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Generalleutnant Hasso von Manteuffel (rechts) im Gespräch mit Oberst Hermann Schulte-Heuthaus und Reichsjugendführer Artur Axmann (links) im Gästehaus der Reichsjugendführung am 18. Mai 1944

Offizier [lat. officium: Pflicht], (dt. Kriegstrechtein)[1] ist die Gesamtbezeichnung für die militärischen Vorgesetzten vom Leutnant aufwärts bis zum Generalfeldmarschall (bei der Bundeswehr nur bis zum General bzw. Admiral), während die Vorgesetzten mit Feldwebeldienstgraden abwärts die Klasse der Unteroffiziere mit Portepee bzw. Unteroffiziere bilden. Die Dienstgrade der SS haben im allgemeinen eine Sonderstellung. Die Gesamtheit der Offiziere der Armee, eines Truppenteils, einer Waffe oder der gesamten Streitkraft bezeichnet man als Offizierkorps (einschließlich Kriegsoffiziere, Reserveoffiziere, Waffenoffiziere usw.).

Bei der Waffen-SS sprach man abgrenzend statt von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften von „Führern, Unterführern und Männern“, wobei SS-Führer soviel wie Offizier der SS bedeutete.

Vom Hitlerjungen zum Heeres-Offizier; Plakatkunst um 1940.

Offizierpatent

Der Begriff Offiziers- bzw. Offizierpatent kommt von lat. litterae patentes und bedeutet landesherrlicher „offener Brief“. Nach heutigem Sprachgebrauch versteht man hierunter eine Ernennungsurkunde. Durch das Patent wurde die Ernennung zum Offizier (wie auch jede weitere Beförderung in einen höheren Offiziersdienstgrad) wirksam und glaubhaft gemacht. Das Datum der Ausfertigung legte die Rangfolge im Dienstalter fest. Als Auszeichnung konnte es vordatiert werden, womit die Karriere des Inhabers beschleunigt wurde. Die dem Offizier zustehenden Vorrechte und Pflichten waren im Text vermerkt.

Das (oft aus wertvollem Pergament ausgefertigte) Patent für einen Militärbeamten im Offiziersrang wurde in der Regel vom Kriegsminister ausgestellt. Unteroffiziere erhielten ebenfalls Bescheinigungen über ihre Beförderung(en), die sogenannte (aus Papier gefertigte) „Bestallung“. König Friedrich Wilhelm I. fertigte ab 1713 jedes Offizierspatent persönlich aus. Der Wortlaut jener Patentschrift blieb in der Königlich Preußischen Armee bis 1919 kaum verändert erhalten.

Bundeswehr

In der Bundeswehr gibt es keine Offizierspatente im eigentlichen Sinne.

Offizierskorps der Wehrmacht

Heeresoffizierkorps

Als Angehörige des jungen Heeresoffizierkorps der Wehrmacht nach dem 16. März 1935 galten die Truppenoffiziere und die Offiziere der Sonderlaufbahnen. Diese setzten sich zusammen aus den im aktiven Wehrdienst stehenden Truppenoffizieren und Ergänzungsoffizieren, eingeschlossen waren darin auch die Sanitäts-, Veterinär-, Waffen- und später die Ingenieuroffiziere. Sowohl aktive wie Ergänzungsoffiziere hatten die gleichen Rechte und Pflichten und unterschieden sich nur in ihrer Verwendung, Unterstellung und Beförderung.

Kriegsoffiziere und Sonderführer

Als eine Sondergruppe kamen später noch die Kriegsoffiziere und Sonderführer hinzu.

Dienstgrade deutscher Offiziere

Kokarden des Heeres des Deutschen Kaiserreiches vor 1918

Dienstgradgruppen des Kaiserlichen Heeres

Epauletten und Achselstücke des Deutschen Heeres

Die Offiziere des Deutschen Heeres (einschließlich der Luftstreitkräfte) hatten je nach Anzug verschiedene Schulterabzeichen. Es wurden Epauletten und Schulterstücke unterschieden.

Subalternoffiziere

Vom Hitlerjungen zum Offizier des Heeres – Dein Weg! von Wolfgang Willrich, 1943
  • Feldwebelleutnant: wie Vizefeldwebel, Schulterstücke wie Leutnant
  • Leutnant (seit 1. Januar 1899, vorher: Second-Lieutenant): Schulterstücke aus acht nebeneinanderliegenden Plattschnüren (silber), Epaulette ohne Fransen und ohne Stern
  • Oberleutnant (vorher: Premier-Lieutenant): wie Leutnant, ein (quadratischer, auf die Spitze gestellter) goldener Stern, Epaulette ohne Fransen mit einem Stern

Hauptleute und Rittmeister

  • Hauptmann bzw. (bei der Kavallerie und sonstigen berittenen Einheiten, z. B. Train) Rittmeister: wie Leutnant, zwei goldene Sterne auf Schulterstück und Epaulette ohne Fransen

Stabsoffiziere

Die Epauletten der Stabsoffiziere hatten am Rand schmale Fransen, die Schnüre der Schulterstücke (Achselstücke) lagen nicht nebeneinander, sondern waren aus silbernen Plattschnüren geflochten.

Generale

Die Epauletten der Generale hatten breite Fransen (sogenannte Kantillen), die Schulterstücke waren aus goldenen und silbernen Plattschnüren geflochten.

Anmerkung: Generaloberst mit dem Rang eines Generalfeldmarschalls war ein persönlicher Ehrentitel. Ihm entsprach der bis dahin verliehene Ehrendienstgrad charakterisierter Generalfeldmarschall.

Dienstgradgruppen der Kaiserlichen Marine

Offizieranwärter

  • Seekadett (bis 17. April 1899 Kadett): Uniform ähnlich den Vize-Feldwebeln, jedoch ohne deren Tressen und Ärmelabzeichen, dazu die Ärmelaufschläge der Deckoffiziere (mit drei Ankerknöpfen). Auf den Schultern Spangen aus schwarz-rot durchzogener Silberlitze. Mütze ähnlich dem Seeoffiziersmodell, aber flacher und ohne Eichenlaubstickerei um die Kokarde. Marinedolch ohne Portepee.
  • Fähnrich zur See (bis 17. April 1899 Seekadett): wie Seekadett, jedoch Marinedolch mit Portepee. Mütze mit Eichenlaubstickerei um die Kokarde. Nach bestandener Offiziersprüfung Offizierssäbel alternativ zum Marinedolch erlaubt (umgangssprachlich dann Säbel-Fähnrich).
  • Vize-Deckoffizier (bis 1893: Vize-Seekadett): bis 1893 Uniform ähnlich der Vize-Feldwebel, jedoch Ärmelabzeichen ohne Krone, auf den Schultern Litzenspangen wie aktive Offizieranwärter. Offiziersmütze. Zur Uniform immer Offizierssäbel (unabhängig von bestandener Offiziersprüfung, im Unterschied zur Praxis bei den Anwärtern der aktiven Laufbahn, Seekadett und Fähnrich!). Ab 1893 Uniform wie Deckoffiziere, jedoch Offiziersüberzieher und Offiziersschirmmütze. Blaue Achselklappen am Knopflochende trapezförmig, seitlich und oben mit Goldtresse eingefaßt. Laufbahnabzeichen wie Deckoffizier. Offizierssäbel.

Anmerkungen: Seekadetten und Fähnriche zur See waren Seeoffizieranwärter der aktiven Laufbahn (Berufsoffizier). Seekadetten rangierten zwischen Maat und Obermaat. Fähnriche zur See standen im Rang zwischen Obermaat und Vizefeldwebel, nach bestandener Offiziersprüfung aber unmittelbar hinter den Feldwebeln (umgangssprachlich dann Säbel-Fähnrich bzw. bis 1899 Säbel-Kadett).

Vize-Deckoffiziere waren Offizieranwärter der Reservelaufbahn. Sie rangierten vor den Vize-Feldwebeln/Vize-Wachtmeistern, jedoch hinter den Feldwebeln/Wachtmeistern und den Säbel-Fähnrichen (mit bestandener Offiziersprüfung). Ihnen standen kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges zunächst drei Reserveoffizier-Laufbahnen offen: der seemännische Dienst (Vize-Steuermann), die Marineartillerie (Vize-Feuerwerker) und die Ingenieur-Laufbahn (Vize-Maschinist). 1915 kam die Seeflieger-Laufbahn hinzu (Vize-Flugmeister). Da die Seeflieger über kein eigenes Offizierskorps verfügten, erfolgte die Weiterbeförderung über den seemännischen Dienst (Leutnant zur See d. R.) oder über die Artillerie-Laufbahn (Leutnant d. R. der Marineartillerie). Nach bestandener Offiziersprüfung wurden Vize-Deckoffiziere auch nach 1893 umgangssprachlich noch einige Zeit als Vize-Säbel-Kadetten bezeichnet.

Offiziere

  • Deckoffizierleutnant (Deckoffizieringenieur; im Januar 1916 eingeführt): Seeoffizier- oder Marineingenieurmütze. Silberne, schwarz-rot durchwirkte Achselstücke mit dem Deckoffizier-Laufbahnabzeichen. Auf den Kragenseiten kleine vergoldete Kaiserkrone mit Bändern.
  • Leutnant zur See (bis 31. Dezember 1898 Unterleutnant zur See): über Ärmelaufschlägen umlaufende schmale Metalltresse; fransenlose Epauletten bzw. Schulterstücke aus vier zusammen genähten, schwarz-rot durchzogenen Silberplattschnüren (wie beim Landheer) (ohne Rangstern)
  • Oberleutnant zur See (bis 31. Dezember 1898: Leutnant zur See): mittelbreite Ärmeltresse; Epauletten mit dünnen Fransen, Schulterstücke wie Leutnant (1 Stern)
  • Kapitänleutnant: zwei mittelbreite Ärmeltressen; Epauletten mit dünnen Fransen, Schulterstücke wie Leutnant (2 Sterne)
  • Korvettenkapitän: drei mittelbreite Ärmeltressen; Epauletten mit dichten Fransen bzw. geflochtene Schulterstücke aus schwarz-rot durchzogener Silberschnur (ohne Stern)
  • Fregattenkapitän (Bezeichnung eingeführt am 23. November 1898): vier mittelbreite Ärmeltressen; Epauletten mit dichten Fransen, Schulterstücke wie Korvettenkapitän (1 Stern)
  • Kapitän zur See: vier mittelbreite Ärmeltressen; Epauletten mit dichten Fransen, Schulterstücke wie Korvettenkapitän (2 Sterne)

Anmerkung: Die Bezeichnung Fregattenkapitän ersetzte Korvettenkapitän mit Oberstleutnantsrang. Deckoffizierleutnants bzw. Deckoffizieringenieure waren Offiziere ohne Patent und gingen aus den Deckoffizieren hervor.

Admirale

  • Konteradmiral (bis 31. Dezember 1898: Contreadmiral): eine breite Ärmeltresse, darüber eine mittelbreite Ärmeltresse; Epauletten mit dicken Fransen bzw. geflochtene Schulterstücke aus zwei Goldschnüren und einer mittig eingefaßten schwarz-rot durchzogenen Silberschnur (ohne Stern)
  • Vizeadmiral: eine breite Ärmeltresse, zwei mittelbreite Tressen; Epauletten mit dicken Fransen, Schulterstück wie Konteradmiral (1 Stern)
  • Admiral: eine breite Ärmeltresse, drei mittelbreite Tressen; Epauletten mit dicken Fransen, Schulterstück wie Konteradmiral (2 Sterne)
  • Großadmiral: eine breite Ärmeltresse, vier mittelbreite Tressen; Epauletten mit dicken Fransen, Schulterstück wie Konteradmiral (gekreuzte Kommandostäbe)
Ab dem Jahre 1942 wurden für Wehrmacht (Heer) und Waffen-SS Rangabzeichen für die Spezial-, Einsatz-, Tarn- oder Sonderbekleidung eingeführt und als Ärmelabzeichen oder Ärmelaufnäher getragen:
1 Unteroffizier, 2 Unterfeldwebel, 3 Feldwebel, 4 Oberfeldwebel,
5 Stabsfeldwebel, 6 Leutnant, 7 Oberleutnant, 8 Hauptmann,
9 Major, 10 Oberstleutnant, 11 Oberst, 12 Generalmajor,
13 Generalleutnant, 14 General der Waffengattung
15 Generaloberst, 16 Generalfeldmarschall

Dienstgradgruppen des Heeres der Wehrmacht

Traditionell trugen deutsche Offiziere der Wehrmacht Schulterstücke mit Unterlage in der Waffenfarbe. Die Schulterstücke waren aus Aluminiumgespinst, bei Leutnanten und Hauptleuten nebeneinander genähte Schnüre (Plattschnüre), bei Stabsoffizieren fünffach geflochten, bei Generälen vierfach, jedoch etwas dicker als beim Stabsoffizier und aus goldenem Gespinst mit aluminiumfarbener Einlage geflochten. Dazu wurden ggf. vierzackige goldene oder silberne Sterne getragen. Die Offizier-Kragenspiegel waren am hochgeschlossenen anthrazitfarbenen Kragen angebracht, etwas größer und silberfarben mit Vorstößen in den Farben der Truppengattung. Die Regimentsnummer oder Sonderverwendungsabkürzungen wurden als silberne oder goldene Aluminiumaufstecker getragen.

Viele Offiziere, die aktiv an Kampfhandlungen teilnahmen, trugen jedoch ihre Rangabzeichen nicht. Damit wollten sie verhindern, von feindlichen Scharfschützen als Offiziere ausgemacht und getötet zu werden.

Offiziersanwärter im Unteroffizierrang

  • Fahnenjunker-Unteroffizier: wie Unteroffizier, dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe
  • Fähnrich: wie Unterfeldwebel, dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe
  • Fahnenjunker-Feldwebel (FJ-FW) bzw. wie Feldwebel: dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe
  • Oberfähnrich bzw. Unterarzt bei den Sanitätern: wie Oberfeldwebel, dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe; außerdem trugen Oberfähnriche das braune Koppelzeug sowie die Kragenspiegel und die Schirmmütze (mit Silberkordel) der Offiziere.

Offiziere

Oberst (7) Oberstleutnant, hier Oberfeldveterinär (8) Major (9) Hauptmann (10) Oberleutnant (11) Leutnant (12)
Stabsoffiziere
Generale

Generalfeldmarschall: Zwei gekreuzte silberne Marschallstäbe

1 Ausführungen ab 1942 ganz aus goldfarbenem Gespinst
2 Ausführung vor 1942

3 Generaloberst: Drei silberne Sterne
4 General (mit dem Zusatz der Waffengattung) Heer: zwei silberne Sterne

General der – Artillerie, – Gebirgstruppe, – Infanterie, – Kavallerie, – Nachrichtentruppe, – Panzertruppe, – Pioniere

5 Generalleutnant: Ein silberner Stern
6 Generalmajor: Kein Stern

Rangabzeichen an Spezialbekleidung

Ab dem Jahre 1942 wurden für Wehrmacht (Heer) und Waffen-SS Rangabzeichen für die Spezialbekleidung, Einsatzbekleidung oder Sonderbekleidung eingeführt. Die entsprechenden Insignie wurden als Ärmelabzeichen oder Ärmelaufnäher getragen.

Dienstgradgruppen der Luftwaffe der Wehrmacht

Rangabzeichen am Fliegerschutzanzug der Flugzeugführer, an der Einsatzbekleidung der Fallschirmjäger (Knochensack) und der Tarnkleidung der Felddivisionen der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg bis 1945:
1 Unteroffizier, 2 Unterfeldwebel, 3 Feldwebel, 4 Oberfeldwebel,
5 Stabsfeldwebel, 6 Leutnant, 7 Oberleutnant, 8 Hauptmann,
9 Major, 10 Oberstleutnant, 11 Oberst, 12 Generalmajor,
13 Generalleutnant, 14 General der Flieger,
15 Generaloberst, 16 Generalfeldmarschall

Die Schulterstücke der Luftwaffe entsprachen bei allen Offizieren denen des Heeres, wobei die Unterlage in den Waffenfarben der Luftwaffe ausgeführt war. Die Kragenspiegel zeigten zusätzlich den jeweiligen Dienstgrad.

Offiziere

  • Leutnant. Kragenspiegel: ein silberner Eichenlaubhalbkranz, eine aluminiumfarbene Doppelschwinge und silberne Paspelierung
  • Oberleutnant. Kragenspiegel wie Leutnant, aber zwei Schwingen
  • Hauptmann: Kragenspiegel wie Leutnant, aber drei Schwingen
Stabsoffiziere
  • Major. Kragenspiegel: silberne Paspelierung, ein silberner Eichenlaubkranz, eine silberne Doppelschwinge
  • Oberstleutnant. Kragenspiegel: wie Major, aber zwei Schwingen
  • Oberst. Kragenspiegel: wie Major, aber drei Schwingen
Generale

Luftwaffen-Generale trugen die gleichen Schulterstücke wie die des Heeres. Die Kragenspiegel waren weiß mit goldener Paspelierung, einem goldenen Eichenlaubkranz und goldenen Doppelschwingen.

Schulterstück wie GFM, aber ein goldener Reichsadler mit gekreuzten Marschallsstäben in den Krallen, Kragenspiegel: Zwei gekreuzte goldene Marschallstäbe auf weißem Grund, doppelt goldumrandet
  • Generalfeldmarschall: Zwei gekreuzte silberne Marschallstäbe. Kragenspiegel: wie Generaloberst, aber zusätzlich zwei gekreuzte Marschallstäbe in den Fängen des Reichsadlers
Ausführungen ab 1942 ganz aus goldfarbenem Gespinst
Ausführung vor 1942
Kragenspiegel: auf dem goldenen Eichenlaubkranz ein goldener Reichsadler (Luftwaffenausführung)
General der: – Flieger, – Fallschirmtruppe, – Flakartillerie und der – Luftnachrichtentruppe: Kragenspiegel mit drei Doppelschwingen
  • Generalleutnant: Leitender Chefingenieur: Kragenspiegel mit zwei Doppelschwingen
  • Generalmajor – Chefingenieur: Kragenspiegel mit einer Doppelschwinge
Rangabzeichen an Spezialbekleidung

Die Übersicht zeigt die Rangabzeichen am Fliegerschutzanzug der Flugzeugführer und an der Einsatzbekleidung der Fallschirmjäger (Knochensack) der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg bis 1945.

Dienstgradgruppen der Kriegsmarine der Wehrmacht

Die Schulterstücke der Kriegsmarine entsprachen bei allen Offizieren denen im Heer, wobei die Unterlage blau war. Kragenspiegel entfielen. Die Offiziere des seemännischen Dienstes trugen den schon erwähnten Seestern über den Streifen am Anzug. Darüber hinaus gab es für Offiziere die Laufbahnen:

  • Technischer Dienst, Abzeichen: ein goldenes Zahnrad
  • Sanitätsdienst, Abzeichen: ein goldener Äskulapstab
  • Marinewaffendienst: gekreuzte goldene Rohre
  • Sperrwaffendienst: eine goldene Raise
  • Marinenachrichtendienst: ein goldener Blitz
  • Marineartillerie

Offizieranwärter im Unteroffizierrang

  • Seekadett: eine runde goldene Tresse, darunter der für Offiziere der Marine typische fünfzackige goldene sog. Seestern
  • Fähnrich zur See: Schulterstück wie Offiziere, dieses aber kleiner ausgeführt und ohne Sterne
  • Oberfähnrich zur See bzw. Marineunterarzt bei den Sanitätern: wie Fähnrich, aber mit zwei vierzackigen Sternen. Außerdem trugen Oberfähnriche die Schirmmütze der Offiziere.

Offiziere

Stabsoffiziere
Ärmel: zunächst vier mittelbreite Streifen (Abb. 11), dann drei mittelbreite Streifen (Abb. 10); ab Herbst 1944 ein mittelbreiter Streifen, ein schmaler Streifen und zwei mittelbreite Streifen (Abb. 9)
Flaggoffiziere (Admirale)

Admirale trugen die gleichen Schulterstücke wie die Heeresgenerale, aber mit blauer Unterlage; Kragenspiegel entfielen auch hier.

  • Kommodore
  • Konteradmiral
  • Vizeadmiral
  • Admiral
  • Generaladmiral
  • Generaladmiral als Oberbefehlshaber
  • Großadmiral

Dienstgradgruppen der Wehrmachtverwaltung

Eggert Reeder, Militärverwaltungschef in der Uniform eines aktiven Wehrmachtsbeamten im Generalsrang

Wehrmachtbeamte trugen farblich leicht abgeänderte Wehrmachtsuniformen, hier gab es eine ähnlich gegliederte Rangfolge. Die Uniformtuchunterlagen waren dunkelgrün. Im Laufe des Krieges kamen noch die sogenannten Sonderführer dazu. Dies waren Zivilisten, die für eine besondere Aufgabe (z. B. Dolmetschen) als Offiziere (im Range eines Leutnants, eines Hauptmanns oder Majors) in die Wehrmacht eingegliedert wurden. Ihre Schulterstücke waren fast die gleichen wie die der entsprechenden Offiziere, sie trugen aber geänderte, nicht vorgestoßene Kragenspiegel.

Heeresbeamte

Verwaltungsbeamte des deutschen Heeres trugen als Waffenfarbe dunkelgrün und wurden nach den verschiedenen Bereichen unterschieden, in denen sie tätig waren. Jeder Bereich wurde durch eine Zusatzfarbe gekennzeichnet. Sie lief als Paspelierung um den dunkelgrünen Kragen und um die Ärmelaufschläge und diente als Unterlage für die dunkelgrünen Schulterstücke. Diese trugen die Buchstaben „HV“ (Heeresverwaltung). Für Unteroffiziere, Reserveoffiziere sowie Generäle waren sie aus Weißmetall gefertigt. Aktive Offiziere vom Leutnant bis zum Oberst erhielten goldfarbene Ausführungen. Es wurden folgende Zusatzfarben unterschieden:

  • Hochrot: Beamte im politischen Verwaltungsbereich
  • Karmesin: Beamte in Stäben
  • Hellblau: Beamte des militärischen Gerichtswesens
  • Hellgrün: Beamte der Pharmazie
  • Weiß: Beamte des Zahlmeisterwesens
  • Schwarz: Technische Beamte
  • Gelb: Remonten-Beamte
  • Orange: Beamte des Wehrersatzwesens
  • Hellbraun: nichttechnische Beamte des Lehrpersonals an Heeresschulen

Zu Beginn des Jahres 1944 wurde die Laufbahn des Truppensonderdienstes eingeführt, Beamte erhielten nur noch eine Waffenfarbe ohne Nebenfarben. Die Kennzeichnung „HV“ fiel weg, dafür erhielten Beamte als Laufbahnabzeichen auf den Schulterstücken einen Merkurstab.

Beamte am Reichskriegsgericht

Wehrmachtbeamte, die am Reichskriegsgericht tätig waren, trugen Schulterklappen ohne die Buchstaben „HV“. Die zugeteilte Zusatzfarbe war Bordeauxrot.

Mit Einführung der Laufbahn des Truppensonderdienstes Anfang 1944 trugen Heeresrichter nur noch die Waffenfarbe weinrot, verbunden mit einer Schwertminiatur als Laufbahnabzeichen auf den Schulterstücken.

Dienstgradgruppen der Bundeswehr

In der Bundeswehr gibt es die folgenden Offiziersränge (mit aufsteigendem Rang und Besoldung), eingeteilt in vier Dienstgradgruppen. Eine Besonderheit ist bei Heer und Luftwaffe (wie auch schon bei der Wehrmacht) der Dienstgradzusatz i. G. = „im Generalstabsdienst“, welcher auf festgelegten Dienstposten zugewiesen wird:

Dienstgradgruppe Heer/Luftwaffe Marine
Truppenoffiziere Sanitätsoffiziere Truppenoffiziere Sanitätsoffiziere
Leutnante Leutnant Leutnant zur See
Oberleutnant Oberleutnant zur See
Hauptleute
Kapitänleutnante
Hauptmann Stabsarzt/-apotheker/-veterinär Kapitänleutnant Stabsarzt/-apotheker
Stabshauptmann Stabskapitänleutnant
Stabsoffiziere Major Oberstabsarzt/-apotheker/-veterinär Korvettenkapitän Oberstabsarzt/-apotheker
Oberstleutnant Oberfeldarzt/-apotheker/-veterinär Fregattenkapitän Flottillenarzt/-apotheker
Oberst Oberstarzt/-apotheker Kapitän zur See Flottenarzt/-apotheker
Generale
Flaggoffiziere (Admirale)
Brigadegeneral Generalarzt/-apotheker Flottillenadmiral Admiralarzt
Generalmajor Generalstabsarzt Konteradmiral Admiralstabsarzt
Generalleutnant Generaloberstabsarzt Vizeadmiral Admiraloberstabsarzt
General Admiral

Reserveoffiziere

Leutnant der Reserve Dr. Phil. Walter Flex, gefallen am 16. Oktober 1917

Reserveoffiziere sind Reservisten, die einen Offizierdienstgrad führen.

Preußische Armee

Mit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im Zuge der Preußischen Heeresreform (1807–1814) von Gerhard von Scharnhorst, August Neidhardt von Gneisenau, Hermann von Boyen und Carl von Clausewitz stieg auch die Bedeutung der Reservisten für das Militär an. Im Deutschen Kaiserreich genoß der „bürgerliche Reserveoffizier“ hohes Ansehen.

Nach der Beförderung übten die ausgebildeten Reserveoffiziere in der Landwehr. Mit den Roonschen Reformen von 1860 dienten sie fortan in allen Waffengattungen. Im Jahr 1914 zählte die Statistik mehr als 120.000 Reserveoffiziere in den Dienstgraden von Leutnant bis Major.

Überwiegend stammten die Reserveoffiziere aus bürgerlichen Familien. Ihre Väter waren meist Beamte, Gutsherren, Industrielle und Angehörige der freien Berufe (Rechtsanwälte, Ärzte usw.). Reserveoffiziere nahmen mitunter im zivilen Berufsleben leitende Funktionen in Wirtschaft und Verwaltung wahr. Der Historiker Friedrich Meinecke formulierte 1946 die Stellung des Offiziers in der preußisch-deutschen Gesellschaft in folgendem Satz:[2]

„Der preußische Leutnant ging als junger Gott, der bürgerliche Reserveleutnant wenigstens als Halbgott durch die Welt.“

Landesschutzoffizier

Landesschutzoffiziere (L-Offiziere) waren Zivilangestellte der Reichswehr. Sie rekrutierten sich aus langgedienten, aber aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Offizieren der Alten Armee.

„Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in ‚Landesschutzangelegenheiten‘ beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein ‚a. D.‘ Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.“[3]

Siehe auch

Literatur

  • 51 Themata des Offizier- und Unteroffizierunterrichts, 1902 (PDF-Datei)
  • Kurt von Rabenau: Die deutsche Land- und Seemacht und die Berufspflichten des Offiziers: ein Handbuch für Offiziere, Reserveoffiziere und Kriegsschüler über die Einrichtungen des Heeres und der Marine sowie über die Berufs- und Standespflichten des Offiziers, 1906

Fußnoten

  1. etymologisch gebildet aus einem Grundwort „Trechtein“ (bedeutet soviel wie „Herr“, „Kriegsherr“) und der Verdeutlichung „Kriegs-“. Weitere neuhochdeutsche Wörter dieser Wortwurzel sind Trucht („Menge“, „Schar“, „Brigade“) und Truchsess. Das Wort für Königin in den nordischen Sprachen, drottning/dronning, kommt ebenfalls vom urgermanischen druhtînaz.
  2. Friedrich Meinecke: Die deutsche Katastrophe. Betrachtungen und Erinnerungen, Brockhaus, Wiesbaden 1946, S. 25
  3. Lexikon der Wehrmacht