Rothschild, David René de

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David de Rothschild (1989)

David René James Baron de Rothschild (Lebensrune.png 15. Dezember 1942 in Neu York Stadt, Neu York) ist ein jüdischer Bankier und ein Mitglied der prominenten Bankiersfamilie Rothschild in Frankreich. Seit März 2013 leitet er das Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses.

Werdegang

Herkunft

Ahnherr der weitverzweigten Rothschild-Sippe war Mayer Amschel Rothschild (1743-1812) aus Frankfurt am Main. Seine fünf Söhne setzten sich in verschiedenen Ländern fest, bis das Haus im 19. Jahrhundert das gesamte abendländische Geldwesen maßgeblich bestimmte und auch ungeheure politische Macht auf sich konzentrierte.[1] Namensgeber war das rote Schild, einst Hauszeichen in der Frankfurter Judengasse. Die fünf Söhne des Bankgründers bauten die Geldgeschäfte am Stammsitz, in London, in Italien und in Paris auf, wo David de Rothschilds Vorfahr James Rothschild (1792-1868) 1815 den französischen Bankzweig gründete und besonders erfolgreich war. Mit der Finanzierung der Schlacht von Waterloo und des Suez-Kanals sowie dem Aufbau des französischen Bahnnetzes schuf sich das Bankhaus, das auf sein weit verzweigtes familiäres Netzwerk setzte, weitere Finanzkraft und enormen Einfluß.[2]

Staatsoberhäupter und der europäische Hochadel zählten zu den Klienten. „Geld ist der Gott unserer Zeit und Rothschild ist sein Prophet“, schrieb Heinrich Heine. Der Reichtum wurde auch in Industrie, Eisenbahnen, Gold und Bergbau investiert. Außerdem erlangte die Familie Berühmtheit durch ihren Wein („Château Mouton“).

David René James Baron de Rothschild gehört zu den Bankherren der jüdischen Sippe aus der jüngeren Generation.[1] David de Rothschild wurde am 15. Dezember 1942 in Neu York geboren. Seine Eltern Guy Baron de Rothschild (1909-2007) und dessen erste Frau, die frühere Baronin Alix Hermine Jeannette Schey de Koromla (1911-1982), einer ungarischen Jüdin und Witwe eines Dresdner Geschäftsmanns, waren während des Zweiten Weltkriegs aus Frankreich in die Vereinigten Staaten von Amerika gegangen. Während seine Mutter während des Krieges in Neu York Stadt blieb, ging sein Vater nach England, wo er sich später der „Forces Françaises Libres“ unter General Charles de Gaulles anschloß. Nach dem Krieg kehrte die Familie wieder nach Frankreich zurück. Seine Eltern ließen sich später scheiden. Aus der zweiten Ehe seines Vaters stammt Davids Halbbruder Edouard.[3]

Ausbildung

David de Rothschild besuchte das Lycée Carnot in Paris und absolvierte anschließend am Institut d’Etudes Politiques der Pariser Universität ein Studium, das er 1966 abschloss.[3]

Wirken

Seine berufliche Laufbahn begann David de Rothschild 1968 als Assistent im familieneigenen Zink- und Silberwerk Peñarroya, das seinen Verwaltungssitz in Paris hatte. Aufsehen erregte der junge Mann mit dem prominenten Namen, als er 1969 Opfer eines – letztlich fehlgeschlagenen – Entführungsversuches wurde, mit dem sein Vater zur Zahlung einer großen Geldsumme erpreßt werden sollte. Nachdem er 1970-1973 als Direktor der ebenfalls zum Familienerbe gehörenden Nickelgesellschaft fungiert hatte, wurde er im Alter von 31 Jahren zum Generaldirektor der Compagnie du Nord, wo ihm die Sanierung des bis dahin defizitären Immobiliengeschäfts gelang. Ende 1978 stieg er zum Vorstandsvorsitzenden der Banque Rothschild auf und verhalf als Finanzbaron der sechsten Rothschild-Generation dem Bankhaus zu neuem Glanz.[3]

Einen Einschnitt brachte 1982 die Verstaatlichung der alten Pariser Rothschild-Bank durch die sozialistische Regierung unter François Mitterand. Daraufhin verließ David de Rothschilds Vater Guy, der als Bankier auch im gesellschaftlichen Leben stark vertreten gewesen war, Frankreich und ließ sich in Neu York nieder. Erbost schrieb er damals in „Le Monde“: „Ein Jude unter Pétain, ein Paria unter Mitterrand“. David Baron de Rothschild wurde 1982 Generaldirektor der Bank Paris-Orléans.[3]

David de Rothschild übernahm nach dem Rückzug seines Vaters die Führung der französischen Bank-Interessen, er wurde 1982 Generaldirektor der Bank Paris-Orléans. 1984 gründete er die neue Rothschild-Bank, an der er zu 50 % beteiligt war. Sein Halbbruder Edouard und sein Cousin Eric brachten die andere Hälfte des Gründungskapitals von lediglich einer Millionen US-Dollar bei. Aus kleinen Anfängen wurde Rothschild & Cie bald wieder zu einer einflußreichen Investmentbank. Statt wie früher pompös in der Rue Lafitte lag das Hauptquartiert jetzt in einem nüchternen Verwaltungsbau in der Avenue Matignon im achten Arrondissement. In den 1970er und 1980er Jahren übernahm David de Rothschild eine Vielzahl von wirtschaftlichen Einflußpositionen. Er präsidiert auch der „Fondation du Judaisme Français“ und dem „Fonds Social Juif Unifié“.[1] Auch in Deutschland faßte die Rothschild-Bank 1989 wieder Fuß. 2003 lang die Bank mit Sitz in Frankfurt am Main in der Fusions- und Übernahmeberatung mit nur 40 Beratern an dritter Stelle.

1992 stieg David de Rothschild auch zum stellvertretenden Vorsitzenden des traditionsreichen Londoner Bankhauses N. M. Rothschild & Sons auf. Deren Führung übernahm er 2003 als Executive Chairman der Rothschilds Continuation Holdings AG und Nachfolger seines Cousins Sir Evelyn de Rothschild, der aus Altersgründern nur noch als nicht-geschäftsführender Vorsitzender (Chairman) fungierte. Dies bedeutete eine Zusammenführung der französischen und britischen Rothschild-Banken, die durch die Gründung der neuen Dachgesellschaft Concordia BV in den Niederlanden umgesetzt und deren Buchwert auf 600 Millionen Euro geschätzt wurde.[3]

Mit rund 2.500 Mitarbeitern weltweit war das Rothschild-Bankenimperium 2004 wieder zu einem zwar verhältnismäßig kleinen, aber sehr einflußreichen Finanzimperium geworden. „Als Berater bei Fusionen, Übernahmen, Privatisierungen und Restrukturierungen liegt die Investmentbank in Europa regelmäßig unter den ersten fünf“, konstatierte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (12. September 2004) und attestierte David de Rothschild, daß er seine Bankengruppe modern, anpassungsfähig und zukunftsorientiert zu führen wisse. Er sei ein „erfahrener Finanzmann, der Weltläufigkeit mit Lebensweisheit verbindet“. David de Rothschild engagierte sich auch in der jüdischen Gemeinde Frankreichs und definierte sich selbst als „Konservativer, der so weit wie möglich links steht: irgendwo zwischen den Neuen Konservativen und New Labour“ (zitiert nach FAS, 12. September 2004). Unklar war noch bis 2007, ob ein externer Manager die Führung der wieder vereinigten Bankgeschäfte übernehmen wird oder ob – wie in der rund 250-jährigen Familiengeschichte bislang üblich – ein Familienmitglied in die Fußstapfen des nunmehr 65-jährigen Patrons treten kann; der jedoch erklärte, daß er noch einige Jahre federführend tätig bleiben wolle.[3]

Familie

David de Rothschild ist seit 1974 mit der Italienerin Olimpia Anna Aldobrandini (geb. 1955) verheiratet. Der Ehe entstammen vier Kinder:

  • Lavinia Anne Alix (geb. 1976)
  • Stephanie Anne Marie (geb. 1977), verheiratet (2005) mit Augustin de Buffévent
  • Alexandre Guy Franceso (geb. 1980), der inzwischen selbst als Investmentbanker in Neu York tätig ist
  • Louise (geb. 1989)

Im Nebenberuf war David de Rothschild, der auf dem Landsitz Château Reux in derNormandie einen Wohnsitz hat, 18 Jahre lang Bürgermeister in dem kleinen Dorf Pont-l’Évêque. Als Jockey nahm David de Rothschild gelegentlich an Pferderennen teil.

Mitgliedschaften

Ämter und Mitgliedschaften (u. a.): Chairman of Rothschilds Continuation Holdings AG (seit 2003), of N.M. Rothschild & Sons Ltd., Vice Chairman of Rothschild Bank AG, Zürich, of the Supervisory Board of Paris Orléans, Aufsichtsratsmitglied der Bank ABN AMRO, der Compagnie Financière Saint-Honoré (seit 1982), der Compagnie Financière Martin Maurel, im Vorstand von Gruop Casino und De Beers SA, Mitglied im Club du Travellers et du Jockey.

Literatur

  • Niall Ferguson: „The House of Rothschild“ (1999)
  • Joseph Valynseele/Henri-Claude Mars: „Le Sang des Rothschild“ (2004)

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  2. Internationales Biographisches Archiv 44/2007
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Munzinger-Archiv GmbH, 2007