Unternehmen „Hannibal“

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Unternehmen „Hannibal“ war eine militärische Rettungsoperation am Ende des Zweiten Weltkrieges im Endkampf um Deutschland 1945, welche die Evakuierung der deutschen Zivilbevölkerung aus Ostpreußen vor den herannahenden sowjet-bolschewistischen Truppen zum Ziel hatte.

Das letzte Bild des KDF-Großwohnschiffes „Wilhelm Gustloff“, aufgenommen in Gotenhafen am 30. Januar 1945

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 21. Januar 1945 wurde durch Großadmiral Karl Dönitz die „Rettungsaktion Ostsee”, das sogenannte Unternehmen „Hannibal“, eingeleitet, bei der die Evakuierung von mehr als zwei Millionen Menschen aus Ostpreußen, die sich auf der Flucht vor der heranrückenden Roten Armee befanden, über die Ostsee mit sämtlichen verfügbaren Schiffen organisiert wurde. Dies war die größte Evakuierungsoperation in der Geschichte der Menschheit. Verantwortlich für die übermenschliche Ausführung war Konteradmiral Conrad Engelhardt, Chef der „Seetra“, aber auch Admiral Theodor Burchardi.

Rettungsmedaille Ostsee 1945, gestiftet 1987 von Heinz Schön.jpg

Das Unternehmen

Nach der Einkesselung Ostpreußens und der Bildung des Heiligenbeiler Kessels durch die Rote Armee gab Großadmiral Dönitz am 21. Januar die verschlüsselte Nachricht „Hannibal” an seine U-Boot-Besatzungen heraus. Dönitz erkannte die tatsächliche, hoffnungslose Lage und nutzte die Gelegenheit, so viele Deutsche wie möglich zu evakuieren – einschließlich der Flüchtlinge.

Am 22. Januar 1945 begann die „Gustloff“ in Gotenhafen mit den Vorbereitungen, um tausende von Flüchtlingen aufzunehmen. Schiffe aller Bestimmungen und Größen wurden umgerüstet und für die Fahrt nach Westen vorbereitet. Neben der Gustloff wurden auch andere Schulschiffe und eine Vielzahl weiterer Handelsschiffe für die Evakuierung eingeteilt. Alle diese Schiffe unterstanden dem direkten Kommando von Dönitz, um absoluten Vorrang zu gewährleisten.

Am 23. Januar 1945 begann auf Befehl von Admiral Hans-Georg von Friedeburg, der im Auftrag von Donitz den Decknamen „Hannibal“ übermittelte, die Verlegung der in Gotenhafen stationierten 2. U-Boots-Lehr-Division und der 22. U-Flottille aus dem umkämpften Gebiet nach Westen.

Das Unternehmen dauerte insgesamt 15 Wochen bis zum 8. Mai 1945. Rund 30.000 deutsche Flüchtlinge kamen dabei ums Leben, andere Quellen sprechen von bis zu 40.000 Opfern[1], an die zweieinhalb Millionen konnten über die Ostsee ins Kernreich oder nach Dänemark verbracht werden. 98 Prozent aller Flüchtlinge gelang somit die Flucht – eine logistische Meisterleistung der Kriegsmarine samt Marine-Infanterie.

Insgesamt gingen 245 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 738.735 BRT verloren, auf 190 davon waren keine Menschenverluste zu beklagen. Am 30. Januar 1945 fand während des Unternehmens die größte Schiffskatastrophe der Menschheitsgeschichte, der Untergang der „Wilhelm Gustloff“, statt. Am 10. Februar 1945 wurde die „General Steuben“ (14.660 BRT) versenkt, am 16. April die „Goya“ (5.230 BRT). Am 3. Mai 1945 wurden die „Cap Arcona“ (27.571 BRT) und die „Thielbek“ (2.815 BRT) vom Feind versenkt.

Rettungsmedaille „Ostsee 1945“

Die Rettungsmedaille „Ostsee 1945“ für das größte Rettungswerk der Seegeschichte wurde von Heinz Schön 1987 „als Zeichen des Dankes und der Anerkennung aller über die Ostsee Geretteten“ gestiftet und gemeinsam vom „Kuratorium Erinnerungsstätte Albatros – Rettung über See e. V." und dem „Ostsee-Archiv Heinz Schön" verliehen. Zu den bekannten Ausgezeichneten gehört Hans-Walter Buch, Sohn des Reichsleiters Walter Buch. Kuratoriumsvorsitzender Fregattenkapitän a. D. Friedrich Rohlfing (1910–1992) betonte bei der Verleihung an zehn Retter im Mai 1988:

„Wenige erhalten die Auszeichnung für viele.“[2]

Siehe auch

Literatur

Filme

  • Dokumentarfilm: Letzter Fluchtweg Ostsee. Die größte Rettungsaktion der Seegeschichte, ISBN 978-3887412340

Verweise

Fußnoten

  1. Vgl.: Martin Schmidtke: Rettungsaktion Ostsee 1944/45 - Eine Großtat der Menschlichkeit
  2. Neun tapfere Seeleute ausgezeichnet, Ostpreußenblatt, 18. Juli 1992, Seite 19
Meine Werkzeuge
In anderen Sprachen