Schön, Heinz

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Heinz Schön.jpg

Heinz Schön (Lebensrune.png 3. Juni 1926 in Jauer, Niederschlesien; Todesrune.png 7. April 2013 in Herford) war ein deutscher Archivar, Theaterleiter, Sachbuchautor und Publizist. Zu Ende des Zweiten Weltkrieges diente er als Zahlmeisteranwärter auf der „Wilhelm Gustloff“ und Zeuge ihrer Versenkung durch ein sowjet-bolschewistisches U-Boot am 30. Januar 1945, das er als einer der Wenigen überlebte.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Zweiter Weltkrieg

Wegen Kurzsichtigkeit mußte Schön 1943 vom Segelschulschiff der Kriegsmarine abmustern, um kurz darauf bei der Handelsmarine anzuheuern. Als Zahlmeister-Assistent versah Schön seinen Dienst dann ab Februar 1944 auf der „Wilhelm Gustloff“. Als Besatzungsmitglied erlebte er den Ansturm der vor der Roten Armee Flüchtenden in Gotenhafen und gehörte nach dem Torpedoangriff eines sowjet-bolschewistischen U-Boots zu den nur 1.239 Überlebenden. Etwa 10.000 Menschen kamen dabei ums Leben, die Hälfte davon waren Kinder aus Ostpreußen.

Elfmal noch war Schön danach weiter auf der Ostsee im Rahmen des Unternehmens „Hannibal“ im Einsatz zur Flüchtlingsrettung. Noch als Zahlmeister dokumentierte er fortan akribisch das Schicksal der „Gustloff“ und ihrer Passagiere.

Nachkriegszeit

Auch nach dem Krieg, als er in Göttingen bereits die Verwaltungsakademie absolviert und seine Frau kennengelernt hatte, beschäftigte er sich weiter mit den Verbrechen gegen deutsche Flüchtlinge. 1952 veröffentlichte er das erste Buch darüber, das dem 1959 gedrehten Film „Nacht fiel über Gotenhafen“ als Grundlage diente. In zahlreichen Fernsehdokumentationen trat Schön als Experte sowie Zeitzeuge auf und war weiterhin publizistisch tätig. Hauptberuflich war Heinz Schön von 1953 bis 1990 37 Jahre lang Fremdenverkehrsdirektor der Stadt Herford und Leiter des Herforder Stadttheaters.

Rettungs-Medaille „Ostsee 1945“

Die Rettungs-Medaille „Ostsee 1945“ für das größte Rettungswerk der Seegeschichte wurde von Heinz Schön 1987 „als Zeichen des Dankes und der Anerkennung aller über die Ostsee Geretteten“ gestiftet und gemeinsam vom „Kuratorium Erinnerungsstätte Albatros – Rettung über See e. V." und das „Ostsee-Archiv Heinz Schön" verliehen. Zu den Bekannten Ausgezeichneten gehört Hans-Walter Buch, Sohn des Reichsleiters Walter Buch. Kuratoriumsvorsitzender Fregattenkapitän a. D. Friedrich Rohlfing (1910–1992) betonte bei der Verleihung an zehn Retter im Mai 1988:

„Wenige erhalten die Auszeichnung für viele.“[1]

Auszeichnungen (Auszug)

  • Seesportabzeichen A in Prieros, 1941
  • Seesportabzeichen B in Seemoos am Bodensee, 1942
  • Seesportabzeichen C auf dem Segelschulschiff Horst Wessel, 1943
  • Marienburg-Preis der Landsmannschaft Westpreußen e. V., 1984
  • Bundesverdienstkreuz am Bande von Bundespräsident Richard von Weizsäcker, 1986

Werke (Auswahl)

Rettungsmedaille Ostsee 1945, gestiftet 1987 von Heinz Schön.jpg
  • Die Gustloff Katastrophe, Bericht eines Überlebenden (Klappentext)
  • SOS Wilhelm Gustloff, Die größte Schiffskatastrophe der Geschichte (Klappentext)
  • Flucht über die Ostsee 1944/45 im Bild
  • Die Cap Arcona- Katastrophe. Eine Dokumentation nach Augenzeugen-Berichten
  • Die KdF-Schiffe und ihr Schicksal. Eine Dokumentation
  • Die letzte Fahrt der Wilhelm Gustloff: Dokumentation eines Überlebenden
  • Die letzten Kriegstage. Ostseehäfen 1945
  • Pommern auf der Flucht 1945. Rettung über die Ostsee aus den Pommernhäfen
  • Ostpreußen 1944/45 im Bild: Endkampf-Flucht-Vertreibung, Arndt-Verlag, ISBN 978-3887410896
  • Hitlers Traumschiffe, Die „Kraft durch Freude“-Flotte 1934-1939 (Klappentext)
  • Rettung über die Ostsee. Die Flucht aus den Ostseehäfen, ISBN 978-3613022362 (Klappentext)
  • Ostsee '45 - Menschen, Schiffe, Schicksale (Klappentext)
  • Die Tragödie der Flüchtlingsschiffe, Gesunken in der Ostsee 1944/45 (Klappentext)
  • Das Geheimnis des Bernsteinzimmers. Das Ende der Legenden um den in Königsberg verschollenen Zarenschatz

Verweise

Fußnoten

  1. Neun tapfere Seeleute ausgezeichnet, Ostpreußenblatt, 18. Juli 1992, Seite 19
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