Bibliographisches Institut

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Das Bibliographische Institut (B.J.) ist eine deutsche Verlagsbuchhandlung. Im Dritten Reich hatte sie ihren Sitz in Leipzig und heute in Berlin.

Geschichte

Das Bibliographisches Institut wurde 1826 in Gotha von Joseph Meyer gegründet und wurde 1829 nach Hildburghausen verlegt. 1856 übernahm Joseph Meyers Sohn Herrmann Julius Meyer den Verlag, der 1874 nach Leipzig übersiedelte. Von ihm ging die Leitung 1885 auf seine Söhne Hans (1914 ausgeschieden) und Arndt Meyer (1918 ausgeschieden) über, zu denen 1903 ihr jüngster Bruder Herrmann Meyer trat.

1915 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Leitung Hermann Meyer und sein Vetter Alfred Bornmüller übernahmen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden alle technischen Betriebe erneuert.

Drittes Reich

Seit 1933 war der Schwiegersohn Herrmann Meyers Otto Mittelstaedt und dessen Schwager Helmuth Bücking Betriebsführer. Nach der Idee Joseph Meyers, der dem Verlag durch seine große schriftstellerische Leistung eine eigene Note gab, hatte der Verlag seit seiner Gründung das Bildungs- und Geistesgut des deutschen Volkes in alle Schichten getragen, es durch billige und allgemein verständliche Ausgaben. („Groschenbibliothek“, „geographische-historische Lieferungswerk“) allen Menschen zugänglich gemacht.

Hauptbedeutung gewannen für den Verlag die Lexika (Enzyklopädie), die durch das früher in Deutschland wenig bekannte, von Joseph und Herrmann Meyer entwickelte Einzellieferungssystem und den Reisebuchhandel weiteste Verbreitung fanden.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Verlag am 12. April 1946 seine Lizenz. Im selben Jahr wurde in der sowjetisch besetzten Zone der Verlag in Leipzig in „Volkseigentum überführt“ (d.h. dem rechtmäßigen Eigentümer konfisziert) und arbeitete bis Anfang der 1990er Jahre als „VEB Bibliographisches Institut“. Erster Geschäftsführer wurde 1946 Heinrich Becker, der diese Funktion bis 1960 (zuletzt als „Leiter“) inne hatte.

Die Aktiengesellschaft verlegte ihren Sitz im Jahr 1953 nach Mannheim und fusionierte im Jahr 1984 mit dem Verlag F. A. Brockhaus in Wiesbaden zur „Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG“ Mannheim.

Bedeutende Verlagswerke

  • Alfred Brehm: Brehms Tierleben, Bibliographisches Institut, Leipzig 1911–18, 13 Bände
  • Georg Steinhausen / Friedrich Schultze: Die Deutsche Kulturgeschichte, Bibliographisches Institut, Leipzig 1936, 2. Bände
  • Karl Woermann: Geschichte der Kunst, Bibliographisches Institut, Leipzig 1914–22, 6 Bände
  • Hans F. Helmolt: Weltgeschichte, Bibliographisches Institut, Leipzig 1913–22, 9 Bände
  • Adolf Spamer: Die Deutsche Volkskunde, Bibliographisches Institut, Leipzig 1935–36, 2 Bände
  • Friedrich Vogt / Max Koch: Geschichte der Deutschen Literatur, Bibliographisches Institut, Leipzig 1934, 3 Bände
  • Erich Otto Volkmann: Die unsterbliche Landschaft. Die Fronten des Weltkrieges. Ein Bilderwerk, Bibliographisches Institut, Leipzig 1934, 2 Bände
  • Walter Rammner: Die Pflanzenwelt der deutschen Landschaft, Bibliographisches Institut, Leipzig 1935
  • Walter Rammner: Das Tier in der Landschaft, Bibliographisches Institut, Leipzig 1936
  • Hugo Berendnatzik: Südsee, Bibliographisches Institut, Leipzig 1934
  • Hugo Berendnatzik: Lappland, Bibliographisches Institut, Leipzig 1935
  • Duden, Bibliographisches Institut
  • Das Deutsche Volk, Bibliographisches Institut, Sammelband
Meyers Klassiker
  • Meyers Lexikon, Bibliographisches Institut
  • Meyers Reisebücher, Bibliographisches Institut
  • Meyers Atlanten, Bibliographisches Institut, (Welt-, Hand-, Volks-, Haus-, Universal-, Taschenatlas), siehe Meyers Großer Hausatlas
  • Meyers kleine Handbücher, Bibliographisches Institut
  • Meyers Bunte Bändchen, Bibliographisches Institut
  • Meyers Bildbändchen, Bibliographisches Institut
Biographie
  • Friedrich der Große
  • Bismarck
  • Hindenburg
Zeitschriften
  • Funk alle Tage
  • Weltsprachen
  • Koloniale Rundschau in Verbindung mit dem Atlantis-Verlag
  • Atlantis

Literatur

  • Werner Schultze: Aus der Chronik des B.J., 1936