Riess, Curt

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Dr. phil. Curt Riess.jpg

Curt Martin Riess, geb. Kurt Martin Steinam, alias Peter Brandes, C. R. Martin und Martin Amstein (Lebensrune.png 21. Juni 1902 in Würzburg; Todesrune.png 13. Mai 1993 in Scheuren, Kanton Zürich), war ein jüdischer Schriftsteller. Seine 106 Bücher schrieb er im Sinne der antideutschen Umerziehung; Bruno Kreisky wurde von ihm wegen dessen angeblich antijudaistischer Haltung scharf angegriffen. Riess arbeitete auch für den Stern [1].

Leben und Wirken

Curt war Sohn einer jüdischen Familie. Nach dem frühen Tod seines Vaters Bernhard Steinam[2] (1869–1912; Kaufmann, Mitinhaber des Herrengarderobegeschäfts Steinam & Cie und Königlich-Bayerischer Hoflieferant) wurde Curt von seinem Stiefvater Carl Riess, den seine Mutter Jenny, geb. Strauß geheiratet hatte, adoptiert. Riess studierte in Berlin, München, Heidelberg und in Paris, wohin der zum Dr. phil. promovierte 1933 auch emigrierte. Er arbeitete als freier Journalist und ging 1941 in die USA.

Im Zweiten Weltkrieg diente er in der VS-Armee und war als Kriegsberichterstatter tätig. Nach einem Zwischenspiel als Korrespondent für US-amerikanische Zeitungen bei den Nürnberger Prozessen ging Riess Ende 1945 nach Berlin und arbeitete als Journalist und freier Schriftsteller. Er soll eine Affäre mit Käthe Dorsch gehabt haben und förderte den jungen Ritterkreuzträger Max Rehbein. Hier begann er auch mit den Arbeiten an seiner Goebbels-Biographie, die 1948 in New York veröffentlicht wurde. Ende 1946 ging Riess wieder nach New York. Anfang 1948 ging er als Korrespondent des France Soir wieder nach Berlin und berichtete als erstes über die gerade errichtete Blockade Berlins. 1952 ließ er sich in der Schweiz nieder und heiratete in dritter Ehe die Schauspielerin Heidemarie Hatheyer.

FAZ

„Betrachtet man die neun Jahrzehnte seines Lebens und glaubt man den Geschichten, die Curt Riess darüber erzählt, dann könnte man meinen, kein Prominenter des zwanzigsten Jahrhunderts wäre um ihn herumgekommen. Er war gut mit Marlene Dietrich, eng mit Josephine Baker befreundet, mit Alma mahler-Werfel liiert, mit Edda Mussolini verbandelt. Franklin D. Roosevelt ordnete an: „Sie bleiben zum Luncheon, Curt!“ Churchill bat: „Sie müssen mich öfter besuchen!“ Elisabeth Bergner nahm ihn mit nach Hause – damit er ihre Rollen abhörte. Max Reinhardt engagierte auf Empfehlung des damals dreizehnjährigen Würzburger Gymnasiasten Riess den Schauspieler Werner Krauss vom Fleck weg. Er kannte Grüngens, Brecht, Klaus, Thomas und Erika Mann, Käthe Dorsch, Max Schmeling, Furtwängler, Leopold Lindtberg. Wenn er nicht mit dem Kennenlernen von bedeutenden Leuten beschäftigt war, hatte er sieben Fernsehserien zur gleichen Zeit in Arbeit oder schrieb eine Unmenge Bücher: über Sport, Hollywood, Gründegens, das Theater, Furtwängler, Goebbels, Stalin, Swissair, Erotik, Schallplatten, Medizin, Jacqueline Kennedy, die Mode, die Geschichte der Inserate, Homosexualität, Frauenärzte und die Schauspielerin Heidemarie Hatheyer, mit der er verheiratet war. Curt Riess lebt heute in Zürich. Er ist gebürtiger Würzburger, amerikanischer Staats- und Schweizer Weltbürger. Er sammelte kaufmännische Erfahrungen in den Vereinigten Staaten, lernte als Sportreporter beim ‚12-Uhr-Blatt‘ in Berlin, war zwischen den Kriegen Amerika-Korrespondent für fünfundzwanzig europäische und Europa-Korrespondent für viele amerikanische Blätter. Im Krieg war er der Europa-Spezialist der US-Navy, nach dem Krieg der Antisowjet-Spezialist der Illustrierten „sie“. Er dilettierte als Theaterkritiker, verfaßte Drehbücher, Spionagegeschichten, verdingte sich als Biograph. Ein Hansdampf in allen Sparten, falls sie sich in berühmten Namen und möglichst sensationellen Begebenheiten fassen lassen.“[3]

Schriften (Auswahl)

  • Gottfried Leske, I Was a Nazi Flier. Edited by Curt Riess, The Dial Press, New York 1941.[4]
  • Total espionage – Germany’s Information and Disinformation Apparatus 1932–41. Putnam, New York 1941.
  • The Self-Betrayed, Glory and Doom of the German Generals. G. P. Putnam's Sons, New York 1942
  • Underground Europe, The Dial Press, New York u. a. 1942.
  • The Luftwaffe, its rise and fall. By Hauptmann Hermann, with an introd. by Curt Riess, Putnam New York 1943.
  • The invasion of Germany. Putnam, New York 1943.
  • The Nazis go underground. Doubleday, Doran & Co., Garden City, N.Y. 1944.
  • They Were There. The Story of World War II and How it Came About. By America's foremost correspondents. Ed. by Curt Riess, Putnam, New York 1944.
  • The fighting Jew. By Ralph Nunberg, with an introd. by Curt Riess, Putnam, New York 1945.
  • Joseph Goebbels. A biography. Ballantine Books, New York 1948.
  • Stalin starb um vier Uhr morgens. Uta Verlag, Uelzen 1950.
  • The Berlin Story. Dial Press, New York 1952.
  • Berlin Berlin 1945–1953. Non-stop Bücherei, Berlin 1953. Neuaufl. Bostelmann & Siebenhaar, Berlin 2002 ISBN 3-934189-81-4
  • Der 17. Juni. Ullstein, Berlin 1954.
  • Das gab's nur einmal. Das Buch der schönsten Filme unseres Lebens. Sternbücher, Hamburg 1956.
  • Üb immer Treu und Redlichkeit : Ein deutsches Schicksal zwischen Schwarz u. Weiss. Roman, Verl. d. Sternbücher, Hamburg 1957.
  • Bestseller – Bücher, die Millionen lesen, Christian Wegner, Hamburg 1960.
  • Sein oder Nichtsein. Roman eines Theaters. (Über das Schauspielhaus Zürich), Fachschriften, Zürich 1963.
  • Gottlieb Duttweiler – Eine Biographie. Wegner Hamburg + Verlag Die Arche Zürich, 1959. Neuauflage Europa Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-905811-32-2.
  • Ascona – Geschichte des seltsamsten Dorfes der Welt. Europa, Zürich 1964. Viele weitere Auflagen, Neuauflage mit Beiträgen von Esther Scheidegger, Europa, Zürich 2012, ISBN 978-3-905811-34-6.
  • Gustaf Gründgens – Eine Biographie. Unter Verwendung bisher unveröffentl. Dokumente aus dem Nachlass. Hoffmann & Campe, Hamburg 1965
  • Der Mann in der schwarzen Robe: Das Leben des Strafverteidigers Max Alsberg. Wegner, Hamburg 1965
  • Knaurs Weltgeschichte der Schallplatte. Droemersche Verlagsanstalt, Zürich/München 1966.
  • Erotica! Erotica! Das Buch der verbotenen Bücher. Hoffmann und Campe, Hamburg 1967.
  • Einsam vor Millionen Augen – Große Sportler und ihre Schicksale, Bertelsmann, Gütersloh 1970.
  • Café Odeon: Unsere Zeit, ihre Hauptakteure und Betrachter. Europa, Zürich 1973, ISBN 3-85665-501-8, Neuauflage: mit einem Text von Esther Scheidegger, Europa, Zürich 2011, ISBN 978-3-905811-24-7.
  • Meine berühmten Freunde – Erinnerungen.Herder, Freiburg im Breisgau 1987.
  • Das waren Zeiten – eine nostalgische Autobiografie mit vielen Mitwirkenden. Molden, Wien u. a. 1977, ISBN 3-217-00845-6, erweiterte Neuausgabe unter dem Titel: Das war ein Leben! Erinnerungen. Langen-Müller, München 1986, ISBN 3-7844-2117-2. Danach als Ullstein-TB 34669, Frankfurt a. M. 1990, ISBN 3-548-34669-3 mit weiteren Auflagen.
  • Die Frau mit den hundert Gesichtern – Requiem für Heidemarie Hatheyer. Droste, Düsseldorf 1991, ISBN 3-7700-0955-X. (Eine Biographie der HH)
  • Prozesse, die unsere Welt bewegten. Droste, Düsseldorf 1992, ISBN 3-7700-0964-9, als Neuauflage: Area, Erftstadt 2004, ISBN 3-89996-185-4.

Fußnoten

  1. Prominente ohne Maske, FZ-Verlag 1986, ISBN 3924309019
  2. Bernhard Steinam wuchs in der kinderreichen Kaufmannsfamilie Seligmann Steinam und Babette Steinam in Würzburg auf. Mit seinem Bruder Adolf Steinam (1871–1943) führte das Familienunternehmen bis zu seinem Tod. Ab 1896 war er mit Jenny, geb. Strauß, verheiratet. Er trat nach seiner Schul- und Berufsausbildung in die Familienfirma „Steinam & Cie.“ (Herrengarderobe, Militär- und Beamtenausstattung) ein und wurde Firmenteilhaber. Am 6. März 1905 wurde er zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt, sein Bruder Adolf erst am 12. März 1913.
  3. Curt Riess, Schriftsteller und Publizist, Dr. phil.
  4. https://content.time.com/time/printout/0,8816,795462,00.html Time 28, Juli 1941